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Anklageschrift gegen ehemaligen MİT-Mitarbeiter Önder Sığırcıkoğlu: 'Lebenslange Haft und 35 Jahre Gefängnis gefordert'

Die Ermittlungen gegen den ehemaligen MİT-Mitarbeiter Önder Sığırcıkoğlu, der bei einer grenzüberschreitenden Operation des MİT an der syrisch-libanesischen Grenze gefasst und in die Türkei gebracht wurde, sind abgeschlossen.

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Anklageschrift gegen ehemaligen MİT-Mitarbeiter Önder Sığırcıkoğlu: 'Lebenslange Haft und 35 Jahre Gefängnis gefordert'

Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen MİT-Mitarbeiter Önder Sığırcıkoğlu abgeschlossen, der bei einer grenzüberschreitenden Operation des MİT an der syrisch-libanesischen Grenze gefasst und in die Türkei überstellt wurde. In der erstellten Anklageschrift wird für den Angeklagten wegen Spionagevorwürfen eine lebenslange Haftstrafe sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu 35 Jahren gefordert.

In der Anklageschrift, die vom Büro für Terrorstraftaten der Generalstaatsanwaltschaft Ankara erstellt und vom 28. Schwurgericht Ankara angenommen wurde, werden die jahrelange Fluchtgeschichte von Önder Sığırcıkoğlu, seine begangenen Taten und seine Beziehungen zu ausländischen Geheimdiensten detailliert dargelegt.

ER HATTE KOMMANDEURE DER FREIEN SYRISCHEN ARMEE AN DAS ASSAD-REGIME AUSGELIEFERT

In der Anklageschrift wurde daran erinnert, dass Sığırcıkoğlu, der 1993 seine Tätigkeit beim MİT aufnahm, nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs in den Flüchtlingslagern im Bezirk Yayladağı in Hatay eingesetzt wurde. Es wurde festgestellt, dass der Angeklagte die durch seine Position gebotenen Möglichkeiten nutzte, um Informationen über Flüchtlinge, die dem Assad-Regime gegenüber kritisch eingestellt waren, sowie interne Arbeitsabläufe und MİT-Berichte an den syrischen Geheimdienst weiterzugeben.

Die auffälligste Tat in der Vergangenheit von Sığırcıkoğlu war die Planung und Durchführung der Entführung der Kommandeure der Freien Syrischen Armee (FSA), Oberstleutnant Hussein Harmoush und Major Mustafa Kassum, und deren Auslieferung an das Assad-Regime. Der Angeklagte war aufgrund dieses Verbrechens im Jahr 2012 vom 10. Schwurgericht Adana zu 20 Jahren Haft verurteilt worden.

FLUCHT WÄHREND DES HAFTURLAUBES UND 10 JAHRE ARBEIT FÜR DAS REGIME

Die Anklageschrift enthält folgende Feststellungen zum Leben von Sığırcıkoğlu auf der Flucht, nachdem er 2014 während seiner Verlegung in die offene Vollzugsanstalt Osmaniye die ihm gewährte 10-stündige Reiseerlaubnis zur Flucht nach Syrien genutzt hatte:

Zusammenarbeit mit dem syrischen und russischen Geheimdienst: Der Angeklagte, der zwischen 2014 und 2024 unter dem Schutz des Assad-Regimes in Syrien lebte, gab in diesem Zeitraum sowohl dem syrischen als auch dem russischen Geheimdienst Informationen über die Aktivitäten und die Struktur des MİT weiter, die als Staatsgeheimnisse eingestuft waren.

Enttarnung von MİT-Personal: Um seine Loyalität gegenüber dem Regime zu beweisen, gab Sığırcıkoğlu einem Journalisten in Syrien ein Interview, in dem er die Namen einiger aktiver MİT-Mitarbeiter nannte und diese somit enttarnte.

FLUCHT NACH DEM STURZ DES REGIMES UND FESTNAHME DURCH DEN MİT AN DER GRENZE

Nachdem Sığırcıkoğlu im Dezember 2024 nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien seinen Schutzherrn verloren hatte, floh er zunächst in den Libanon und dann nach Russland. Nachdem er eine Zeit lang in Russland gelebt hatte, kehrte er in die Region zurück, wurde jedoch bei einer gezielten Operation des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT) an der syrisch-libanesischen Grenze gefasst und in die Türkei gebracht.

ANTRAG AUF "GEHEIME" VERHANDLUNGEN

Gegen Önder Sığırcıkoğlu, dem vor dem 28. Schwurgericht Ankara der Prozess gemacht wird, wird wegen "Beschaffung von Informationen, die als Staatsgeheimnis gelten, zum Zwecke der politischen Spionage" und "Offenlegung von Informationen, die als Staatsgeheimnis zur Sicherheit des Staates gelten, zum Zwecke der Spionage" eine lebenslange Haftstrafe sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu 35 Jahren gefordert.

Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem, die Verhandlungen aufgrund des hohen Grades an Staatsgeheimnissen und aus Gründen der nationalen Sicherheit unter Ausschluss der Öffentlichkeit (nicht öffentlich) durchzuführen.


Nachrichtenquelle: 12punto