Altersgrenze für 'in Kriminalität abrutschende Kinder' geplant
Mit einem neuen Gesetzesentwurf, der im Parlament vorbereitet wird, ist ein grundlegender Wandel im Umgang mit Jugendkriminalität geplant. Sowohl das Alter der strafrechtlichen Verantwortlichkeit wird gesenkt als auch die Pflichten der Familien werden ausgeweitet.
In der Türkei wurde der Startschuss für eine umfassende Reform des Jugendstrafrechtssystems gegeben. Die Regelung, die aus den im Parlament laufenden Arbeiten hervorgehen soll, wird voraussichtlich neue Maßnahmen enthalten, um zu verhindern, dass Kinder in die Kriminalität abrutschen. Es heißt, dass der zu erstellende Bericht als separater Gesetzesvorschlag im Parlament eingebracht werden soll.
Mit der entsprechenden Regelung wird betont, dass neben der Senkung des Alters der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auf 10 Jahre auch strengere Maßnahmen bei schweren Straftaten auf der Tagesordnung stehen.
Im Zentrum des neuen Systems wird anstelle von direkten Gefängnisstrafen für Kinder, die in jungen Jahren straffällig werden, die Anwendung schrittweiser und korrigierender Sanktionen stehen.
Das Justizverfahren soll nur als letztes Mittel zum Einsatz kommen. Insbesondere präventive und rehabilitative Maßnahmen sollen in den Vordergrund gerückt werden. Das Hauptziel der neuen Strategie ist nicht die Bestrafung von Kindern, sondern deren Schutz und Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass sich die große Mehrheit der straffällig gewordenen Kinder der Konsequenzen rechtlicher Prozesse nicht ausreichend bewusst ist.
Faktoren wie Bildungsferne, schädliche Gewohnheiten, ein negatives soziales Umfeld und Gewalt gelten als die wichtigsten Gründe dafür, dass Kinder in die Kriminalität abrutschen.
ZUSÄTZLICHE VERANTWORTUNG UND SANKTIONEN FÜR FAMILIEN
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der Regelung ist, dass Eltern mehr Verantwortung übernehmen werden.
Insbesondere wenn Kinder unter 16 Jahren Straftaten begehen, werden Familien in Bereichen wie der Beaufsichtigung des Kindes, der Sicherstellung der Einhaltung festgelegter Regeln und der Teilnahme an Rehabilitationsprogrammen in die Pflicht genommen. Für Familien, die diese Bedingungen nicht erfüllen, könnten verschiedene Sanktionen in Betracht gezogen werden.
Darüber hinaus ist geplant, bei schweren Straftaten die Strafmilderungen für Kinder einzuschränken oder vollständig aufzuheben.
Zudem gehört die Implementierung effektiverer Instrumente zur Bekämpfung organisierter Strukturen, die Kinder zur Kriminalität verleiten, zu den Themen, die intensiv geprüft werden.
Das Aufwachsen von Kindern in einem gesunden Umfeld, der Ausbau präventiver Dienste und die Unterstützung bei der sozialen Integration sind weitere angestrebte Schritte.
Es wird erwartet, dass der neue Gesetzesvorschlag in den kommenden Tagen auf die Tagesordnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) gesetzt wird.
Nachrichtenquelle : 12punto
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