Erdoğan äußert sich auf dem Weltgipfel der islamischen Gelehrten
Präsident und AKP-Vorsitzender Recep Tayyip Erdoğan äußerte sich auf dem Weltgipfel der islamischen Gelehrten. In seiner Rede ging Erdoğan auf die Lage in Gaza ein und forderte die Welt dazu auf, Palästina als Staat anzuerkennen.
Präsident und AKP-Vorsitzender Recep Tayyip Erdoğan äußerte sich auf dem Weltgipfel der islamischen Gelehrten. Erdoğan erläuterte seine Einschätzungen zum Israel-Palästina-Krieg und fasste gleichzeitig die Ereignisse dieses Zeitraums zusammen.
Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Rede lauten wie folgt:
"In Gaza erleben wir seit dem 7. Oktober eine der brutalsten Zeiten der Menschheitsgeschichte.
Bis heute wurden 15.000 Kinder gnadenlos ermordet. 35.000 unserer palästinensischen Geschwister, die meisten davon Frauen, wurden getötet.
2 Millionen Menschen wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und zu fliehen. Wir wurden Zeugen von Szenen, für die Worte nicht ausreichen.
Alle Rechte und Regeln, die es in Bezug auf Menschenrechte und Prinzipien gibt, wurden vor den Augen der Welt mit Füßen getreten.
15 Journalisten wurden von israelischen Streitkräften getötet.
Wir sahen eine Barbarei, die sich sogar auf die Leichen der Menschen erstreckte, die in Massengräbern beigesetzt wurden.
Jede Art von Folter und Grausamkeit, die einen Menschen an seiner Menschlichkeit zweifeln lässt, wurde in den vergangenen 219 Tagen in Gaza und auf palästinensischem Boden begangen.
Dies geschah nicht im Verborgenen, sondern wurde der ganzen Welt live übertragen.
Was haben wir in der Zwischenzeit nicht alles gesehen... Wir haben gesehen, wie Länder, die uns bei jeder Gelegenheit über Menschenrechte belehren, Israel unterstützen.
Wir haben gesehen, dass sie kein einziges Wort über die von Israel getöteten Journalisten verloren haben.
Wir haben gesehen, dass diejenigen, die behaupten, das Recht auf Protest sei heilig, keine Solidaritätsbekundungen für Palästina dulden.
Wir haben Rektoren gesehen, die entlassen wurden, weil sie Israel kritisierten, und Studenten, denen das Rederecht verweigert wurde.
Wir haben diejenigen gesehen, die die Wahrheit zerstören, die schweigen und die Wasser auf die Mühlen Israels leiten.
Angesichts dieses düsteren Bildes steht die Türkei in voller Solidarität mit dem palästinensischen Volk. Wir unternehmen intensive Anstrengungen, um die israelischen Angriffe zu stoppen.
Wir sind das Land, das die meiste Hilfe nach Gaza leistet. Jede Woche senden wir 127 Tonnen sauberes Trinkwasser.
Wir lassen über 400 Patienten, darunter Krebspatienten, behandeln.
Trotz aller Einschüchterungsversuche des globalen zionistischen Netzwerks leisten wir Palästina jede erdenkliche Unterstützung.
Wir stehen in sehr engem Kontakt mit den Führern der Hamas.
Wir haben viele Schritte im Bereich Recht und Demokratie unternommen, um den Druck auf Israel zu erhöhen.
Wir haben Handelsbeschränkungen für 54 Produktgruppen gegenüber Israel eingeführt.
Wir haben den Handel mit Israel vollständig eingestellt.
Mit unserer Entscheidung haben wir auf ein Handelsvolumen von 9,5 Milliarden Dollar verzichtet.
Wir zielen darauf ab, dass die Mörder zur Rechenschaft gezogen werden.
Wir möchten, dass die Schritte, die die Türkei sowohl im Handels- als auch im Rechtsbereich unternommen hat, anderen Ländern als Beispiel dienen.
Israel greift palästinensisches Gebiet nicht zum ersten Mal an und verübt nicht zum ersten Mal einen Völkermord am palästinensischen Volk.
Die vor 76 Jahren begonnene Besatzungspolitik dauert bis heute an.
Israel hält es für sein Recht, unschuldiges Blut zu vergießen. Die israelische Führung kennt keine Regeln, Grenzen oder Moral. Von denjenigen, die wie eine blutrünstige Terrororganisation agieren, können wir keine Menschlichkeit erwarten.
Man muss eine Tatsache akzeptieren. Die Zionisten werden weiterhin das tun, was ihre Kollaborateure befehlen. Sie werden die Anweisungen, die sie erhalten, ausführen.
Was wir in den letzten 219 Tagen erlebt haben, zeigt uns sehr deutlich: Außerhalb der gewissensgeprägten Länder und Gesellschaften ist es vergeblich, Druck auf Israel auszuüben.
Bei den letzten Waffenstillstandsverhandlungen wurden wir erneut Zeugen davon. Die Hamas hat erklärt, dass sie den Waffenstillstandsvorschlag akzeptiert.
Auch auf unser Anraten hin hat die Hamas einen sehr kritischen Schritt getan.
Die Netanyahu-Regierung hingegen entschied sich für einen Angriff auf Rafah.
Hat Netanyahu für diese Überheblichkeit eine Reaktion erhalten? Nein. Weder aus Europa noch aus Amerika kam eine Reaktion, die Israel zu einem Waffenstillstand zwingen würde.
Wir laden alle Länder, die den Staat Palästina noch nicht anerkannt haben, dazu ein, dies so schnell wie möglich zu tun.
Es ziemt sich nicht für Muslime, auf andere zu hoffen. Wir sind für uns selbst und für das verantwortlich, was wir für das palästinensische Volk tun.
Wir müssen gegen Unterdrückung aufstehen. In der Prüfung von Gaza, in der menschliche Werte auf die Probe gestellt werden, wird jeder das tun, was ihm gebührt.
Wir als Muslime werden das tun, was unser Herr uns befiehlt."
Nachrichtenquelle: 12punto
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