Debatte um FETÖ-Nachfolge hält an: Zwei Namen im Fokus
Nach dem Tod des Anführers der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ), Fetullah Gülen, sind innerhalb der Organisation ein Führungskampf und Machtstreitigkeiten ausgebrochen. Cevdet Türkyolu, bekannt unter dem Spitznamen „Uzun Cevdet“ (Langer Cevdet), und Mustafa Özcan gehören zu den Namen, die als mögliche neue Anführer der Organisation gehandelt werden.
Nach dem Tod des Anführers der Fetullahistischen Terrororganisation (FETÖ), Fetullah Gülen, stellt sich die Frage, wer die Führung der Organisation übernehmen wird.
Nach dem Tod Gülens, der seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania lebte und als Drahtzieher des Putschversuchs vom 15. Juli gilt, wird erwartet, dass die internen Spannungen innerhalb der Organisation weiter zunehmen.
Es war bekannt, dass sich Gülens Gesundheitszustand seit langem verschlechtert hatte, er geistig nicht mehr voll zurechnungsfähig war und aus seinem Wohnkomplex entführt wurde. Während Spaltungen innerhalb der Organisation schon lange ein Thema waren, zeigt sich nun nach Gülens Tod, dass es heftige Auseinandersetzungen darüber gibt, wer die Nachfolge antritt und wer das Vermögen der Organisation verwalten wird.
CEVDET TÜRKYOLU, BEKANNT ALS 'UZUN CEVDET'
Einer der Namen, die nach Gülens Tod innerhalb der Organisation in den Vordergrund gerückt sind, ist Cevdet Türkyolu, bekannt unter dem Spitznamen „Uzun Cevdet“. Türkyolu gilt als Gülens „Blackbox“ und festigte seinen Einfluss innerhalb der Organisation durch die Heirat mit Mebruke, der Tochter von Gülens Bruder Seyfullah Gülen. Es kam ans Licht, dass Türkyolu Gülen Medikamente verabreichte, damit dieser gesund wirkte, um den Geldfluss an die Organisation aufrechtzuerhalten, und dass er alte Videos als neu veröffentlichte, um den Zerfall der Organisation zu verhindern.
Der Name Cevdet Türkyolu wird auch damit in Verbindung gebracht, dass er Gülen aus der Farm in Pennsylvania entführte und in das Haus seines Schwiegersohns brachte. Der Besitz zahlreicher Luxusimmobilien durch Türkyolu und seine Familie erhärtet den Verdacht, dass er Gelder der Organisation veruntreut hat.
MUSTAFA ÖZCAN: DER 'TÜRKEI-IMAM' DER ORGANISATION
Ein weiterer Name, der für die Führung genannt wird, ist Mustafa Özcan. Özcan, den Gülen zum sogenannten „Türkei-Imam“ ernannt hatte, ist auch als Präsident der Firma „The Light Inc.“ in den USA bekannt. Özcan hatte ein System etabliert, das die FETÖ-Strukturen weltweit dazu verpflichtete, 15 Prozent ihrer Einnahmen an ihn abzuführen. Wie viel von diesem Geld jedoch für die Organisation ausgegeben und wie viel er für seine eigenen Zwecke verwendet hat, war innerhalb der Organisation häufig Gegenstand von Diskussionen.
EUROPÄISCHER FLÜGEL: ABDULLAH AYMAZ
Auch Abdullah Aymaz, der die europäischen Strukturen der FETÖ leitet, bringt sich im Führungskampf ins Gespräch. Aymaz' Widerstand gegen Türkyolu, der über das Vermögen der Organisation herrscht, und seine Drohungen, sich notfalls „als europäischer Flügel von der Organisation abzuspalten“, sind an die Öffentlichkeit gelangt. Während bekannt ist, dass Aymaz versucht, den Einfluss von Türkyolu und Özcan zu brechen, gibt es Berichte über mögliche heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Organisation, die bis hin zu Attentaten führen könnten.
MACHT- UND GELDSTREITIGKEITEN INNERHALB DER ORGANISATION
Nach Gülens Tod hat sich das Problem, wer das Geld der Organisation verwalten soll, verschärft. Während Türkyolu auf Widerstand bei den älteren Mitgliedern der Organisation stößt, nutzt er das Geld, um ihm nahestehende Gruppen zu kontrollieren. Aus diesem Grund wird Türkyolu wegen finanzieller Angelegenheiten scharf kritisiert.
In Einschätzungen zur Zukunft der Organisation wird davon ausgegangen, dass zwei separate Machtzentren entstehen könnten: Europa unter der Kontrolle von Aymaz und die USA unter der Kontrolle von Türkyolu. Dabei wird vermutet, dass die Aktivitäten in Afrika unter europäischem Einfluss bleiben und die Aktivitäten in Asien von den USA aus gesteuert werden.
DER AKTUELLE STAND ZUR BEERDIGUNG
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sind auch der Bestattungsort von Gülen und die Frage, wer an der Beerdigung teilnehmen wird, innerhalb der Organisation umstritten. Es ist geplant, Gülen auf dem Waldgrundstück des Hauses seines Schwiegersohns beizusetzen und die Teilnahme auf eine begrenzte Anzahl von Personen zu beschränken.
Nachrichtenquelle: 12punto
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