Das Gleichgewicht vor İmamoğlu: Nationalistische Wähler oder DEM-Stimmen?
Der Kolumnist der Zeitung Nefes, Aytunç Erkin, thematisiert in seinem Artikel mit dem Titel „Nationalistische Stimmen und İmamoğlu“ die Äußerungen von Ekrem İmamoğlu in Le Monde und wirft die Frage auf: „Sind es die kurdischen Stimmen oder die nationalistischen Stimmen, die den Sieg bringen?“ Erkin verweist auf aktuelle Umfrageergebnisse und Einschätzungen aus den politischen Kreisen in Ankara und unterstreicht die Bedeutung der nationalistischen Wählerschaft.
Der Kolumnist der Zeitung Nefes, Aytunç Erkin, wies in seinem Artikel mit dem Titel „Nationalistische Stimmen und İmamoğlu“ auf die Äußerungen des CHP-Präsidentschaftskandidaten und Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, in einem in der Zeitung Le Monde veröffentlichten Beitrag hin.
Erkin erinnerte an İmamoğlus Worte: „Die unrechtmäßige Beschlagnahmung meines Diploms ist nicht das einzige Verfahren gegen mich; es gibt viele weitere kafkaeske Prozesse: ‚Beleidigung‘, ‚Korruption‘, ‚Terrorismus‘ (weil ich es 2024 wagte, kurdische Kandidaten auf meine Wahllisten in Istanbul zu setzen). Das ist das System, gegen das wir kämpfen.“ Er schrieb, dass diese Aussage die politische Debatte darüber, ob „kurdische Stimmen oder nationalistische Stimmen den Sieg bringen“, erneut entfacht habe.
Erkin teilte die Ergebnisse von vier verschiedenen Umfragen, die im September veröffentlicht wurden, und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Anteile der nationalistischen Stimmen:
TEAM Araştırma: 13,8 %
PanoramaTR: 14,4 %
Metropoll: 23,7 %
AREA Araştırma: 24 %
Im weiteren Verlauf seines Artikels gab Erkin die Einschätzung eines „Freundes“ wieder, der das Geschehen in Ankara genau beobachtet. Er berichtete, dass die betreffende Quelle sagte: „Im Jahr 2028 werden die nationalistischen Parteien zusammen 25 Prozent erreichen. Die nationalistische Wählerschaft wird bei der Präsidentschaftswahl den Ausschlag geben.“
Die Quelle fügte hinzu: „Die Opposition, die behauptet, bei der Präsidentschaftswahl seien keine nationalistischen Stimmen nötig, begeht einen Fehler. Ekrem İmamoğlu macht denselben Fehler, indem er in seinem Le Monde-Artikel betont, dass er kurdische Kandidaten auf seine Listen gesetzt habe und dies mutig sei. Zudem ist das Narrativ einiger Kreise, dass die DEM-Partei die entscheidende Wählerschaft sei, rechnerisch unlogisch. Dass einige Umfrageinstitute versuchen zu vermitteln, die Wahlen würden gewonnen, wenn die CHP die DEM-Stimmen erhält, wäre ein historischer Irrtum.“
Erkin unterstrich in seinem Artikel zudem folgende Frage:
„Ist es nicht die Volksallianz (Cumhur İttifakı), die den neuen Öffnungsprozess eingeleitet hat? Warum sollten die Stimmen von AKP und MHP nicht sinken?“
Bezüglich dieser Frage gab die von Erkin befragte Person folgende Einschätzung ab:
„Die Antwort liegt in der Frage selbst. Zusammen mit den Proteststimmen, die von AKP und MHP kommen werden, führen die Stimmen der İYİ-Partei, der Zafer-Partei und der Anahtar-Partei sowie die Stimmen der gemäßigten DEM-Wähler zu den 50 Prozent plus einer Stimme. Niemand sagt hier, dass man keine Stimmen von der DEM erhalten sollte. Aber man darf die nationalistischen Stimmen nicht unterschätzen und sie nicht vor den Kopf stoßen.“
Erkin merkte im weiteren Verlauf seines Artikels an, dass die Wählerblöcke in den politischen Kreisen Ankaras grob wie folgt bewertet werden:
25 % konservativ (AKP/YRP)
25 % links (CHP/TİP)
25 % nationalistisch (MHP/İYİ Parti/Zafer Partisi/Anahtar Parti/BBP)
10 % DEM-Wähler
15 % apolitische oder Nichtwähler
Erkin erklärte, dass ein Kandidat, der sich in der Schnittmenge der nationalistischen, konservativen und national-linken Blöcke positionieren könne, laut diesem Bild hohe Gewinnchancen hätte. Am Ende des Artikels wurde darauf hingewiesen, dass die Parteien bereits an neuen Bündnissen und Formeln arbeiten, um das Ziel von 50 Prozent plus einer Stimme für die Wahlen zu erreichen, die für Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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