100 Tote nach Erdbeben: Urteil im Prozess um das Hisami-Apartment gefallen
Im Prozess um das beim Erdbeben vom 6. Februar 2023 mit Zentrum in Kahramanmaraş eingestürzte Hisami-Apartment in Diyarbakır, bei dem 100 Menschen ums Leben kamen und 32 verletzt wurden, wurden 4 Angeklagte zu jeweils 17 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.
Im Prozess um das beim Erdbeben vom 6. Februar 2023 mit Zentrum in Kahramanmaraş eingestürzte Hisami-Apartment in Diyarbakır, bei dem 100 Menschen ums Leben kamen und 32 verletzt wurden, wurden die inhaftierten Angeklagten – zwei Bauunternehmer und zwei Grundstückseigentümer – zu jeweils 17 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt.
Bei der Verhandlung vor dem 6. Schwurgericht in Diyarbakır wurden die inhaftierten Bauunternehmer Mehmet Ali Korkut und Mehmet Meşe sowie die Grundstückseigentümer Nurettin Özcan und Ahmet Özcan per Video- und Audiosystem (SEGBİS) aus ihren jeweiligen Haftanstalten zugeschaltet.
Während der Verhandlung erklärten die Nebenkläger, dass sie bei dem Einsturz des Gebäudes Angehörige verloren hätten, und forderten die Bestrafung der Angeklagten.
Der Staatsanwalt plädierte in seinem Schlussantrag auf eine Verurteilung der Angeklagten und die Fortdauer der Untersuchungshaft.
Der Angeklagte Korkut wiederholte seine früheren Aussagen, beteuerte seine Unschuld und beantragte seine Freilassung sowie einen Freispruch.
Meşe behauptete, er habe das Gebäude ohne Mängel errichtet und das Gebäude sei erst durch spätere Eingriffe beschädigt worden. Er sagte: "Ich lag beim Erdbeben selbst unter den Trümmern. Ich kann mein Leben im Gefängnis nicht alleine bewältigen. Ich kann meine rechte Hand nicht benutzen. Meine Behandlung muss außerhalb des Gefängnisses erfolgen. Ich sitze schon lange in Untersuchungshaft. Ich beantrage meine Freilassung und meinen Freispruch."
Der Angeklagte Nurettin Özcan behauptete, er sei lediglich der Grundstückseigentümer gewesen und habe in keiner Weise in den Bau eingegriffen; er beantragte ebenfalls seine Freilassung und einen Freispruch.
JEWEILS 17 JAHRE UND 6 MONATE HAFT
Ahmet Özcan argumentierte ebenfalls, er habe nichts getan, was das Gebäude zusätzlich belastet hätte, und forderte seine Freilassung sowie einen Freispruch.
Nach den Plädoyers entschied das Gericht, die Angeklagten wegen "bewusster Fahrlässigkeit, die zum Tod und zur Verletzung mehrerer Personen führte", zu jeweils 17 Jahren und 6 Monaten Haft zu verurteilen.
Das Gericht ordnete die Fortdauer der Untersuchungshaft für drei der Angeklagten an, während es die Freilassung des Angeklagten Meşe aufgrund gesundheitlicher Probleme beschloss.
Nachrichtenquelle: 12punto
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