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Fall Seçil Erzan: 'Erzan dachte, sie hätte aufgelegt, aber das Gespräch wurde aufgezeichnet'

Es sind weitere Aufnahmen eines Telefonats aufgetaucht, das Seçil Erzan während ihrer Tätigkeit in der Florya-Filiale der Bank führte. Erzan steht im Zentrum eines Betrugsfalls, bei dem sie berühmte Namen aus der Sportwelt mit dem Versprechen auf hohe Renditen durch einen sogenannten „Fatih-Terim-Fonds“ um ihr Geld brachte.

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Fall Seçil Erzan: 'Erzan dachte, sie hätte aufgelegt, aber das Gespräch wurde aufgezeichnet'

Neue Details sind im Fall von Seçil Erzan aufgetaucht, die als Filialleiterin einer Privatbank unter dem Vorwand eines „Fatih-Terim-Fonds“ zahlreiche Personen um Millionen von Dollar betrogen haben soll.

Aufzeichnungen eines internen Telefonats, das Seçil Erzan während ihrer Zeit in der Florya-Filiale der Bank führte, wurden nun Teil der Prozessakten.

Die Aufnahmen kamen durch eine rückwirkende Untersuchung der Bank ans Licht. Dem Bericht des Revisionsausschusses der Bank zufolge fand das Gespräch am 25. Februar 2022 zwischen der Betriebsleiterin der Florya-Filiale, Ayşe E., und Seçil Erzan statt.

SIE DACHTE, SIE HÄTTE AUFGELEGT

Laut dem Bericht des Revisionsausschusses dauerte das Gespräch zwischen Ayşe E. und Seçil Erzan am 25. Februar 2022 um 15:14 Uhr insgesamt 1:10 Minuten, doch Erzan glaubte, das Telefonat bereits beendet zu haben.

Wie die Zeitung Sabah berichtet, lief die Aufnahme jedoch weiter, obwohl sie glaubte, aufgelegt zu haben. Am anderen Ende der Leitung befand sich Mojtaba Haghani, bekannt unter dem Spitznamen „Moji“. Von ihm war zuvor bekannt geworden, dass er Erzan dazu gezwungen hatte, in einem Auto ein Video aufzunehmen, in dem sie behaupten musste, keine Schulden bei ihm zu haben.

Im Bericht des Revisionsausschusses ist festgehalten, dass Erzan die Worte verwendete: „Moji, leg du es in den Kofferraum, dann lässt du mir unauffällig den Schlüssel da. Ich komme direkt hinter dir raus.“

12 MILLIONEN LIRA VERLOREN

Eine der Personen, die auf das Versprechen von Seçil Erzan hereinfielen, es gäbe einen „Spezialfonds“, war die 62-jährige Nuray Şengüler, die ihr geerbtes Geschäftshaus verkauft hatte.

Şengüler, die seit 32 Jahren in Florya wohnt, gab an, Erzan seit 10 Jahren zu kennen. Erzan habe sie überzeugt, indem sie sagte: „Du hast hohe Krankenhauskosten. Dein Geld schmilzt auf dem Konto dahin. Komm, lass uns dein Geld in den speziellen und geheimen Fonds der Bank einzahlen.“

Şengüler erklärte, Erzan habe ihr gesagt: „Nur spezielle Kunden haben Zugang zu diesem Fonds. Für den Einstieg sind 100 bis 150 Millionen Lira erforderlich, aber da ich Filialleiterin bin, werde ich versuchen, dich in diesen Fonds aufzunehmen.“ Insgesamt verlor Şengüler fast 12 Millionen Lira.

In der Aussage von Şengüler gibt es zwei besonders bemerkenswerte Punkte. Der erste Punkt in ihrer Aussage, in der sie beschreibt, wie sie das von der Bank abgehobene Geld an Erzan übergab, datiert auf August 2022.

In Geldnot geraten, suchte Şengüler die Florya-Filiale der Bank auf. Als sie die Mitarbeiter dort nach dem Status ihres Geldes fragte, sollen diese laut ihrer Aussage gefragt haben: „Schwester, wo hast du dein Geld angelegt? Bei wem?“

Şengüler antwortete auf diese Fragen: „Das kann ich im Moment nicht sagen, es ist geheim.“ In ihrer Aussage fügte sie hinzu: „Sie konnten mir auch nicht helfen. Niemand hinterfragte den Verbleib des Geldes. Zu jener Zeit führte die Bank keinerlei Prüfungen bezüglich des Verbleibs meines Geldes durch.“

'HABEN SIE ETWA AUCH TRANSAKTIONEN AUSSERHALB DER BANK GETÄTIGT?'

Der zweite wichtige Punkt in Şengülers Aussage datiert auf den 8. April, einen Tag nachdem der Betrug aufgeflogen war. Laut ihrer Aussage rief sie gegen 13:00 Uhr die Zentrale der Bank an, um sich nach Seçil Erzan zu erkundigen. Dort wurde sie von einem Bankmitarbeiter namens Giray mit der Frage konfrontiert: „Haben Sie etwa auch Transaktionen außerhalb der Bank getätigt?“

Şengüler antwortete darauf: „Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Ohne meinen Anwalt kann ich dazu nichts sagen“, und legte auf.

Der dritte kritische Punkt der Aussage ereignete sich unmittelbar nach diesem Telefonat, als sie von der Florya-Filiale der Bank angerufen wurde, in der sie jahrelang ihr Geld abgehoben und an Erzan übergeben hatte. In dem Anruf aus der Filiale wurde ihr die Frage gestellt: „Nuray-Schwester, hast du das Geld, nach dem wir dich immer gefragt haben, von dem du uns aber nichts erzählt hast, etwa auch Seçil gegeben?“


Nachrichtenquelle: 12punto

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