Vatikan veröffentlicht Erklärung 'Dignitas Infinita': 'Muss weltweit verboten werden'
Der Vatikan, das Verwaltungszentrum der katholischen Kirche, hat dazu aufgerufen, Leihmutterschaft zu verurteilen und weltweit als Straftat zu verbieten, da sie Kinder zu einem Objekt mache.
Das dem Vatikan unterstellte Dikasterium für die Glaubenslehre hat seine neue Erklärung mit dem Titel "Dignitas Infinita" (Unendliche Würde) veröffentlicht. Das Dokument ist das Ergebnis einer fünfjährigen Arbeit, die gemäß der christlichen Anthropologie die "Bindung an die unveräußerliche Natur der Menschenwürde bekräftigt" und sich insbesondere gegen die Methode der "Leihmutterschaft" ausspricht.
In der Erklärung wird darauf hingewiesen, dass durch "Leihmutterschaft" die Würde von Frau und Kind schwerwiegend verletzt werde. Es heißt darin: "Das Kind ist immer ein Geschenk und darf niemals Gegenstand eines Handelsvertrags sein. Das menschliche Leben, angefangen beim ungeborenen Kind im Mutterleib, darf weder unterdrückt noch zu einer Handelsware gemacht werden. In dieser Hinsicht ist die sogenannte Leihmutterschaft, die die Würde der Frau und des Kindes schwer verletzt, zutiefst zu bedauern."
In der Erklärung, in der es weiter heißt, dass die Praxis der Leihmutterschaft auf der Ausbeutung der finanziellen Notlage einer Mutter beruhe, wurde der Aufruf formuliert: "Daher fordern wir die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich für ein weltweites Verbot dieser Praxis einzusetzen."
Unterdessen hatte das geistliche Oberhaupt der Katholiken und Staatsoberhaupt des Vatikans, Papst Franziskus, bereits in der vergangenen Woche – noch vor dieser Erklärung des Dikasteriums für die Glaubenslehre – die 32-jährige Olivia Maurel getroffen, die selbst durch eine Leihmutter geboren wurde und sich gegen diese Praxis einsetzt.
Der Papst hatte bereits im Januar dazu aufgerufen, die Praxis der Leihmutterschaft weltweit zu verbieten.
Auch die rechtsgerichtete Koalitionsregierung unter der Führung von Giorgia Meloni in Italien hatte im vergangenen Jahr einen Gesetzesentwurf in das Parlament eingebracht, der vorsieht, Leihmutterschaft als universelles Verbrechen einzustufen. Das Unterhaus des Parlaments, die Abgeordnetenkammer, hatte diesem Vorschlag der Regierung im Juli 2023 zugestimmt.
Damit der besagte Gesetzesentwurf, der auch die strafrechtliche Verfolgung italienischer Staatsbürger vorsieht, die im Ausland durch Leihmutterschaft Kinder bekommen, in Kraft treten kann, muss er noch im Senat, dem Oberhaus des Parlaments, beraten und verabschiedet werden.
Nachrichtenquelle: AA
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