Kritische Warnung nach Überschwemmung in Nepal: Größere Katastrophen könnten folgen, 15 Millionen Menschen in Gefahr!
Nach der verheerenden Flut an der Grenze zwischen Nepal und Tibet weisen Experten darauf hin, dass ähnliche Katastrophen aufgrund schmelzender Gletscher und instabiler Berghänge zunehmen könnten.
Nach der Flutkatastrophe an der Grenze zwischen Nepal und Tibet, bei der Hunderte Menschen ums Leben kamen und mehr als 1500 als vermisst gemeldet wurden, warnten Wissenschaftler vor wachsenden Risiken in hochgelegenen Bergregionen. Experten zufolge beschleunigt der Klimawandel das Abschmelzen der Gletscher, während das Auftauen gefrorener Böden und die Destabilisierung von Berghängen den Weg für neue Überschwemmungen ebnen.
Untersuchungen schätzen, dass weltweit etwa 15 Millionen Menschen in Gebieten leben, die durch verheerende Überschwemmungen im Zusammenhang mit Gletscherseen gefährdet sind. Die höchste Gefahr konzentriert sich demnach auf den Hochgebirgsgürtel Asiens, der den Himalaya, das Karakorum-Gebirge und den Hindukusch umfasst.

DAS RISIKO IST NICHT NUR AUF ASIEN BESCHRÄNKT
Daten zufolge lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung, die durch Gletschersee-Ausbrüche bedroht ist, in Indien, Pakistan, Peru und China. Es wird geschätzt, dass in Indien etwa 3 Millionen und in Pakistan 2 Millionen Menschen gefährdet sind.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass in Nordamerika Kanada und der pazifische Nordwesten, in Europa die Alpen und in Südamerika die Anden zu den Regionen gehören, die genau beobachtet werden müssen. Es wird verzeichnet, dass die Zahl der Gletscherseen in den Anden seit 1990 um 93 Prozent gestiegen ist, während dieser Anstieg im Hochgebirgsasien bei 37 Prozent liegt.
Ersten Analysen von Experten zufolge begann die jüngste Katastrophe in Nepal, als ein Felssturz am Berg Langtang-Lirung einen Gletschereinsturz auslöste. Eine Masse aus Eis, Gestein, Wasser und Sedimenten bewegte sich den Hang hinab und blockierte vorübergehend den Fluss Lhende Khola. Durch das Brechen dieses natürlichen Damms strömte eine große Menge Wasser in das Tal, was zu der verheerenden Flut führte.

Obwohl in ersten Berichten behauptet wurde, das Ereignis könne durch ein Erdbeben verursacht worden sein, deuten spätere Daten darauf hin, dass die Hauptursache ein Felssturz und der damit verbundene Gletschereinsturz war. Wissenschaftler betonen, dass das Ereignis in Nepal technisch gesehen kein direkter Gletschersee-Ausbruch (GLOF) war, aber ähnliche Prozesse in denselben fragilen Bergumgebungen zu größeren Katastrophen führen könnten.
Dr. Jonathan Carrivick von der Universität Leeds erklärt, dass der Klimawandel die Bergregionen erwärmt, was gefrorene Böden und Gletscher schmelzen lässt, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass solche Ereignisse häufiger und in größerem Maßstab auftreten. Dr. Matt Westoby von der Universität Plymouth weist ebenfalls darauf hin, dass das Hochgebirgsasien eine der am schnellsten erwärmenden Regionen der Welt ist.
Forschern zufolge gehören China, Pakistan, Peru, Kanada, Indien, die USA, Chile, Italien, Nepal und Kolumbien zu den Ländern mit dem höchsten Risiko für Gletschersee-Ausbrüche. Experten erklären, dass der genaue Zeitpunkt und Ort dieser Katastrophen nicht vorhersehbar seien, aber aufgrund des Klimawandels und der wachsenden Bevölkerung in Risikogebieten Ereignisse wie die Katastrophe in Nepal in Zukunft häufiger auf die Tagesordnung kommen könnten.
Nachrichtenquelle: 12punto
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