Unsere Meere in Gefahr
Anlässlich des Welttags der Ozeane wiesen Experten darauf hin, dass Erwärmung, invasive Arten, Verschmutzung und Küstenrisiken in den türkischen Gewässern zunehmen.
Die türkischen Meere stehen unter dem zunehmenden Druck der Auswirkungen des Klimawandels. Experten zufolge sind der Anstieg der Meerestemperaturen, häufigere marine Hitzewellen, Verschmutzung, Lebensraumzerstörung und die Ausbreitung invasiver Arten zu einem großen Umweltproblem geworden, das nicht mehr isoliert, sondern ganzheitlich betrachtet werden muss.
Der 8. Juni, der Welttag der Ozeane, stand in diesem Jahr im Zeichen von Diskussionen über Rekordtemperaturen, den Anstieg des Meeresspiegels und die Verschlechterung der marinen Ökosysteme. Es wird darauf hingewiesen, dass auch der erwartete starke El-Niño-Effekt den klimatischen Druck auf Ozeane und Meere weiter erhöhen könnte.
Dass die Türkei Gastgeber der COP31 sein wird, gilt als wichtige Gelegenheit, diese Probleme der Meere auf die internationale Agenda zu setzen. Die Türkei und Australien, das den Verhandlungen vorsitzen wird, zählen Ozeane und Küstensysteme zu den Prioritäten des Gipfels, der in Antalya stattfinden soll.
WARNUNG VOR ANPASSUNGSNOTWENDIGKEIT FÜR KÜSTENSTÄDTE
Prof. Dr. Bayram Öztürk, Dozent an der Universität Istanbul und Vorsitzender der Türkischen Stiftung für Meeresforschung (TÜDAV), erklärte, dass das Mittelmeerbecken zu einem kritischen Hotspot für marine Biodiversität geworden sei. Öztürk sagte, dass Planktonblüten, Veränderungen bei Fischwanderungen, Verschiebungen in den Laichzeiten, neue Quallenarten und schädliche Fische aus tropischen Gewässern mittlerweile zu den „neuen Normalitäten“ gehörten.
Laut Öztürk ist die Meerestemperatur im Mittelmeer in den letzten 50 Jahren um etwa 1,5 Grad gestiegen. Der Anstieg des Meeresspiegels schaffe zudem neue Risiken für Küstenstädte. Öztürk betonte, dass alle Siedlungen an der Küste, allen voran Istanbul, detaillierte Anpassungspläne erstellen müssten.
Doz. Dr. İnci Tüney von der Ege-Universität erklärte, dass die kritischsten Themen für die türkischen Meere der Anstieg der Meerestemperaturen, marine Hitzewellen und die Ausbreitung invasiver Arten seien. Tüney betonte, dass der Weg zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Meeres- und Küstenökosysteme darin bestehe, menschengemachte Belastungen wie Überfischung, Verschmutzung und Lebensraumzerstörung zu reduzieren.
Tüney zufolge beschleunigt sich die Ausbreitung der lessepsianischen Arten, die über den Suezkanal in das Mittelmeer gelangen, durch die Erwärmung der Meere. Arten wie der Kugelfisch und der Rotfeuerfisch beeinträchtigen nicht nur die lokale Biodiversität, sondern auch die Fischereiwirtschaft. Aus diesem Grund wird gefordert, dass die Türkei sich dafür einsetzt, globale Klimafinanzierung für die Meeresrestaurierung und das Schutzgebietsmanagement auf fragile Regionen wie das Mittelmeer zu lenken.
Die gemeinsame Botschaft der Experten ist klar: Der Schutz der Meere sollte nicht nur im Zentrum der Klimapolitik stehen, sondern auch bei der Küstenplanung, der Fischerei, der Bekämpfung der Verschmutzung und dem Management der biologischen Vielfalt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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