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Alarmglocken im Istanbuler Verkehr: 1,2 Millionen neue Fahrzeuge in 6 Jahren

Die 1 Million 221 Tausend neuen Autos, die nach der Pandemie auf Istanbuls Straßen hinzugekommen sind, haben das bereits chronische Verkehrsproblem der Stadt weiter verschärft. Experten weisen darauf hin, dass die bestehende Infrastruktur dieser Belastung nicht gewachsen ist, und betonen, dass Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und alternative Transportmöglichkeiten beschleunigt werden müssen.

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Alarmglocken im Istanbuler Verkehr: 1,2 Millionen neue Fahrzeuge in 6 Jahren

Die Verkehrsdichte in Istanbul ist längst kein Problem mehr, das nur zu den Stoßzeiten am Morgen und Abend auftritt. Die Staus auf den Hauptverkehrsadern, die selbst nachts, an Wochenenden und in den Ferienzeiten entstehen, sind zu einem dauerhaften Bestandteil des städtischen Lebens geworden. Daten des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) zeigen, dass der rasante Anstieg der Fahrzeugzahlen in der Stadt in den letzten sechs Jahren dieses Bild weiter verschlechtert hat.

FAHRZEUGZAHL IN DER TÜRKEI IN 6 JAHREN UM 40 PROZENT GESTIEGEN

Laut TÜİK-Daten ist die Gesamtzahl der Autos in der Türkei zwischen April 2020 und April 2026 um mehr als 5 Millionen gestiegen. Der Automobilbestand, der vor sechs Jahren noch 12 Millionen 661 Tausend betrug, wuchs um etwa 40 Prozent auf 17 Millionen 697 Tausend an.

Experten führen diesen Anstieg auf Faktoren wie die Verbreitung individueller Transportpräferenzen nach der Pandemie, die Betrachtung des Autos als Investitionsobjekt im Umfeld hoher Inflation und die Tatsache zurück, dass die Fahrzeugbesitzquote in der Türkei immer noch unter dem europäischen Durchschnitt liegt.

JEDES VIERTE AUTO IST IN ISTANBUL

Ein erheblicher Teil der Autos in der Türkei konzentriert sich auf die Großstädte. Istanbul, Ankara und Izmir beherbergen 42 Prozent des gesamten Automobilbestands des Landes.

Die Zahl der Autos in Istanbul, die im Jahr 2020 bei 2 Millionen 904 Tausend lag, erreichte bis 2026 4 Millionen 125 Tausend. Damit trägt mittlerweile jedes vierte Auto in der Türkei ein Istanbuler Kennzeichen.

Während die Fahrzeugzahl in Ankara im gleichen Zeitraum um 46 Prozent auf 2 Millionen 212 Tausend stieg, überschritt die Zahl der Autos in Izmir erstmals die Grenze von 1 Million.

ANATOLISCHE PROVINZEN BEI WACHSTUMSRATE VORN

Der Anstieg beim Fahrzeugbesitz beschränkte sich nicht nur auf die Großstädte. Das schnellste Wachstum bei der Zahl der Autos wurde in den letzten sechs Jahren mit 70 Prozent in Batman verzeichnet. Auf Batman folgten Muş und Trabzon.

Auch in Städten mit hoher Bevölkerungszahl und wirtschaftlicher Aktivität wie Antalya, Konya, Bursa, Gaziantep und Samsun erreichten die Zuwachsraten bei den Fahrzeugzahlen bemerkenswerte Niveaus.

ANZAHL DER MOTORRÄDER IN ISTANBUL NÄHERT SICH 1 MILLION

Wer dem Verkehr entkommen wollte und nach wirtschaftlicheren Transportmöglichkeiten suchte, entschied sich für das Motorrad. Die Zahl der Motorräder in Istanbul, die 2020 bei etwa 340 Tausend lag, stieg bis 2026 auf über 931 Tausend.

Unter dem Einfluss des Wachstums im E-Commerce und im Kuriersektor hat sich der Motorradbestand in der Stadt in den letzten sechs Jahren um 174 Prozent erweitert. Heute ist jedes fünfte in Istanbul zugelassene Kraftfahrzeug ein Motorrad.

INFRASTRUKTUR BLEIBT UNZUREICHEND

Trotz des rasanten Anstiegs der Fahrzeugzahlen sind die Straßenkapazitäten, Parkflächen, Investitionen in Schienensysteme und alternative Transportlösungen nicht im gleichen Maße mitgewachsen. Experten zufolge liegt der Grund für das Verkehrsproblem nicht nur im Anstieg der Fahrzeugzahlen, sondern auch in Mängeln bei der Stadtplanung und Infrastruktur.

Obwohl die Zahl der Autos pro tausend Einwohner in der Türkei hinter dem europäischen Durchschnitt zurückbleibt, zeigt die insbesondere in den Großstädten herrschende Dichte, dass das bestehende Verkehrssystem seine Grenzen erreicht hat. Experten sind sich einig, dass neben neuen Straßenbauprojekten auch der öffentliche Nahverkehr gestärkt, das Parkraummanagement neu geordnet und Mikromobilitätslösungen verbreitet werden müssen.

 



Nachrichtenquelle: 12punto