Besorgniserregende Warnung eines Experten vor möglichem Marmara-Erdbeben! 'Alle Anrainer des Marmarameeres...'
Experten warnen, dass die Auswirkungen des erwarteten schweren Erdbebens im Marmarameer nicht auf Istanbul beschränkt bleiben, sondern zahlreiche Provinzen in der Region betreffen werden.
Prof. Dr. Haluk Eyidoğan, der am „Workshop für katastrophenresistentes Tekirdağ“ teilnahm, erklärte, dass die in der Öffentlichkeit weit verbreitete Bezeichnung des erwarteten Bebens im Marmarameer als „Istanbul-Erdbeben“ eine falsche Wahrnehmung fördere. Laut Eyidoğan hat ein potenzielles schweres Erdbeben das Potenzial, nicht nur Istanbul, sondern sieben bis zehn Provinzen rund um das Marmarameer schwer zu treffen.
Eyidoğan wies darauf hin, dass das Zentrum des erwarteten Bebens das Marmarameer sein werde: „Man spricht immer vom ‚Istanbul-Erdbeben‘, aber das Beben wird nicht in Istanbul, sondern im Marmarameer stattfinden. Sollte sich im Marmarameer ein Beben der Stärke 7 oder höher ereignen, wären sieben bis zehn Provinzen mit Küste zum Marmarameer, allen voran Istanbul, betroffen. Daher ist dies kein Istanbul-Erdbeben, sondern ein Marmara-Erdbeben.“
Der Experte betonte zudem, dass ein Erdbeben der Stärke 7 oder höher im Marmarameer nicht nur die unmittelbare Region treffen, sondern auch soziale und wirtschaftliche negative Folgen für die gesamte Türkei haben könnte.
Prof. Dr. Eyidoğan merkte an, dass das Erdbebenrisiko nicht nur auf die Provinzen beschränkt sei, durch die eine Verwerfungslinie verläuft: „Es gibt Provinzen, durch die eine Verwerfung verläuft, die aber nicht zerstört werden, und es gibt Provinzen, die weit von der Verwerfung entfernt liegen und dennoch zerstört werden. Das haben wir bei den Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş deutlich gesehen. Man darf das Ereignis also nicht allein auf die Verwerfung reduzieren. Hätten wir das getan, wäre Avcılar beim Erdbeben vom 17. August 1999 mit Zentrum in Gölcük nicht zerstört worden. Große Erdbeben sind daher regionale Erdbeben; wenn es Fehler in der Bausubstanz, im Boden oder in den Gebäuden gibt, findet das Beben diese und zerstört sie. Das ist eine Tatsache. Die Zerstörung lässt sich nicht allein durch die Verwerfung erklären. Fehler in der Bauweise und im Boden kommen bei großen Erdbeben zwangsläufig zum Vorschein.“
Eyidoğan erklärte, dass für die Verringerung von Verlusten an Menschenleben und Eigentum in den Städten korrekte Bodenuntersuchungen, eine geeignete Standortwahl und die Stärkung von Kontrollmechanismen von entscheidender Bedeutung seien. Er wies auf die Gefahren durch falsche Bebauungspläne sowie durch Bauvorhaben in Gebieten mit Erdrutsch- und Verflüssigungsrisiko hin und betonte, dass dort keine Baugenehmigungen erteilt werden dürften.
Darüber hinaus erklärte Eyidoğan, dass Fehler während des Bauprozesses die Widerstandsfähigkeit gegen Erdbeben verringerten: „Der erste Fehler ist die Ansiedlung an ungeeigneten Standorten für Gebäude. Der zweite Fehler ist die Freigabe solcher Gebiete für die Bebauung. Daher müssen solche Orte für den Bau gesperrt werden. Selbst wenn es kein Bodenproblem gibt, gibt es Fehler, die während des Bauprozesses gemacht werden. Wir haben also auch bei der erdbebensicheren Bauweise ernsthafte Defizite. Wenn all diese Faktoren zusammenkommen, gibt es keine Hoffnung, dem Erdbeben zu entkommen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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