Umstrittene Diplom-Vorwürfe gegen Hakan Fidan sorgten für Aufsehen: Erste Stellungnahme des YÖK nach Tagen
Nach den Vorwürfen des CHP-Abgeordneten Namık Tan bezüglich des Bildungshintergrunds von Außenminister Hakan Fidan hat der Hochschulrat (YÖK) eine Erklärung abgegeben.
Nachdem der Abgeordnete der Republikanischen Volkspartei (CHP), Namık Tan, auf Basis einer offiziellen Antwort des Hochschulrats (YÖK) Vorwürfe zum Bildungshintergrund von Hakan Fidan erhoben hatte, veröffentlichte der YÖK eine schriftliche Stellungnahme zu diesem Thema.
In der Erklärung wurde betont, dass es bei den Bachelor- und Anerkennungsprozessen des Außenministers Hakan Fidan keinerlei Unregelmäßigkeiten gegeben habe.
„KEINE UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI FIDANS ABSCHLUSS“
In der Erklärung des YÖK heißt es: „In einigen Medienorganen und sozialen Netzwerken kursieren unbegründete Behauptungen über die Hochschulbildung von Außenminister Hakan Fidan.“ Es wurde klargestellt, dass Fidan 1994 sein Bachelorstudium im Bereich „Government and Politics“ begann.
Der Erklärung zufolge schloss Fidan sein Studium im Jahr 1997 an der in Deutschland ansässigen, US-amerikanischen Hochschule „University of Maryland University College“ ab. Der Rat erinnerte daran, dass die Dauer von Bachelorstudiengängen je nach nationaler Gesetzgebung der jeweiligen Länder variieren könne.
Der YÖK erklärte, dass Fidan die erforderlichen Credits erworben und einen Antrag auf Anerkennung gestellt habe; während des laufenden Anerkennungsverfahrens habe er bereits sein Masterstudium im Fachbereich Internationale Beziehungen an der Bilkent-Universität begonnen.
In der Erklärung wurden folgende Punkte aufgeführt:
„Die Anerkennungsverfahren von Herrn Fidan wurden positiv abgeschlossen und mit Beschluss des Exekutivrates für Hochschulbildung vom 15. Januar 1998 wurde ein Bachelor-Anerkennungszertifikat im Bereich ‚Politikwissenschaften‘ ausgestellt. Es liegen keinerlei Unregelmäßigkeiten bei den Abschluss- und Anerkennungsprozessen von Herrn Hakan Fidan vor.“
Der YÖK erinnerte zudem daran, dass es gemäß der 1996 in Kraft getretenen Verordnung für postgraduale Bildung und Ausbildung möglich sei, ein Masterstudium ohne vorherige Anerkennung zu beginnen, der Abschluss jedoch erst nach Abschluss des Anerkennungsverfahrens erfolgen könne.
Der CHP-Abgeordnete für Istanbul, Namık Tan, äußerte sich nach der Antwort des YÖK erneut über seinen Social-Media-Account.
Tan schrieb in seinem Beitrag: „Das Hakan-Fidan-Geständnis des YÖK: 3-jähriges Bachelorstudium, Zulassung zum Master ohne Anerkennung!“ Er behauptete, Fidan habe ein dreijähriges Fernstudium absolviert und das Masterstudium an der Bilkent-Universität begonnen, ohne ein Anerkennungszertifikat erhalten zu haben.
Tan sagte: „Offizielle Aufzeichnungen zeigen, dass Hakan Fidan lediglich ein dreijähriges Fernstudium, das sogar als offenes Studium konzipiert war, abgeschlossen hat. Er hat das Masterstudium an der Bilkent-Universität begonnen, ohne die YÖK-Anerkennung erhalten zu haben.“
„TRANSKRIPTE UND DOKUMENTE MÜSSEN OFFENGELEGT WERDEN“
Tan erklärte, die Antwort des YÖK lasse einige Fragen unbeantwortet und bewertete die Situation wie folgt:
„Laut der Erklärung des YÖK war Fidan zwischen 1994 und 1997, also nur drei Jahre lang, für ein Bachelorprogramm eingeschrieben. Während ein Standard-Bachelorstudium in der Türkei vier Jahre dauert, bleibt unklar, wie diese dreijährige Ausbildung als vollwertiges Bachelor-Diplom anerkannt werden konnte.“
Tan forderte, dass Informationen zu den Credits, den Lehrinhalten und der akademischen Struktur des Programms der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, und fügte hinzu: „Die Offenlegung dieser Transkriptdaten ist nicht mehr nur eine administrative Wahl, sondern eine Notwendigkeit für das öffentliche Gewissen.“
„ANERKENNUNGSZERTIFIKAT WURDE NACH DEM MASTERSTUDIUM AUSGESTELLT“
Der CHP-Abgeordnete Tan erinnerte daran, dass das vom YÖK ausgestellte Anerkennungszertifikat auf das Jahr 1998 datiert ist, Fidan jedoch zwischen 1997 und 1999 sein Masterstudium absolvierte: „Dies zeigt deutlich, dass Fidan das Masterstudium ohne Anerkennung begonnen hat. Welche Regelung erlaubt so etwas?“
Tan argumentierte, dass die abgegebene Erklärung zeige, dass „Privilegien statt Kompetenz und Schweigen statt Transparenz“ bevorzugt würden.
Namık Tan betonte, dass es sich bei dem Thema nicht um eine persönliche Auseinandersetzung handele, sondern um eine Frage der institutionellen Legitimität des Staates: „Wir sehen diesen Prozess nicht als eine Debatte über eine Biografie, sondern als eine Prüfung, die die Legitimität des Staates betrifft. Wir fordern Hakan Fidan auf, die Initiative zu ergreifen, um die Zweifel an seiner Ausbildung auszuräumen.“
Tan schloss seine Erklärung mit den Worten: „Das Ansehen der Republik wird durch Regeln geschützt, die für alle gleichermaßen gelten.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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