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USA warnen NATO-Verbündete in Europa vor Verteidigungslücken

Während Washington von den europäischen Ländern eine Beschleunigung der Beschaffung kritischer Waffen fordert, wird die US-Militärpräsenz auf dem Kontinent neu bewertet.

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USA warnen NATO-Verbündete in Europa vor Verteidigungslücken

Die USA haben ihre Forderung an die NATO-Verbündeten in Europa erneuert, ihre Verteidigungskapazitäten zu erhöhen und die Beschaffung kritischer Waffen zu beschleunigen. Wie die Financial Times berichtet, bewertet Washington viele Bereiche in den NATO-Daten zu den militärischen Fähigkeiten europäischer Länder als unzureichend.

Ein in dem Bericht zitierter NATO-Diplomat erklärte, dass in den farbigen Tabellen, die die militärischen Fähigkeiten der Länder darstellen, zahlreiche Indikatoren im roten Bereich lägen. Der Diplomat sagte, das Gesamtbild sehe „nicht sehr gut aus“ und vermittle den Eindruck eines „roten Meeres“.

Es wurde berichtet, dass der stellvertretende Verteidigungsminister für politische Angelegenheiten im Pentagon, Elbridge Colby, bei einem Treffen mit NATO-Botschaftern in Brüssel betonte, dass Europa seine eigene Verteidigung aktiver stärken müsse. Colby habe insbesondere die Erwartung geäußert, die Beschaffung kritischer Waffen zu beschleunigen, und von Großbritannien größere Anstrengungen gefordert.

Bei dem Treffen wurde auch auf den Anstieg der Verteidigungsausgaben in Deutschland, Polen und den Niederlanden hingewiesen. In der Bewertung Washingtons wird erwartet, dass neben dem Ausgabenniveau der Verbündeten auch berücksichtigt wird, inwieweit diese in der Lage wären, eine Kapazitätslücke zu schließen, die bei einer möglichen Reduzierung der US-Streitkräfte entstehen könnte.

VIER OPTIONEN FÜR DIE US-PRÄSENZ

Die Gespräche finden parallel zu einem Überprüfungsprozess statt, in dem das Pentagon die Stationierung amerikanischer Truppen in Europa neu bewertet. Diese Überprüfung soll im Dezember abgeschlossen sein. Einige Beamte in Europa befürchten, dass die Ergebnisse dazu führen könnten, dass einige Einheiten und Waffen aus Ländern abgezogen werden, die ihre Verteidigungskapazitäten langsamer ausbauen als andere.

Der Financial Times zufolge arbeitet das Pentagon an mindestens vier verschiedenen Optionen zur Veränderung der militärischen Präsenz der USA in Europa. Es ist vorgesehen, dass der US-Oberbefehlshaber in Europa diese Optionen bis zum 18. September mit Colby bespricht und die Vorschläge anschließend dem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vorgelegt werden.

Colby soll bei dem Treffen auch auf einen Fragebogen eingegangen sein, den die USA an die Verbündeten übermittelt haben. In diesem Fragebogen erkundigt sich Washington unter anderem danach, ob die Länder die Nutzung amerikanischer Militärstützpunkte einschränken, ob sie Waffen von US-Unternehmen kaufen und ob sie die Außenpolitik von Präsident Donald Trump öffentlich unterstützen.

Angesichts der Möglichkeit einer Truppenreduzierung wurde festgestellt, dass osteuropäische Länder angeboten haben, einen Teil der Instandhaltungskosten für die auf ihrem Territorium stationierten amerikanischen Soldaten zu übernehmen. Die militärische Präsenz der USA in Europa schwankt je nach Rotation und Übungen zwischen 80.000 und 100.000 Soldaten.

Laut einem Bericht von Reuters gehören auch die Pläne der NATO zur Stärkung ihrer militärischen Präsenz in der Arktis zu den Themen auf der Agenda des Bündnisses. Dieses Bild deutet darauf hin, dass die Debatten über die Lastenteilung der europäischen Verteidigung, Kapazitätslücken und die Rolle der USA auf dem Kontinent auch in der kommenden Zeit anhalten werden.


Nachrichtenquelle: 12punto

NATO USA Europa Pentagon Elbridge Colby Verteidigungsausgaben Osteuropa