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Umstrittenes Projekt in Turgutreis: Das Ende des regionalen Tourismus droht

In Turgutreis, einer der schönsten Gegenden von Bodrum, wurde trotz aller Warnungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen (ÇED) das Projekt für einen Küstenwachenhafen umgesetzt. Schwere Baumaschinen haben bereits mit den Arbeiten vor Ort begonnen, was das ökologische Gleichgewicht der Region gefährdet.

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Umstrittenes Projekt in Turgutreis: Das Ende des regionalen Tourismus droht

Das geplante Projekt für einen Küstenwachenhafen im Stadtteil Bahçelievler in Turgutreis kam vor etwa fünf Jahren erstmals zur Sprache.

Vertreter verschiedener politischer Parteien und NGOs äußerten mehrfach ihre Bedenken, dass das Projekt nicht für die Region geeignet sei und die ökologische Struktur schädigen werde, und organisierten dazu zahlreiche Treffen.

Dennoch wurde die Ausschreibung für den Küstenwachenhafen nach etwa fünf Jahren abgeschlossen. Die Arbeiten an dem 141.319 Quadratmeter großen Hafen haben heute begonnen.

Baumaschinen und Baufahrzeuge sind am Strand eingetroffen; die Küste wurde für die Hafenzufahrt bereits aufgegraben und das Material auf Lastwagen verladen.

In einer Stellungnahme der TMMOB und des Stadtrats (Kent Konseyi) wurde betont, dass das Projekt sowohl für die Wirtschaft von Turgutreis als auch für die Umwelt eine massive Zerstörung und irreversible negative Folgen nach sich ziehen werde. Es wurde wie folgt erklärt:

"Da das Gebiet, in dem der Militärhafen errichtet werden soll, flach ist (durchschnittliche Tiefe von 5 Metern), muss der Meeresboden zunächst auf einer Fläche von etwa 250.000 m² ausgebaggert werden, damit Kriegsschiffe anlegen können. Anschließend soll der ausgebaggerte Bereich mit etwa 150.000 Quadratmetern Material aufgefüllt werden, um den Militärhafen zu bauen.

Um eine Fläche dieser Größe aufzufüllen, sind mindestens 50.000 Lkw-Fahrten erforderlich. Die Region kann diesen Schwerlastverkehr nicht bewältigen.

Das Gebiet, in dem der Hafen entstehen soll, verfügt über keine Zufahrtsstraßen. Der Bereich vor dem Gebäude des Küstenwachenkommandos ist eine für den Verkehr gesperrte Fußgängerzone. Das geplante Hafengelände liegt mitten im Stadtteil Turgutreis-Bahçelievler, umgeben von touristischen Einrichtungen und Wohngebieten. Während der Bauzeit des Militärhafens, die auf etwa fünf Jahre veranschlagt ist, werden der regionale Tourismus und die ansässige Bevölkerung ernsthaften Schaden erleiden.

In einem Umkreis von 1 km Luftlinie befinden sich ein Yachthafen, eine Buhne zur Sandablagerung sowie 28 Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, Apartmenthotels, Boutique-Hotels und weitere Unterkünfte. Die touristische Bettenkapazität in der Region liegt bei etwa 7.000. Der Militärhafen liegt genau in der Mitte des einzigen Küstenabschnitts, den Touristen nutzen können, um von der Hotelzone zum Basar von Turgutreis zu gelangen.

Der Bau eines Militärhafens an dieser Stelle wird das Ende des regionalen Tourismus einläuten. In dem Gebiet, in dem der Hafen geplant ist, befindet sich Posidonia Oceanica (Seegras), das durch das Übereinkommen von Barcelona geschützt ist. Es ist eine äußerst wichtige Art, da sie vielen Lebewesen als Lebensraum dient. Der Bau des Militärhafens in diesem Bereich wird dem natürlichen marinen Lebensraum und dem Ökosystem irreparable Schäden zufügen.

Da es sich bei dem geplanten Standort um ein vollständig besiedeltes Wohn- und Tourismusgebiet handelt, würde eine mögliche militärische Operation in der Umgebung für erheblichen Lärm und Unruhe sorgen. In dieser Region, die über eine Promenade und einen Küstenstreifen verfügt, wird der geplante Militärhafen die Stadtplanung und das historische Gefüge schwer beeinträchtigen. Die Region Turgutreis ist das bevölkerungsreichste Gebiet der Halbinsel und würde bei einem Bau des Militärhafens unbrauchbar werden"...

Die Journalistin Ferda Öngün, die die Bau- und Aushubarbeiten in Bodrum-Turgutreis dokumentierte, wies auf die Zerstörung durch den Baubeginn des Militärhafenprojekts der Küstenwache Turgutreis hin. Öngün äußerte sich wie folgt: "Während unsere Grenzen durchlässig sind, hat der Staat beschlossen, einen Ort zu schützen. Er hat beschlossen, hier einen Militärhafen zu bauen. Sie wollen einen der schönsten Strände der Türkei schützen, indem sie einen Militärhafen darauf bauen. Wie wir nichts anderes schützen konnten, konnten wir leider auch Turgutreis nicht schützen. Trotz aller Umweltverträglichkeitsberichte haben die Bauarbeiten begonnen"...


Nachrichtenquelle: 12punto

Bodrum Turgutreis