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Menschen in Tunesien gehen erneut für 'Demokratie' auf die Straße: Das Land, das den Arabischen Frühling einleitete

In Tunesien haben Oppositionelle einen Marsch für die 'Rückkehr zum demokratischen Prozess' organisiert. An dem Marsch nahmen zahlreiche Tunesier teil, die Parolen für 'Freiheit' skandierten.

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Menschen in Tunesien gehen erneut für 'Demokratie' auf die Straße: Das Land, das den Arabischen Frühling einleitete

Hunderte Menschen versammelten sich bei einem Marsch in der tunesischen Hauptstadt, um Demokratie und Freiheit zu fordern. Die Demonstranten verlangten eine Rückkehr zum demokratischen Prozess, die Rücknahme von Änderungen am Wahlgesetz sowie ein Ende des Drucks auf die Opposition.

Der Marsch, der vom 'Tunesischen Netzwerk für Rechte und Freiheiten' organisiert wurde, fand auf der Habib-Bourguiba-Allee statt.

Die Demonstranten skandierten Parolen wie 'Freiheit', 'Nein zur Präsidentschaft auf Lebenszeit', 'Absurde Gesetze, Wahlen wie ein Theaterstück', 'Das Volk will den Sturz des Regimes' und 'Freiheit für die politischen Gefangenen'.

DIE TEILNAHME VON 3 KANDIDATEN AN DEN PRÄSIDENTSCHAFTSWAHLEN WAR VERHINDERT WORDEN

Der Vorsitzende der tunesischen Wahlbehörde, Faruk Buasker, hatte am 10. August bekannt gegeben, dass von 17 Bewerbern für die Präsidentschaftswahl die Anträge von drei Kandidaten angenommen wurden. Er kündigte an, dass bei der Wahl am 6. Oktober der amtierende Präsident Kais Saied, der Vorsitzende der Volksbewegung Zouhair Maghzaoui und der Geschäftsmann Ayachi Zammel, der seine politische Laufbahn 2020 als Abgeordneter der Partei Tahya Tounes begann, gegeneinander antreten würden.

Einige Personen, deren Kandidaturen nicht akzeptiert wurden, hatten beim tunesischen Verwaltungsgericht Einspruch eingelegt.

Das tunesische Verwaltungsgericht hatte am 2. September entschieden, dass es keine Hindernisse für die Kandidaturen von Abdellatif Mekki, dem Vorsitzenden der Partei Arbeit und Leistung (die sich von der Ennahda-Bewegung abgespalten hatte, welche vor Saied die Regierungskoalition bildete), dem ehemaligen Minister Mondher Zenaidi sowie Imed Daimi, einem Weggefährten des ehemaligen Präsidenten Moncef Marzouki, gebe.

Die Wahlbehörde hatte jedoch mit der Begründung, die Gerichtsbeschlüsse seien ihnen nicht zugegangen, erklärt, dass nur die drei zuvor genannten Kandidaten an der Wahl teilnehmen würden.

Das tunesische Verwaltungsgericht hatte am 14. September trotz des richterlichen Beschlusses dazu aufgerufen, die Kandidaturen der drei Personen zu bestätigen, deren Bewerbungen für die Präsidentschaftswahl am 6. Oktober von der Wahlbehörde abgelehnt worden waren.

GEGEN PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT ZAMMEL WURDE HAFTSTRAFE VERHÄNGT

Das Berufungsgericht hatte die gegen den zugelassenen Kandidaten Ayachi Zammel wegen 'falscher Angaben' verhängte Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten bestätigt.

Die unabhängige tunesische Wahlbehörde hat sich bisher nicht zur Präsidentschaftskandidatur von Zammel geäußert, dessen Haftstrafe rechtskräftig geworden ist.

Letzte Woche hatte das Parlament eine umstrittene Gesetzesänderung verabschiedet, die vorsieht, die Zuständigkeit für Wahlangelegenheiten vom Verwaltungsgericht auf das Berufungsgericht zu übertragen. Dies hat zu einer Vertiefung der politischen Polarisierung im Land geführt.

Der tunesische Präsidentschaftskandidat Ayachi Zammel


Nachrichtenquelle: AA

Tunesien Arabischer Frühling Marsch Demokratie