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Citi: Währungsrisikoprämie bei TL-Anleihen auf einem der höchsten Stände der letzten 16 Jahre

Citi Research berichtet, dass die Währungsrisikoprämie für zweijährige TL-Anleihen bis Juni 2026 auf 12,6 Prozent gestiegen ist.

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Citi: Währungsrisikoprämie bei TL-Anleihen auf einem der höchsten Stände der letzten 16 Jahre

In einem Bericht der Citi Research-Ökonomen İlker Domaç und Gültekin Işıklar wurde die Währungsrisikoprämie auf Basis der Differenz zwischen zweijährigen türkischen Staatsanleihen in Lira und auf Dollar lautenden Eurobonds bewertet.

Dem Bericht zufolge erreichte die Währungsrisikoprämie, die im Zuge des Normalisierungsprozesses der Geldpolitik wieder angestiegen ist, bis Juni 2026 einen Wert von 12,6 Prozent. Citi wies darauf hin, dass dies einer der höchsten Werte seit 2010 sei.

In der Analyse wurde festgestellt, dass die besagte Prämie, die im Zeitraum 2010-2017 bei durchschnittlich etwa 1 Prozent lag, während der Niedrigzinsphase zwischen 2021 und 2023 ins Negative drehte. Der Bericht hält fest, dass die Prämie selbst während des Währungsschocks im Jahr 2018 nur etwa die Hälfte des aktuellen Niveaus, also rund 7 Prozent, erreichte.

KONTROLLIERTE WÄHRUNGSPOLITIK UND DAS „PESO-PROBLEM“

Im Citi-Bericht wird zudem das durch die kontrollierte Währungspolitik verursachte „Peso-Problem“ hervorgehoben. Demnach ist zwar der kurzfristige Währungspfad vorhersehbar, doch der entscheidende Faktor für Investoren sei weniger die tägliche Volatilität als vielmehr die Beständigkeit des aktuellen geldpolitischen Regimes und das Risiko einer plötzlichen Korrektur.

Der Bericht bewertet, dass die schrittweise Verschiebung einer realen Währungskorrektur die Nachfrage der Investoren nach einer zusätzlichen Rendite als Absicherung gegen einen plötzlichen Einbruch erhöht, was die Währungsrisikoprämie auf einem hohen Niveau hält. Für eine dauerhafte Verringerung der Prämie seien die Etablierung der Disinflation und eine glaubwürdige Strategie für den Ausstieg aus dem kontrollierten Währungsregime erforderlich.

Nach Berechnungen von Citi müsste die Lira jährlich um durchschnittlich etwa 33 Prozent an Wert verlieren, damit die zweijährige TL-Anleihe hinter der Performance der türkischen Eurobonds in Dollar zurückbleibt. In diesem Szenario müsste der Dollar/TL-Kurs bis Mitte 2028 ein Niveau von etwa 82 erreichen.

Der Bericht erinnert daran, dass die aktuelle Erwartung für den jährlichen Wertverlust bei 17,8 Prozent liegt, während der tatsächliche Verlust im letzten Jahr 17 Prozent betrug. Damit biete der Markt einen Währungsschutz, der fast doppelt so hoch sei wie der erwartete Verlust.

Die Analysten betonten, dass dieser breite Puffer zwar Vorteile für Investoren schaffe, die Vergangenheit jedoch gezeigt habe, dass kein Renditeabstand einen vollständigen Schutz gegen eine plötzliche Änderung des Politikregimes biete.

Zudem wird im Bericht ausgeführt, dass der teilweise Rückgang gegenüber den Höchstständen im Frühjahr 2025 nicht als Verschlechterung, sondern als Zeichen der Normalisierung gewertet wird. Laut Citi wird der Ursprung des Rückgangs der Risikoprämie im weiteren Verlauf entscheidend sein: Kommt die Verengung durch einen Rückgang der Anleiherenditen zustande, handele es sich um eine gesunde Normalisierung; resultiert sie hingegen aus einem Anstieg der Währungserwartungen, bedeute dies eine Schwächung des den Investoren gebotenen Schutzes.


Nachrichtenquelle: 12punto

Citi TL-Anleihen Währungsrisikoprämie Eurobond Türkische Lira Disinflation Geldpolitik