Fenerbahçes Sieg gegen Lyon in der französischen Presse: „Große Enttäuschung“ und Guendouzi-Spannungen
Der Einzug von Fenerbahçe in die Champions League nach dem Sieg gegen Lyon sorgte in der französischen Presse für Schlagzeilen, wobei die Fragilität Lyons und die Spannungen nach dem Spiel im Vordergrund standen.
Der 2:1-Auswärtssieg von Fenerbahçe gegen Lyon im Play-off-Rückspiel der UEFA Champions League und das damit verbundene Erreichen der Ligaphase haben in Frankreich ein breites Echo ausgelöst. Nach dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel in Istanbul verpasste Lyon den Einzug in den Wettbewerb durch die Heimniederlage; die „Gelb-Marineblauen“ kehren hingegen nach 18 Jahren in die Champions League zurück.
Die Tore für Fenerbahçe in Lyon erzielten Vedat Muriqi in der 24. Minute und Archie Brown in der 28. Minute. Obwohl die Gastgeber durch Malick Fofana in der 61. Minute auf 1:2 verkürzen konnten, gelang ihnen in der verbleibenden Spielzeit kein weiterer Treffer. Ein Tor von Lois Openda in der 64. Minute wurde wegen Abseits aberkannt, während ein Treffer von Kail Boudache in der 71. Minute nach einer VAR-Überprüfung aufgrund eines Fouls zu Beginn der Aktion nicht gegeben wurde.
GEMEINSAMER TENOR IN DER FRANZÖSISCHEN PRESSE: LYONS FRAGILITÄT
Die einhellige Meinung in der französischen Presse ist, dass Lyon in kritischen Momenten erneut nicht die nötige Reaktion gezeigt hat. L’Équipe titelte „Große Enttäuschung“ und schrieb, dass Lyon in der Defensive passiv geblieben sei und nach den beiden aberkannten Toren das Ticket für die Champions League verpasst habe.
In der Analyse der Zeitung wurde auf die Fragilität hingewiesen, die Lyon unter Trainer Paulo Fonseca in großen Spielen zeigt. Unter Verweis auf verpasste Chancen gegen Manchester United, Celta Vigo und Lens wurde betont, dass das Ausscheiden gegen Fenerbahçe ein weiteres Scheitern darstelle, das für den Verein schwerwiegende Folgen haben könnte.
Eurosport France kommentierte das Spiel mit den Worten „Ein zu spätes Erwachen“. Dem Medium zufolge hatte Lyon in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden, während Fenerbahçe die Kontrolle übernahm und sich die Führung durch die Tore von Muriqi und Brown verdiente. Foot Mercato berichtete, dass die Gäste aggressiver begannen und insbesondere die Lücken auf der rechten Seite der Lyoner Abwehr nutzten.
Das in Lyon ansässige Le Progrès betonte: „Fenerbahçe hat Lyons Traum zerstört“, während Le Parisien schrieb, dass es nicht ausreiche, die Niederlage allein mit den aberkannten Toren zu erklären. Die Zeitung hob hervor, dass Lyon trotz der Unterstützung von fast 50.000 Fans und des Unentschiedens im Hinspiel erneut an einer großen Prüfung gescheitert sei.
GUENDOUZI-SPANNUNGEN NACH DEM SPIEL
Die Spannungen auf dem Spielfeld und in den Katakomben nach dem Abpfiff waren ebenfalls ein Thema in der französischen Presse. Nachdem der französische Fenerbahçe-Spieler Matteo Guendouzi vor den Lyon-Tribünen „Allez l’OM“ gerufen und die Geste des Rappers Jul aus Marseille nachgeahmt hatte, kam es zu einem Handgemenge zwischen den Spielern beider Mannschaften.
Guendouzi behauptete später, die Lyon-Fans hätten während des gesamten Spiels seine Familie beleidigt. Der Kapitän von Lyon, Corentin Tolisso, sagte im Interview mit Canal+, dass sein Nationalmannschaftskollege Guendouzi den Sieg mit seiner eigenen Mannschaft hätte feiern und sich bescheidener verhalten sollen.
So Foot betrachtete das Ausscheiden Lyons in einer Analyse von Enzo Leanni als ein weiteres Glied in der Kette des Niedergangs der letzten sechs Jahre. Das Magazin schrieb, dass Fenerbahçe in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen überlegen war, während die Spieler von Lyon während des gesamten Spiels keine ausreichende Antwort fanden.
Das allgemeine Bild in der französischen Presse ist, dass Fenerbahçe das Weiterkommen nicht nur durch das Ergebnis, sondern durch körperliche Überlegenheit und Widerstandsfähigkeit in den kritischen Momenten des Spiels verdient hat. Auf Seiten Lyons werden die verpasste Champions-League-Chance, die aberkannten Tore, die defensiven Schwächen und die Spannungen nach dem Spiel noch lange für Gesprächsstoff sorgen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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