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Anwalt Hüseyin Özbek warnt vor „Mafia-Serien“: „Feudale Kultur vergiftet die Jugend“

Nach der tödlichen Messerattacke auf den 17-jährigen Atlas Çağlayan in Güngören erklärte Anwalt Hüseyin Özbek, dass die von Mafia-Serien genährte feudale Kultur Jugendliche in die Gewalt treibe. Er warnte: „Dort, wo sich der Staat zurückzieht, lassen organisierte Strukturen Verbrechen und Angst wachsen.“

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Anwalt Hüseyin Özbek warnt vor „Mafia-Serien“: „Feudale Kultur vergiftet die Jugend“

Dass ein bedeutender Teil der langlebigen und quotenstarken Produktionen im Fernsehen aus Mafia-Serien besteht, ist Gegenstand scharfer Kritik des Juristen Hüseyin Özbek. Özbek erklärte, dass diese Produktionen feudale Werte in der Gesellschaft reproduzieren und insbesondere auf die junge Generation einen negativen kulturellen Einfluss ausüben. Mit Blick auf den Verlust des 17-jährigen Atlas Çağlayan, der nach einer Messerattacke durch den 15-jährigen E.Ç. in Güngören ums Leben kam, und die Spirale der Gewalt betonte Özbek, dass in den besagten Serien feudale Familienstrukturen, Stammeszusammenhalt und patriarchale Ordnungen als ideales Lebensmodell präsentiert würden. „In diesen Produktionen sind die Unantastbarkeit mafiöser Strukturen, die Straflosigkeit begangener Verbrechen und die Darstellung des Rechts als funktionslos zum zentralen Narrativ geworden“, sagte er.

Özbek führte aus, dass solche Inhalte nicht das Individuum, sondern die Zugehörigkeit in den Vordergrund stellten. Er wies darauf hin, dass Bürger ohne feudale Bindungen als „herrenlos“ dargestellt würden, während diejenigen mit Stammes- oder Mafia-Verbindungen als „geschütztes“ Profil gezeichnet würden.

„KINDER WERDEN DAZU ANGESPORNT, DER GEFÜRCHTETE MANN ZU SEIN“

Özbek argumentierte, dass Kinder und Jugendliche, die die Zukunft der Gesellschaft bilden, dazu ermutigt würden, nicht durch Bildung und Arbeit, sondern durch Macht und Gewalt aufzusteigen. „Schon ab dem Grundschulalter werden Kinder darauf konditioniert, nicht durch Bildung etwas zu werden, sondern der gefürchtete Mann zu sein“, bewertete er.

Özbek betonte, dass dieses kulturelle Klima eine ernsthafte Zerstörung in Bezug auf Demokratie, Recht und moralische Werte verursache.

WARNUNG VOR FEUDALEM DRUCK IN METROPOLEN

Hüseyin Özbek erklärte, dass der Machtgewinn einiger regionaler und stammesbasierter Strukturen in den Metropolen ebenfalls Teil dieses Prozesses sei. Am Beispiel Istanbuls erläuterte Özbek, dass einige Gemeinschaften sich zwar in die Stadtkultur integrierten, andere jedoch ihre eigenen feudalen Bindungen in den Großstädten als Vorteil betrachteten.

Laut Özbek schwäche dies das gemeinsame Bewusstsein für die Staatsbürgerschaft und isoliere Individuen, „die keine andere Zugehörigkeit als die türkische haben“.

„WO DER STAAT EINE LÜCKE LÄSST, FÜLLT SIE DIE MAFIA“

Özbek merkte an, dass die Wurzel des Problems in der Schwäche der öffentlichen Autorität und des Justizbereichs liege. Er sagte, dass es ein äußerst gefährliches Bild zeichne, wenn sich die Erwartungen der Bürger an Sicherheit und Gerechtigkeit zunehmend von staatlichen Stellen hin zu bestimmten Mafia-Anführern verlagerten.

Özbek warnte: „In jedem Bereich, in dem sich das Recht zurückzieht, gewinnen feudale und mafiöse Strukturen an Macht. Das ist ein hoher Preis für die Gesellschaft.“


Nachrichtenquelle: 12punto

Atlas Çağlayan