Neue Forschung zum Tastsinn! Nicht nur auf Nerven beschränkt
Die Studie hat ergeben, dass der Tastsinn nicht nur durch die dafür empfindlichen Nerven in der Haut, die sogenannten „Mechanorezeptoren“, wahrgenommen wird, sondern auch über die Haarfollikel.
Wie Science Alert berichtet, haben Wissenschaftler des Imperial College London in Großbritannien den Tastsinn und dessen Wahrnehmung untersucht.
WENN HAARFOLLIKELZELLEN MECHANISCH REIZT WERDEN, REAGIEREN DIE SENSORISCHEN NERVEN
Im Rahmen der Studie wurden zunächst Haarproben von männlichen Teilnehmern im Alter zwischen 23 und 54 Jahren mittels Elektronenmikroskopie und RNA-Sequenzierung analysiert.
Es wurde festgestellt, dass die äußere Wurzelscheide (ORS) in den „Haarfollikeln“, dem unter der Haut liegenden Teil der Haare, einen höheren Anteil an berührungsempfindlichen Rezeptoren aufweist als Hautzellen.
In der zweiten Phase wurden menschliche Haarfollikelzellen und sensorische Nerven genauer untersucht. Die Beobachtungen ergaben, dass die sensorischen Nerven reagieren und eine Berührung wahrgenommen wird, wenn die Haarfollikelzellen mechanisch stimuliert werden.

Es stellte sich heraus, dass die ORS-Zellen die Neurotransmitter Serotonin und Histamin aus kleinen Bläschen, sogenannten „Vesikeln“, freisetzen, um Signale an die umliegenden Zellen zu senden.
Als die Experimente schließlich unter Verwendung von Hautzellen anstelle von Follikelzellen wiederholt wurden, beobachtete man, dass die Hautzellen zwar ebenfalls Histamin freisetzten, die Menge des freigesetzten Serotonins jedoch deutlich geringer war.
Es wurde ermittelt, dass die Haarfollikelzellen mit den „niedrigschwelligen Mechanorezeptoren“ (LTR) interagieren, die besonders empfindlich auf leichte Berührungen reagieren und zu den Mechanorezeptoren gehören, die die Wahrnehmung von Berührungen ermöglichen.
Claire Higgins, eine der Autorinnen der Studie, erklärte, dass noch unklar sei, warum Haarfollikel bei leichten Berührungen diese Aufgabe übernehmen. Sie fügte hinzu, dass sie die Beziehung zwischen den Haarfollikelzellen, die eine Vielzahl von Nervenenden beherbergen, und den sensorischen Nerven weiter untersuchen möchten.
Die Forscher betonten, dass zukünftige Studien zu Haarfollikeln und Histamin, das bekanntermaßen mit entzündlichen Hauterkrankungen wie Ekzemen in Verbindung steht, dazu beitragen könnten, Lösungen oder präventive Behandlungen für diese Krankheiten zu entwickeln.
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.
Nachrichtenquelle: AA
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