Erdgaspreise in der EU sinken, Rekordanstieg in der Türkei: Jährlicher Anstieg erreicht 94,7 Prozent
Während die Erdgaspreise in der EU im letzten Jahr im Durchschnitt um 0,4 % gesunken sind, verzeichnet die Türkei einen Anstieg der Erdgaspreise für Haushalte und Industrie um 94,7 %.
Während sich die globalen Energiemärkte verändern, sinken die Erdgaspreise in der gesamten Europäischen Union (EU). Die Türkei jedoch hat sich mit einem außergewöhnlichen jährlichen Preisanstieg von diesem europäischen Trend völlig abgekoppelt und die Spitzenposition eingenommen.
Laut einer aktuellen Studie des Ökonomen İnan Mutlu, die auf Eurostat-Daten basiert, sind die Erdgaspreise in der EU im letzten Jahr im Durchschnitt um 0,4 Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu erreichte der jährliche Anstieg der Erdgaspreise für Haushalte und Industrie in der Türkei ein Rekordniveau von 94,7 Prozent.
''PREISE IN EUROPA SINKEN, DIE TÜRKEI STEHT AN DER SPITZE''
Die veröffentlichten Daten verdeutlichen, wie stark sich die Schere zwischen der Türkei und anderen europäischen Ländern bei den Erdgaspreiserhöhungen geöffnet hat. Nach der Türkei verzeichneten Griechenland mit 19,3 Prozent, Kosovo mit 16,1 Prozent und Belgien mit 11,4 Prozent die höchsten jährlichen Preisanstiege. In Ländern wie Kroatien (7,4 %), Schweden (6,9 %) und der Slowakei (6,7 %) blieben die Anstiege im einstelligen Bereich.
Im Gegensatz dazu blieb Irland (0,1 %) preisstabil, während in Serbien und Georgien im letzten Jahr keine Veränderung der Erdgaspreise zu verzeichnen war (0,0 %).
''ERDGAS WIRD IN INDUSTRIENATIONEN GÜNSTIGER''
Einer der auffälligsten Aspekte in der Grafik ist der Rückgang der Erdgaskosten in den führenden europäischen Volkswirtschaften. Während die Preise in Portugal um 2,7 Prozent sanken, gab es in Deutschland, dem größten Industrieproduzenten der Region, einen Rückgang um 3,0 Prozent, in den Niederlanden um 3,7 Prozent und in Frankreich um 3,9 Prozent.
Die Länder, in denen die Erdgaspreise in Europa am stärksten gesunken sind, werden wie folgt aufgelistet:
•Polen: -11,4 %
•Luxemburg: -10,6 %
•Spanien: -9,6 %
•Bulgarien: -7,7 %
''STRUKTURELLE ABKOPLUNG VERTIEFT SICH''
Experten weisen darauf hin, dass sich die Preise in der EU dank der Diversifizierung der Energieleitungen und der Maximierung der Speicherkapazitäten nach der Pandemie und den Versorgungskrisen stabilisiert haben oder sogar gesunken sind.
Hinter dem Rekordanstieg von 94,7 Prozent in der Türkei stehen nach Ansicht von Experten der Druck durch den Wechselkurs, steigende Importkosten und die Steuerbelastung auf Energie. Dies führt weiterhin zu einer erheblichen Kostenbelastung sowohl für die Haushalte als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der türkischen Industrie auf internationaler Ebene.
(Der Text wurde auf der Grundlage der Grafiken und Analysen verfasst, die der Ökonom İnan Mutlu unter Verwendung von Eurostat-Daten erstellt hat.)
Nachrichtenquelle: 12punto
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