Erdoğans Antwort auf die „Rote Karte“: „Wir sind verblüfft, es gibt noch das Kartenspiel Pişti“
Präsident Erdoğan trat ans Rednerpult, um seine Rede bei der AKP-Fraktionssitzung zu halten.
Präsident Erdoğan trat ans Rednerpult, um seine Rede bei der AKP-Fraktionssitzung zu halten. In den letzten Tagen kursierten Berichte in den Kulissen, wonach der aus der İYİ-Partei ausgetretene Kürşad Zorlu und die aus der DEVA-Partei ausgetretene Selma Aliye Kavaf der AKP beitreten würden. Es bleibt abzuwarten, ob Erdoğan am Ende der Sitzung den neuen Parteimitgliedern die Anstecknadeln überreichen wird.
Erdoğan begann seine Rede mit einem Gedenken an den in der vergangenen Woche verstorbenen Ferdi Tayfur. In Richtung von Özgür Özel sagte Erdoğan: „Was soll das heißen, er will eine rote Karte zeigen? Du verstehst nichts von solchen Dingen, das ist unsere Aufgabe“.
Die wichtigsten Punkte aus Erdoğans Rede lauten wie folgt:
ER BAT UM „GEDULD“
„Der Desinflationsprozess, in den wir im Juni eingetreten sind, setzt sich dank Gott fort. Bei den Warenposten ist der Inflationsrückgang deutlicher. Wir werden den Kampf gegen die Inflation nicht nur mit nachfrageseitigen Maßnahmen unterstützen, sondern auch in Bereichen wie Lebensmittel und Wohnungsbau. Das Sozialwohnungsprojekt, an dem wir seit einiger Zeit arbeiten, ist eines davon. Da die Kaufkraft mit sinkender Inflation steigen wird, werden sich auch die Sorgen unseres Volkes etwas lindern. Dafür müssen wir noch etwas geduldiger sein, und wir werden als 85 Millionen gemeinsam gewinnen. Mein Volk soll unbesorgt sein. Was auch immer wir tun, wir tun es mit Sorgfalt. Die Türkei ist unter der Führung sicherer und kompetenter Kader in Sicherheit.
DIE OPPOSITION POSITIONIERT SICH GEGEN DIE TÜRKEI
Das syrische Volk hat nach 61 Jahren Tyrannei die Freiheit erlangt. Ich sage es ganz offen und deutlich: In der Syrien-Frage haben sie derart rücksichtslose, gewissenlose und unmoralische Sätze geäußert, dass sie heute nicht einmal mehr das Gesicht haben, darüber zu sprechen. Das ist der Grund für ihre Gereiztheit und dafür, dass sie das Niveau noch weiter senken. Sie suchen weiterhin das Haar in der Suppe. Wir haben kein reines Gewissen, warum sollten wir also an unserem Gebet zweifeln? Wir werden weder schweigen, noch weglaufen oder uns aus der Affäre ziehen. Wir haben immer Klartext geredet. Wir haben unser Wort aufrichtig ausgesprochen. Es gab verschiedene Feierlichkeiten. Die Türkei hatte bei diesen Demonstrationen keinerlei Einmischung. Tatsächlich habe ich mich nach Beginn der Ereignisse mehrmals mit dem ehemaligen syrischen Präsidenten Assad getroffen. Ich sagte ihm, dass die Feierlichkeiten friedlich seien. Bei all unseren Treffen und jedem Kontakt mit ihm sagte uns Assad, er werde Reformen durchführen. Ich habe ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass eine gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen sowohl im ganzen Land als auch in der islamischen Welt zu Reaktionen führen würde. Anstatt die Ereignisse mit friedlichen Mitteln zu lösen, beschleunigte Assad seine Massaker. Aufgrund der angewandten unverhältnismäßigen Gewalt weiteten sich die Ereignisse aus und breiteten sich auf ganz Syrien aus. (Die Opposition) hat sich in den 13 Jahren kein einziges Mal an die Seite ihres Landes, an die Seite der Türkei, an die Seite der Unterdrückten, der Opfer und der syrischen Flüchtlinge gestellt.
ANTWORT AN DIE CHP ZUR „ROTEN KARTE“
Wenn es ums Reden geht, sagt Herr Özel: ‚Ich sitze auf dem Stuhl von Mustafa Kemal‘. Weder gibt es da Besonnenheit noch irgendetwas anderes. Und jetzt ziehen sie auch noch eine rote Karte. Wir sind, genau wie unser Volk, über diesen interessanten Vorstoß verblüfft. Da es nicht viel Anstrengung und Mühe erfordert, schlage ich den CHP-Mitgliedern Kartenspiele vor. Es gibt noch das Pişti-Spiel, es gibt Okey, es gibt Kartenspiele.
„WIR WERDEN DIE ANGELEGENHEIT IN RUHE ZUM ABSCHLUSS BRINGEN“
Wir sehen, dass die Kontakte der Delegation produktiv verlaufen sind und dass die politischen Parteien mit wenigen Ausnahmen das Ziel einer terrorfreien Türkei unterstützen. Ich möchte, dass unser Volk insbesondere eines weiß: Wenn der notwendige Aufruf erfolgt und die Terrororganisation sowie die mit ihr verbundenen Strukturen die erforderlichen Schritte unternehmen, wird die gesamte Türkei, mit ihren Türken und Kurden, der Gewinner sein. Sollte die Terrororganisation jedoch auf Zeit spielen, dann werden wir unser Ziel einer terrorfreien Türkei auf anderen Wegen erreichen. Die Organisation überall dort, wo sie sich befindet, in den Boden zu stampfen, ist für uns nur eine Frage der Zeit und der Planung. Die Mächte, die die Organisation seit so vielen Jahren unterstützen, sind nun selbst um ihr eigenes Überleben besorgt. Wer auf Ochsenkarren vertraut, in deren Schatten er wandelt, dessen Ende ist zum Scheitern verurteilt. Wir sind dafür, die Angelegenheit in Ruhe zum Abschluss zu bringen. Unser Volk hat unter dem Terror sehr gelitten. Heute ist der Tag. Heute ist der Tag der Brüderlichkeit. Heute ist der Tag, um das Tor zum Frieden weit zu öffnen.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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