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Akademiker aus der Ägäis-Region kritisieren Entscheidung der Universität Istanbul zur Annullierung von Diplomen

Die Entscheidung der Universität Istanbul, die Diplome von 28 Personen zu annullieren, da sie die vor 35 Jahren erfolgten Studienplatzwechsel als unrechtmäßig einstufte, hat in akademischen Kreisen für große Empörung gesorgt. Prof. Dr. Ömer Lütfi Değirmenci, Vorsitzender des Verbandes der Dozenten der Ägäis (EGÖDER), erklärte, die Entscheidung schade der akademischen Freiheit und sei ein juristischer Skandal. Die Akademiker argumentieren, dass die Universität unter politischem Druck gehandelt habe, und äußerten die Befürchtung, dass solche Eingriffe die Glaubwürdigkeit der akademischen Welt erschüttern würden.

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Akademiker aus der Ägäis-Region kritisieren Entscheidung der Universität Istanbul zur Annullierung von Diplomen

Die Entscheidung des Vorstands der Universität Istanbul, die Studienplatzwechsel aus dem Jahr 1990 als unrechtmäßig zu bewerten und die Diplome von 28 Absolventen zu annullieren, hat in der akademischen Welt für heftige Reaktionen gesorgt. Unter den Betroffenen der Diplomauslöschung befindet sich auch der Bürgermeister der Stadt Istanbul, Ekrem İmamoğlu.

„EIN JURISTISCHER SKANDAL, DER DER AKADEMISCHEN FREIHEIT SCHADET“

Prof. Dr. Ömer Lütfi Değirmenci, Vorsitzender des Verbandes der Dozenten der Ägäis (EGÖDER), erklärte, dass diese Entscheidung die Unabhängigkeit der Universitäten gefährde: „Eine solche Praxis schadet der akademischen Freiheit und ist mit den Grundprinzipien des Rechts unvereinbar. Universitäten müssen unabhängig von politischem Druck agieren, andernfalls geht die akademische Glaubwürdigkeit verloren.“

POLITISCHER KONTEXT UND DISKUSSIONEN ÜBER DAS TIMING

Dass die Entscheidung kurz vor der von der CHP für den 23. März 2025 geplanten Vorwahl getroffen wurde, verstärkte die Vorwürfe, dass es sich bei dem Prozess um eine politische Einflussnahme handele. Während erwartet wird, dass Ekrem İmamoğlu bei dieser Wahl als Präsidentschaftskandidat antritt, wurde das Timing des Schrittes der Universität Istanbul von Akademikern als bezeichnend empfunden.

JURISTISCHE DIMENSION UND VERLETZUNG ERWORBENER RECHTE

Akademiker und Juristen betonen, dass die vor 35 Jahren durchgeführten Studienplatzwechsel in der Verantwortung der damaligen Universitätsverwaltung lagen und die Bestrafung der heutigen Absolventen rechtswidrig sei. EGÖDER warnte, dass dieser Zustand nicht nur Einzelpersonen, sondern das gesamte Bildungssystem bedrohe: „Wenn diese Entscheidung heute getroffen werden kann, könnten morgen ähnliche Praktiken für andere Absolventen auf die Tagesordnung kommen.“

GESELLSCHAFTLICHE AUSWIRKUNGEN UND DIE UNABHÄNGIGKEIT DER AKADEMIE

EGÖDER betonte, dass diese Entscheidung auch den gesellschaftlichen Frieden gefährde und dass akademische Institutionen frei von politischer Einflussnahme sein müssten. In der Erklärung wurde zum Ausdruck gebracht, dass sich Universitäten auf Wissenschaft und Bildung konzentrieren sollten und politische Entscheidungen der akademischen Welt schadeten.

