Uber beugt sich der Taxilobby und führt erneut eine verbraucherfeindliche Praxis ein
Uber Türkei hat einen Schritt vollzogen, der allgemein auf Kritik stößt: Seit heute wird eine feste Servicegebühr von 20 TL erhoben.
Uber Türkei hat einen Schritt vollzogen, der allgemein auf Kritik stößt: Seit heute wird eine feste Servicegebühr von 20 TL erhoben. Die diesbezügliche Informationsnachricht des Unternehmens an seine Nutzer lautet wie folgt:
„Wir möchten Sie über eine Aktualisierung unserer Prozesse informieren. Ab Montag, dem 11. Dezember, wird für Fahrten, die über die Uber-App gebucht werden, eine feste Servicegebühr in Höhe von 20 TL zum endgültigen Fahrpreis hinzugerechnet.“
Der Journalist Bülent Mumay, einer derjenigen, die das Thema öffentlich machten, äußerte auf seinem X-Account Kritik an dem Vorgehen und schrieb: „Uber beugt sich der Taxilobby und führt erneut eine verbraucherfeindliche Praxis ein. Anstatt eine Provision von den Taxifahrern zu verlangen, werden sie für jede Fahrt eine ‚Servicegebühr‘ von 20 TL vom Verbraucher einziehen. Die offizielle Ankündigung haben sie gerade erst gemacht.“ Diese Situation stößt auf breite Ablehnung, doch ein Einlenken des Unternehmens ist derzeit nicht zu erwarten.
Uber beugt sich der Taxilobby und führt erneut eine verbraucherfeindliche Praxis ein. Anstatt eine Provision von den Taxifahrern zu verlangen, werden sie für jede Fahrt eine ‚Servicegebühr‘ von 20 TL vom Verbraucher einziehen. Die offizielle Ankündigung haben sie gerade erst gemacht.@Uber@Uber_Turkiye pic.twitter.com/dqSyHMp5F4
— Bülent Mumay (@bulentmumay) 11. Dezember 2023
Zuletzt war Uber bei uns im Zusammenhang mit einem Vorfall im Ausland in die Schlagzeilen geraten. Wer es verpasst hat: Im Jahr 2018 war Uber in einen tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Testfahrzeug verwickelt. In diesem Fall wurde der Fahrer des Wagens verurteilt. Zur Erinnerung: Eines der von Uber getesteten autonomen Fahrzeuge erfasste 2018 in Tempe, Arizona, die Frau Elaine Herzberg, die ihr Fahrrad über die Straße schob. Die 49-Jährige wurde bei dem Unfall schwer verletzt und verstarb später im Krankenhaus. Der Vorfall, der als erster tödlicher Unfall mit einem selbstfahrenden Auto in die Geschichte einging, wurde vom National Transportation Safety Board (NTSB) der USA detailliert untersucht. Das NTSB veröffentlichte die Ergebnisse und präsentierte bemerkenswerte Erkenntnisse. So trug Elaine Herzberg in der Nacht des Unfalls dunkle Kleidung. An ihrem Fahrrad befanden sich keine Reflektoren, und sie versuchte, die Straße an einer Stelle ohne Straßenbeleuchtung zu überqueren. Das autonome Fahrzeug erkannte die Frau zwar 6 Sekunden vor dem Aufprall, stufte sie jedoch aufgrund der genannten Faktoren als „unbekanntes Objekt“ ein. Erst 1,3 Sekunden vor dem Zusammenstoß identifizierte das System das Fahrrad und meldete die Notwendigkeit einer Notbremsung. Diese wurde jedoch vom System aufgrund einer „Unterdrückung unregelmäßigen Verhaltens“ nicht aktiviert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frau, in deren Blut Marihuana und Methamphetamin nachgewiesen wurden, durch den schweren Aufprall ihr Leben verlor. Es handelte sich zwar um ein autonomes Fahrzeug, doch saß Rafaela Vasquez als Testbeobachterin darin. Wie konnte es trotz ihrer Anwesenheit zu dem Unfall kommen? Der Unfall geschah, weil Vasquez zum Zeitpunkt des Vorfalls auf ihr Handy schaute und nicht auf die Straße achtete. Genau aus diesem Grund befand ein Richter am Maricopa County Superior Court Vasquez für schuldig und verurteilte sie zu drei Jahren Bewährungsstrafe (sie muss also nicht ins Gefängnis). Das NTSB deckte ein weiteres bemerkenswertes Detail auf: Bei dem Unfallfahrzeug handelte es sich um ein Modell des Typs Volvo XC90 aus dem Jahr 2017. Warum erkannte dieses Auto, das ab Werk mit zahlreichen Unfallvermeidungssystemen ausgestattet ist, Elaine Herzberg außerhalb des autonomen Systems nicht? Berichten zufolge wurden die Sicherheitssysteme von Volvo deaktiviert, sobald das autonome System von Uber aktiviert wurde. Die Systeme, die nur im manuellen Modus aktiv sind, waren leider auch vor dem Unfall ausgeschaltet. Wären diese Systeme aktiv gewesen, hätte sich dieser tödliche Unfall möglicherweise nie ereignet.
Es gab auch Stimmen, die sagten, dass man vom Fahrgast keine Provision verlangen dürfe und dies rechtswidrig sei:
Das dürfen sie nicht. Das ist rechtswidrig. #UberVerklagt sie.
— Kozan Demircan (@Khosann) 11. Dezember 2023
Die Wahrheit ist folgende:
Der Taxifahrer findet Kunden über Uber, sagt aber zu Uber: „Ich werde dich kostenlos nutzen. Die Servicegebühr soll der Kunde zahlen.“
...Das heißt, weil wir ein Taxi über Uber gerufen haben, zahlen WIR eine zusätzliche Gebühr an Uber. Dabei sollte Uber eigentlich eine Provision vom Fahrgast... https://t.co/FJjCmRf0r8
Nachrichtenquelle: 12punto
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