100 Strafanzeigen gegen Melih Gökçek, null Ermittlungen!
Während die AKP-Regierung die CHP-geführten Kommunen mit juristischen Mitteln unter Druck setzt, wurden die Akten von Melih Gökçek ignoriert, obwohl 100 Ermittlungsakten gegen ihn erstellt wurden und er nicht einmal zur Aussage vorgeladen wurde.
Die Regierung setzt ihre Operationen gegen CHP-geführte Kommunen mit Hilfe der Justiz fort. Ermittlungen gegen AKP-geführte Kommunen hingegen verlaufen im Sande.
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung Ankara (ABB), Mansur Yavaş, hatte daran erinnert, dass sie 100 Ermittlungsakten zur Amtszeit des AKP-Politikers Melih Gökçek an die Staatsanwaltschaft übergeben hätten, Gökçek jedoch nicht einmal zur Aussage vorgeladen worden sei.
Yavaş, der nach den Kommunalwahlen am 31. März 2019 das Bürgermeisteramt antrat, wies als erste Amtshandlung das Revisionsamt an, die Ausgaben, Ausschreibungen und Transaktionen während der Ära von Melih Gökçek detailliert zu prüfen. Infolge dieser Untersuchungen wurden etwa 100 separate Strafanzeigen gegen zahlreiche Personen, darunter auch den ehemaligen Bürgermeister Gökçek, wegen verschiedener Vorwürfe wie „Amtsmissbrauch, Pflichtverletzung, Manipulation von Ausschreibungen und Schädigung der öffentlichen Hand“ erstattet. Bislang wurde jedoch kein gerichtliches Verfahren zu diesen Akten eingeleitet.
DIE SCHÄDEN DER ÄRA GÖKÇEK
Zu den Akten, die die Stadtverwaltung Ankara an die Staatsanwaltschaft weiterleitete, gehörte auch der öffentlich bekannte Ankapark. Neben dem Ankapark-Projekt, das mit Ausgaben von rund 801 Millionen Dollar realisiert wurde, aber mittlerweile brachliegt, wurden viele weitere Fälle, in denen kommunale Ressourcen unsachgemäß verwendet wurden, der Justiz übergeben. Dazu zählen Unregelmäßigkeiten bei Hubschrauber-Mietverträgen, der Privatisierungsprozess von Belbeton, die Übertragung von Aushubeinnahmen an Osmanlıspor sowie Verluste bei der Beschaffung von Zierpflanzen. Einige der hervorstechenden Beispiele sind:
Seilbahnprojekt: Es wurde festgestellt, dass dem Unternehmen, das die Seilbahnlinie betrieb, unrechtmäßig Arbeitserweiterungen gewährt und eine nicht gerechtfertigte Fristverlängerung eingeräumt wurden. Auf diesem Weg seien insgesamt 43 Millionen TL an unrechtmäßigen Zahlungen geleistet worden.
BELYA-Privatisierung: Es wurde behauptet, dass die ABB-Tochtergesellschaft BELYA, die 2012 für 9 Millionen TL privatisiert wurde, in Wirklichkeit einen Wert von 26,7 Millionen TL hatte und das Unternehmen nach der Privatisierung weiterhin finanziell aus kommunalen Mitteln unterstützt wurde.
Yenikent-Stadion: Es wurde erklärt, dass für das Yenikent-Stadion, das Osmanlıspor für 25 Jahre kostenlos überlassen wurde, innerhalb von nur einem Jahr 2 Millionen TL aus dem kommunalen Haushalt ausgegeben wurden.
Anket A.Ş. und Personal mit moldawischer Staatsangehörigkeit: Informationen aus den Akten belegen, dass die moldawische Staatsbürgerin Ana A., die bei der ABB-Tochtergesellschaft Anket A.Ş. als „manuelle Therapeutin“ eingestellt wurde, im Wohnsitz des Bürgermeisters eingesetzt und zu jener Zeit mit einem Gehalt von 3.800 TL beschäftigt wurde.
Übertragung von Immobilien: Es wurde angegeben, dass einige Immobilien der Stadtverwaltung durch Ratsbeschlüsse und Flächennutzungsänderungen bewusst und rechtswidrig an FETÖ-Mitglieder übertragen wurden.
Kläranlage Tatlar: Obwohl die ABB-Versammlung eine Kreditaufnahme von 536 Millionen TL zur Erneuerung der Kläranlage Tatlar genehmigt hatte, wurde behauptet, dass dieses Geld für andere Bereiche ausgegeben wurde.
Nachrichtenquelle: 12punto
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