Krise um den angeblich nicht existierenden MASAK-Bericht: Anwälte haben keinen Zugriff
Die Diskussionen um den MASAK-Bericht, der im Rahmen der Ermittlungen zur Verhaftung des Bürgermeisters von Bolu, Tanju Özcan, und seines Stellvertreters Süleyman Can aufkam, haben sich verschärft. Es wurde berichtet, dass Anwälte keinen Zugriff auf den Bericht erhalten konnten, von dem die Staatsanwaltschaft behauptet, er sei „nicht in der Akte enthalten“, während gleichzeitig einige Medienorgane Nachrichten veröffentlichten, die sich auf eben diesen Bericht stützen.
Nach der Verhaftung des Bürgermeisters von Bolu, Tanju Özcan, und seines Stellvertreters Süleyman Can am 28. Februar wegen des Vorwurfs der „Erpressung“ (irtikap) kamen neue Anschuldigungen im Zusammenhang mit der Untersuchung der Stiftung „Ich liebe Bolu“ (BOLSEV) auf. Während behauptet wurde, dass sich ein MASAK-Bericht in der Ermittlungsakte befinde, sorgten Berichte, die auf diesem Dokument basieren, für Kontroversen.
DISKUSSION UM DEN MASAK-BERICHT
Nachdem der angeblich im Rahmen der Untersuchung erstellte MASAK-Bericht in einigen Medien thematisiert wurde, leiteten die Anwälte Schritte ein, um Einsicht in das Dokument zu erhalten. Es wurde jedoch mitgeteilt, dass die Generalstaatsanwaltschaft von Bolu auf die entsprechenden Anträge mit der Antwort reagierte: „Ein solcher Bericht liegt uns nicht vor.“
Özcans Anwalt Uğur Poyraz erklärte in einer Stellungnahme, dass sie nach den Medienberichten den MASAK-Bericht bei der Staatsanwaltschaft angefordert hätten, jedoch die Information erhalten hätten, dass der Bericht nicht in der Akte enthalten sei. Poyraz gab an, dass die Anwaltskammer von Bolu, BOLSEV, die Stadtverwaltung von Bolu und das Verteidigungsteam auf verschiedenen Wegen versucht hätten, an den Bericht zu gelangen.
Poyraz erklärte, dass sie Anträge auf Akteneinsicht gestellt hätten und auf das Ergebnis des Prozesses warteten. „Als Anwälte haben wir von allen Seiten versucht, den MASAK-Bericht ausfindig zu machen“, sagte er.
„DER VERÖFFENTLICHTE BERICHT SCHAFFT EIN PROBLEM FÜR DAS RECHT AUF VERTEIDIGUNG“
Poyraz gab an, dass sie über Journalisten an einen MASAK-Bericht gelangt seien und dass dieser die in der Presse erhobenen Vorwürfe enthalte. In seiner Bewertung des Inhalts des Berichts behauptete Poyraz, dass keine strafrechtlich relevanten Elemente dargelegt würden.
Poyraz betonte zudem, dass die Frage der Verletzung des Rechts auf Verteidigung aufkommen werde, falls die Echtheit des Berichts nicht geklärt werde, und fügte hinzu: „Wenn dieser Bericht korrekt ist, dürfte der Bürgermeister von Bolu, Tanju Özcan, nicht im Gefängnis sitzen. Er muss sofort freigelassen werden.“
VORWURF: „INFORMATIONEN UND DOKUMENTE WERDEN AN DIE PRESSE DURCHGESTOCHEN“
Poyraz wies darauf hin, dass ein Dokument, von dem die Staatsanwaltschaft behauptet, es sei „nicht in der Akte“, in einigen Medienorganen auftauchte, und übte Kritik am Ermittlungsprozess. Er behauptete, dass bestimmte Informationen und Dokumente gezielt an ausgewählte Medienhäuser weitergegeben würden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Unter Verweis auf frühere Gerichtsverfahren argumentierte Poyraz, dass das Recht auf Verteidigung verletzt werde und der Prozess eine Struktur angenommen habe, die die Rechtsprechung beeinflusse.
Poyraz ging auch auf die im Rahmen der Ermittlungen aufgekommenen Vorwürfe bezüglich des Kaufs von Hunde- und Katzenfutter ein und sagte, dass es möglich sei, mit einem Teil der über die Stiftung getätigten Spenden Futter zu kaufen. Zudem wies er darauf hin, dass im Handelsregister der BOLSEV Eğitim ve Yardım Ticaret A.Ş. ausdrücklich vermerkt sei, dass das Unternehmen mit dem Kauf und Verkauf von Tierfutter handeln dürfe.
Nachrichtenquelle: 12punto
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