Ahmet Hakan nimmt Yavaş ins Visier, der auf Bahçelis „Öcalan“-Aufruf reagierte: „Sehr berechnend, sehr geplant, sehr opportunistisch, sehr unaufrichtig“
Der Bürgermeister von Ankara, Mansur Yavaş, reagierte auf den Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli bezüglich des Terroristenführers Abdullah Öcalan. Ahmet Hakan, Chefredakteur der regierungsnahen Zeitung Hürriyet, nahm Yavaş ins Visier.
Der Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli bezüglich Abdullah Öcalan, dem Anführer der Terrororganisation PKK, bleibt ein zentrales Thema auf der Tagesordnung.
Der Bürgermeister der Stadtverwaltung von Ankara (ABB), Mansur Yavaş, reagierte auf Bahçelis Aufsehen erregenden Aufruf mit den Worten: „Dass jemand, der sowohl von türkischen Gerichten als auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als Terroristenführer und Anführer einer Terrororganisation anerkannt wurde und dessen Strafe bestätigt ist, als Gesprächspartner akzeptiert wird, widerspricht tatsächlich dem Rechtssystem in der Türkei.“ In seiner jüngsten Erklärung bewertete Yavaş die Situation wie folgt: „Niemand hat in diesen Angelegenheiten irgendeine Befugnis. Niemand hat das Recht, der Türkei eigenmächtig und nach eigenem Ermessen irgendetwas aufzuzwingen. Das letzte Wort gehört allein der türkischen Nation.“
Ahmet Hakan, Chefredakteur der für ihre Nähe zur Regierung bekannten Zeitung Hürriyet, äußerte sich kritisch zu diesen Aussagen von Yavaş.
„Hat sich Mansur Yavaş wirklich so sehr über die Einbeziehung Öcalans als Gesprächspartner gesorgt und sich daran festgebissen? Oder ist der eigentliche Grund für seine Haltung ein anderer?“ fragte Ahmet Hakan und fügte hinzu: „Dass Mansur Yavaş sich nun aus der Deckung wagt, erscheint mir sehr berechnend, sehr geplant, sehr opportunistisch und sehr unaufrichtig.“ Er ergänzte:
„Hätte er bis heute zu den vielen diskutierten nationalen Themen auch nur eine winzige Haltung eingenommen, ein kleines Zeichen gesetzt oder zwei Zeilen Meinung geäußert, hätte ich das niemals so gedacht.“
Hier ist der entsprechende Abschnitt aus Ahmet Hakans heutigem Artikel mit dem Titel „Mansur Yavaş wagt sich aus der Deckung“:
„Mansur Yavaş, der bisher immer vorgezogen hat zu schweigen, sich in nichts einzumischen und selbst wenn die Welt unterginge, Kommentare zu vermeiden, konnte zum ersten Mal zu einem Thema Stellung beziehen.
Mansur Yavaş widerspricht Devlet Bahçelis Vorstoß bezüglich Öcalan. Er sagt so etwas wie: ‚Ein Terroristenführer kann nicht als Gesprächspartner akzeptiert werden.‘
Hat sich Mansur Yavaş wirklich so sehr über die Einbeziehung Öcalans als Gesprächspartner gesorgt und sich daran festgebissen?
Oder ist der eigentliche Grund für seine Haltung ein anderer?
Zum Beispiel so etwas:
Könnte Mansur Yavaş die Botschaft senden: ‚Ich bin auch im Rennen um die Präsidentschaft‘?
Könnte er sogar Ekrem İmamoğlu sagen: ‚Halt! Du bist nicht der einzige Kandidat. Ich bin auch hier. Rechne auch mit mir. Schau, sobald ich ein Thema finde, das mir Rückenwind gibt, wage ich mich so aus der Deckung. Unterschätze mich nicht‘?
Dass Mansur Yavaş sich aus der Deckung wagt...
Das erscheint mir sehr berechnend, sehr geplant, sehr opportunistisch und sehr unaufrichtig.
Hätte er bis heute zu den vielen diskutierten nationalen Themen auch nur eine winzige Haltung eingenommen, ein kleines Zeichen gesetzt oder zwei Zeilen Meinung geäußert...
Hätte ich das niemals so gedacht.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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