Bis zu 13 Jahre und 6 Monate Haft für CHP-Busfahrer gefordert
Gegen Gökhan Gülyurt, den Fahrer des Busses, der CHP-Abgeordnete und stellvertretende Parteivorsitzende beförderte, wurde Anklage erhoben. Ihm wird vorgeworfen, den Anweisungen der Polizei zum Anhalten nicht Folge geleistet und das Fahrzeug auf die Beamten zugesteuert zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert wegen des Tatbestands des 'Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte' in Tateinheit eine Freiheitsstrafe von bis zu 13 Jahren und 6 Monaten.
In der von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara erstellten Anklageschrift sind die Polizeibeamten Mehmet Ö., Okan A., Okan Y., Sare Y. und Yasemin K. von der Verkehrspolizei als Nebenkläger aufgeführt, während der Busfahrer Gökhan Gülyurt als Beschuldigter geführt wird.
Den Informationen in der Anklageschrift zufolge war der vom Beschuldigten Gülyurt gesteuerte Dienstbus mit dem Kennzeichen 06 CHP 66, in dem sich CHP-Abgeordnete und stellvertretende Parteivorsitzende befanden, am 23. April auf dem Weg vom Hipodrom-Boulevard in Richtung Talatpaşa-Boulevard unterwegs. Die Polizeibeamten Sare Y. und Okan A. versuchten, das Fahrzeug anzuhalten, indem sie 'Stopp'-Signale gaben, um die Fahrtrichtung des Busses zu erfragen.
Gülyurt steuerte das Fahrzeug auf Sare Y. und Okan A. zu, bog dann vom Talatpaşa-Boulevard in den Altınsoy-Boulevard ein und fuhr in Richtung des Justizpalastes von Ankara weiter.
Obwohl der vor dem Justizpalast diensthabende Polizeibeamte Mehmet Ö. durch Handzeichen beharrlich zum Anhalten aufforderte, stoppte das Fahrzeug nicht. Mehmet Ö. musste zur Seite springen, um nicht vom Bus erfasst zu werden.
BUS ALS WAFFE EINGESTUFT
Laut seiner in der Anklageschrift festgehaltenen Aussage erklärte Gülyurt, er habe mit dem für den Parteivorsitzenden bereitgestellten Dienstbus, in dem sich 17 Abgeordnete und 2 stellvertretende Parteivorsitzende befanden, zum alten Parlamentsgebäude in Ulus fahren wollen.
Gülyurt gab an, die Straße vor dem Justizpalast genutzt zu haben, um den Zeitplan einzuhalten: "Die Polizei wollte den Bus anhalten. Aufgrund des Gewichts des Busses war mein Bremsweg jedoch zu lang, sodass ich nicht anhalten konnte. Um den Termin einzuhalten, forderten mich die Abgeordneten und unsere stellvertretenden Parteivorsitzenden auf, die Fahrt fortzusetzen."
Da Gülyurt den Bus, der als Waffe eingestuft wurde, auf die Nebenkläger zusteuerte, wurde dies als Anwendung von Gewalt gewertet. In der Anklageschrift wird ausgeführt, dass der Tatbestand des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in allen Elementen erfüllt sei. Zudem heißt es:
"Es wurde festgestellt, dass der Beschuldigte den Bus, nachdem er ihn auf dem Hipodrom-Boulevard auf die Nebenkläger Sare Y. und Okan A. zugesteuert hatte, auf dem Altınsoy-Boulevard auf den Nebenkläger Mehmet Ö. und anschließend auf dem Atatürk-Boulevard auf die Nebenkläger Okan Y. und Yasemin K. zusteuerte.
Es wurde ermittelt, dass die Nebenkläger Sare Y. und Okan A., der Nebenkläger Mehmet Ö. sowie Okan Y. und Yasemin K. sich an verschiedenen Orten ohne räumlichen Zusammenhang befanden und den Beschuldigten jeweils einzeln zum Anhalten aufforderten. Trotz der Wahrnehmung dieser Anhalteaufforderungen beging der Beschuldigte die ihm zur Last gelegte Tat dreimal, indem er den als Waffe geltenden Bus jeweils im Rahmen eines neuen Tatentschlusses auf die Nebenkläger zusteuerte. Da der Beschuldigte die Taten gegen die Nebenkläger Sare Y. und Okan A. sowie gegen die Nebenkläger Okan Y. und Yasemin K. jeweils mit einer einzigen Handlung beging, wurde die Auffassung vertreten, dass gegen den Beschuldigten zudem die Bestimmungen zur fortgesetzten Tat anzuwenden sind."
In der Anklageschrift wird für Gülyurt wegen des Tatbestands des 'Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte' in Tateinheit eine Freiheitsstrafe von bis zu 13 Jahren und 6 Monaten gefordert.
Nachrichtenquelle: 12punto
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