Scharfe Kritik von CHP-Politiker Kaya an den Hochschulrat YÖK: „Chancengleichheit in der Bildung wird abgeschafft“
Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Yıldırım Kaya kritisierte, dass der Hochschulrat YÖK die Kapazitäten an staatlichen Universitäten reduziert, während er gleichzeitig Plätze an privaten Stiftungsuniversitäten ausweitet. Kaya erklärte: „Die Zukunft der Kinder aus einkommensschwachen Familien darf nicht den wirtschaftlichen Bedingungen überlassen werden.“
Yıldırım Kaya, stellvertretender Vorsitzender der Republikanischen Volkspartei (CHP) und zuständig für Bildungspolitik, hat eine scharfe schriftliche Stellungnahme zur Politik des Hochschulrats (YÖK) bezüglich der Studienplatzkapazitäten veröffentlicht. Kaya betonte, dass die Kapazitäten an staatlichen Universitäten systematisch gesenkt würden, während die Kapazitäten privater Stiftungsuniversitäten erhöht würden. Dies untergrabe grundlegend die Chancengleichheit in der Bildung, die ein verfassungsmäßiges Recht darstelle.
Im Vorfeld des noch nicht veröffentlichten YKS-Präferenzleitfadens für 2026 verwies Kaya auf die markanten Daten der vergangenen Periode: „Im Jahr 2025 wurden die Studienplatzkapazitäten insgesamt reduziert. Die Last dieser Kürzungen wurde jedoch fast vollständig auf die staatlichen Universitäten abgewälzt. Während an staatlichen Universitäten insgesamt 190.579 Plätze gestrichen wurden, gab es an Stiftungsuniversitäten einen Zuwachs von 6.097 Plätzen und an Universitäten in der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) einen Zuwachs von 427 Plätzen“, argumentierte er und kritisierte damit die Einschränkung der öffentlichen Bildung.
NICHT DIE JUGENDLICHEN SIND FÜR DIESES BILD VERANTWORTLICH
Der CHP-Politiker Kaya kritisierte insbesondere die Reduzierung staatlicher Kapazitäten in kritischen Bereichen wie Gesundheitswissenschaften, Hebammenwesen und Krankenpflege zugunsten privater Stiftungsuniversitäten und ging auch auf die Arbeitslosigkeitsspirale unter Hochschulabsolventen ein. Kaya erklärte, die Jugend sei Opfer einer fehlenden Planung: „Die Jugendlichen sind nicht für dieses Bild verantwortlich. Verantwortlich für dieses Bild ist eine planlose Bildungspolitik. Es ist das politische Verständnis, das die Zukunft der Jugend nicht durch wissenschaftliche Planung, sondern durch kurzfristige Entscheidungen gestaltet.“ Der stellvertretende Vorsitzende unterstrich, dass Bildung keine Handelsware sein dürfe, die man sich kaufen könne, wenn man das nötige Geld habe. Er sagte, man werde nicht zulassen, dass die Träume der Kinder aus einkommensschwachen Familien, Arzt, Ingenieur, Jurist oder Akademiker zu werden, in Geld umgewandelt würden.
KAYA FORDERT WISSENSCHAFTLICHE PLANUNG VOM YÖK
Yıldırım Kaya richtete einen dringenden Appell an die YÖK-Führung und erklärte, dass bei der Gestaltung des Präferenzleitfadens für 2026 sofort von diesem fehlerhaften Ansatz abgerückt werden müsse. Kaya merkte an, dass die Kapazitäten nicht nach Marktbedingungen, sondern nach wissenschaftlichen Daten und den Beschäftigungsprognosen des Landes festgelegt werden sollten, und schloss seine Erklärung mit den folgenden Worten:
„Die Türkei braucht nicht mehr Ungleichheit, sondern mehr Chancengleichheit. Die Türkei braucht ein Bildungssystem, das die Jugend nicht verschuldet, sondern auf die Zukunft vorbereitet. Die Türkei braucht keine Kommerzialisierung der Hochschulbildung, sondern eine Stärkung ihres öffentlichen Charakters. Als Republikanische Volkspartei werden wir weiterhin das Recht unserer Jugend auf Bildung, Chancengleichheit und öffentliche Bildung verteidigen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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