Er stach auf seine Ex-Frau ein: „Ich wurde aufgrund von Mediendruck verhaftet“
Der Prozess gegen Sinem T., die in Ankara von ihrem geschiedenen Ehemann Sinan Özçelik vor den Augen ihrer Kinder niedergestochen wurde, dauert an. In seiner Aussage behauptete der Angeklagte Özçelik, er sei aufgrund von Mediendruck verhaftet worden.
Der Prozess gegen Sinem T., die in Ankara von ihrem Ex-Mann Sinan Özçelik mit sieben Messerstichen schwer verletzt wurde, fand vor dem 23. Schwurgericht in Ankara statt.
Der Angeklagte Sinan Özçelik erklärte während der Verhandlung, er bereue die Tat, sagte jedoch: „Ich wurde aufgrund von Mediendruck verhaftet.“ Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft des Angeklagten fortzusetzen.
WAS WAR GESCHEHEN?
Sinem T. hatte sich vor zwei Jahren aufgrund unüberbrückbarer Differenzen von Sinan Özçelik scheiden lassen, während sie in einem Kosmetikzentrum arbeitete. Am 24. Oktober 2023 traf Özçelik Sinem T., um die gemeinsamen Töchter nach einem Besuch zurückzugeben, und stach dabei siebenmal auf sie ein.
Die schwer verletzte Sinem T. erholte sich nach zehn Tagen auf der Intensivstation. Özçelik wurde wegen „versuchten vorsätzlichen Mordes“ verhaftet, jedoch nach neun Monaten wieder freigelassen. Nach einem Einspruch von Sinem T. wurde der Angeklagte erneut inhaftiert.
DETAILS ZUR VERHANDLUNG
An der fünften Verhandlung nahmen Sinem T. und ihre Anwältin Gamze Özçelik sowie der inhaftierte Angeklagte Sinan Özçelik und sein Anwalt Barış Bilgin Dilmen teil. Der Angeklagte Sinan Özçelik ergriff als Erster das Wort und sagte: „Ich bereue es, aber wenn sie Angst vor mir hätte, hätte ich sie nicht innerhalb von zehn Tagen nach meiner Freilassung töten können, wenn ich es gewollt hätte? Ich wurde aufgrund von Mediendruck verhaftet.“ Zudem reagierte er auf die anwesenden Pressevertreter mit den Worten: „Sie schreiben Lügen, ich möchte nicht, dass sie das hier aufzeichnen.“ Der Gerichtsvorsitzende wies diesen Antrag jedoch zurück.
In dem dem Gericht vorgelegten Sozialbericht wurde festgestellt, dass die gemeinsame Tochter des Paares leicht zu manipulieren und anfällig für Beeinflussungen sei. Zudem wurde ein Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin über die Narben im Gesicht von Sinem T. zu den Akten genommen.
SKANDALÖSE VERTEIDIGUNG DURCH DEN ANWALT
Der Anwalt des Angeklagten, Barış Bilgin Dilmen, behauptete, Sinem T. sei in Fernsehsendungen aufgetreten und habe behauptet, der Angeklagte sei ohne Gerichtsbeschluss verhaftet worden. Zudem argumentierte er, dass die Messerstiche bei Sinem T. keine inneren Blutungen verursacht hätten und es sich nicht um ein tiefes Einstechen gehandelt habe.
Sinem T.s Anwältin Gamze Özçelik wies darauf hin, dass der Angeklagte nach seiner Freilassung eigentlich eine elektronische Fußfessel hätte tragen müssen, die Polizei ihn jedoch monatelang nicht habe ausfindig machen können. Zudem betonte sie, dass Sinan Özçelik nach seiner Freilassung Sinem T. eine Freundschaftsanfrage auf Instagram geschickt habe und ihre Mandantin in ständiger Angst vor Verfolgung und Tod lebe.
GERICHT ENTSCHEIDET ÜBER FORTSETZUNG DER HAFT
Nach den Stellungnahmen der Parteien beantragte die Staatsanwaltschaft die Fortsetzung der Untersuchungshaft. Das Gericht ordnete die weitere Inhaftierung des Angeklagten Sinan Özçelik an und vertagte die nächste Verhandlung auf den 6. November 2024 um 09.45 Uhr.
Nachrichtenquelle: 12punto
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