Der Richter hatte den Saal verlassen: Dilek İmamoğlu schildert die Ereignisse bei der Gerichtsverhandlung
Beim ersten Verhandlungstag des Prozesses gegen 402 Angeklagte, darunter der Bürgermeister von Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, im Silivri-Gefängnis sorgten der Einlass in den Saal und die Sicherheitsvorkehrungen für Aufsehen. Nach einer Auseinandersetzung zwischen İmamoğlu und dem Richter wurde beschlossen, die Zuschauer aus dem Saal zu entfernen. Dilek İmamoğlu, die Ehefrau von Ekrem İmamoğlu, berichtete live von den Geschehnissen und forderte ein faires und öffentliches Verfahren.
Beim ersten Verhandlungstag des İBB-Prozesses in Silivri wurden die inhaftierten und nicht inhaftierten Angeklagten einzeln in den Saal geführt. Als Ekrem İmamoğlu den Saal betrat, kam es zu Unruhen, woraufhin der vorsitzende Richter strenge Ermahnungen aussprach und nach weiterem Lärm im Saal die Räumung des Raumes anordnete.
Während der vorsitzende Richter den Saal verließ, rief İmamoğlu ihm zu: "Sie sind nicht hierhergekommen, um Recht zu sprechen. Sie können hier nicht einfach flüchten."
İmamoğlus Ehefrau, Dilek İmamoğlu, schilderte die Spannungen im Gerichtssaal in einer Live-Übertragung.
Im Gespräch mit Sözcü TV erklärte Dilek İmamoğlu, dass der vorsitzende Richter die Anwälte nicht vorab über das Verfahren informiert habe und Ekrem İmamoğlu um Erlaubnis für eine kurze Stellungnahme gebeten habe, was der Richter jedoch verweigerte. Dilek İmamoğlu gab an, dass das Gericht den Saal aufgrund der Reaktionen der Anwesenden räumen ließ und dass die Familien sowie Zuschauer weiterhin geduldig draußen warteten.
Die Aussagen von Dilek İmamoğlu lauteten wie folgt:
"Die inhaftierten Angeklagten kamen nacheinander an. Die Familien waren natürlich sehr aufgeregt und applaudierten. Der Einlass von Ekrem İmamoğlu in den Saal war nicht einfach, die Menschen sind aufgeregt. Der Richter begann, das Verfahren zu erläutern. Das Verfahren wurde den Anwälten zuvor nicht mitgeteilt."
Ekrem bat um Erlaubnis, 3 Minuten sprechen zu dürfen, doch der Richter verweigerte dies. Er sagte: 'Nein, ich erteile kein Rederecht'. In diesem Moment brach im Saal Lärm aus. Der Richter drohte daraufhin, den Saal zu räumen, falls dies anhalte. Als die Rufe nicht verstummten, wurde der Saal geräumt. Aber wir sind immer noch hier.
Die Situation hier ist folgende: Die Familien sind größtenteils aufgebracht und voreingenommen. Sie wissen, dass für diesen Prozess bestimmte Personen ernannt wurden. Man sagte uns, dass sie uns bis Ende April verurteilen würden. Aber wird es ein faires Verfahren sein? Wir haben gefordert, dass diese Verhandlungen live auf TRT übertragen werden. Als wir heute Morgen hierherkamen, sahen wir, dass außergewöhnliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Was sind wir in diesem Land? Sind wir Menschen, vor denen man sich in diesem Land fürchten muss? Wenn es im Saal Reaktionen gibt, dann nur deshalb. Es kann keine Rede von Respektlosigkeit gegenüber dem Gericht sein. Sind diese Menschen Schwerverbrecher, warum werden diese außergewöhnlichen Maßnahmen ergriffen, warum? Jeder, der die Anklageschrift gelesen hat, hat alles gesehen. Als Bürger eines Rechtsstaates fordern wir ein faires und transparentes Verfahren."
Nachrichtenquelle: 12punto
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