AUFRUF ZUR ACHTUNG DES RECHTS

Abschließend forderten die Akademiker die politische Führung dazu auf, im Einklang mit den universellen Rechtsgrundsätzen zu handeln und die Unabhängigkeit des Bildungssystems zu wahren. EGÖDER reagierte auf die Entscheidung mit den Worten: „Die Akademie muss über der Politik stehen. Es ist inakzeptabel, Universitäten zu einem Instrument des Drucks zu machen.“

Die vollständige Presseerklärung des Vorstands des Verbandes der Dozenten der Ägäis (EGÖDER) lautet wie folgt:

Der Vorstand der Universität Istanbul hat am 18. März 2025, dem 110. Jahrestag des Sieges von Çanakkale, eine Entscheidung getroffen, mit der die Studienplatzwechsel von 10 Personen, deren Verbindung zur Universität bereits zuvor gelöst worden war, annulliert wurden, da diese angeblich 1990 unrechtmäßig erfolgt seien. Zudem wurde beschlossen, sowohl die Studienplatzwechsel als auch die Diplome von 28 Personen zu annullieren, die ihr Studium an der Universität abgeschlossen und ein Diplom erhalten haben; unter ihnen befindet sich auch der Bürgermeister der Stadt Istanbul, Ekrem İmamoğlu. 

Wie bekannt ist, wird Herr Ekrem İmamoğlu als Kandidat an der Vorwahl teilnehmen, die die CHP am 23. März 2025 mit allen Mitgliedern durchführen wird, um ihren Präsidentschaftskandidaten zu bestimmen, und er ist die Person, die voraussichtlich bei den nächsten Wahlen der Präsidentschaftskandidat der CHP sein wird. Er wurde zum zweiten Mal mit einem großen Stimmenvorsprung zum Bürgermeister der Stadt Istanbul gewählt. Unter denjenigen, deren Diplome annulliert wurden, befinden sich neben einem unserer Kollegen, der derzeit als Professor an der Universität tätig ist, auch Geschäftsleute, die in wichtigen Unternehmen unseres Landes Führungspositionen innehaben. Natürlich ist niemand von Ermittlungen, Gerichtsverfahren und Bestrafungen ausgenommen, aber die Bestrafung der Anspruchsberechtigten 35 Jahre nach der Antragstellung, bei einem Vorgang, bei dem die Verwaltung die alleinige Verantwortung trägt, ist eine Situation, die mit keiner Rechtstheorie zu erklären ist.

Als EGÖDER bewerten wir diese Entscheidung des Vorstands der Universität Istanbul als eine juristische Absurdität und sind der Ansicht, dass der Vorstand der ersten und traditionsreichsten Universität unseres Landes diese Entscheidung genau im Einklang mit den Erwartungen der politischen Macht und aus politischen Gründen unterzeichnet hat. Wir denken und sehen, dass die Akademie mit dieser Entscheidung leider für politische Zwecke instrumentalisiert wurde und dies zu nicht wiedergutzumachenden Benachteiligungen führen wird. Als EGÖDER bewerten wir die fragliche Entscheidung nicht nur als einen Akt gegen Ekrem İmamoğlu oder die akademische Welt, sondern eigentlich gegen die gesamte Gesellschaft, und wir glauben, dass die Auswirkungen die Gesellschaft weiter anspannen und das ohnehin problematische Friedensklima unseres Landes weiter schädigen werden.

Andererseits sehen wir mit dieser Entscheidung, dass die Ehre unserer Universitäten und der Akademie erneut durch politische Interessen beschmutzt wurde, dass zugelassen wurde, dass Ethik, Moral und Vertrauen in den Augen der Gesellschaft mit Füßen getreten werden, und dass unter diesen Bedingungen in unserem Land kein erworbenes Recht mehr unter Schutz stehen kann. Aus all diesen Gründen betrachten wir es als unsere Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass wir dies zutiefst bedauern.

Zum Abschluss unserer Presseerklärung fordern wir als Verband der Dozenten der Ägäis die politische Führung erneut dazu auf, sich auf den politischen Bereich zu beschränken und im Einklang mit dem Recht und universellen Prinzipien zu handeln.



Nachrichtenquelle: 12punto

Universität Istanbul