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Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Die Ära der Erbnachfolge ohne Notar beginnt. Mit der Einführung der „einvernehmlichen Aufteilung“ wird das Prinzip der gleichen Erbfolge faktisch außer Kraft gesetzt; Experten warnen vor erheblichen Rechtsverlusten für Frauen und einem steigenden Risiko für Gewalt.

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Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Gemäß einer neuen Regelung, die von der Generaldirektion für Grundbuch- und Katasterwesen in Kraft gesetzt wurde, können Erben ihr Erbe nun durch eine schriftliche Vereinbarung untereinander aufteilen, ohne dass ein Notar eingeschaltet werden muss.

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Diese als „einvernehmliche Aufteilung“ bezeichnete Praxis könnte, obwohl sie im geltenden Gesetz nicht explizit vorgesehen ist, in der Praxis das Prinzip der gleichen Erbfolge aushebeln.

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Bei Aufteilungen, die zuvor auf offiziellem Wege und mit notarieller Beglaubigung erfolgten, war es eine gesetzliche Verpflichtung, allen Erben gleiche Rechte einzuräumen. Mit der neuen Regelung können Erben jedoch untereinander vereinbaren, das Erbe in unterschiedlichen Anteilen aufzuteilen, und diese Aufteilung wird direkt bei den Grundbuchämtern bearbeitet. Zudem wird keine offizielle Stelle prüfen, ob die Aufteilung gerecht ist oder auf Freiwilligkeit basiert.

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

„ZUSTIMMUNG“ WIRD NICHT GEPRÜFT, TÜR FÜR RECHTSVERLETZUNGEN GEÖFFNET

Frauenorganisationen und Juristen sind der Ansicht, dass diese Praxis insbesondere für Frauen, die unter Druck leben, ein großes Risiko birgt. Canan Güllü, Vorsitzende des Türkischen Frauenvereinsverbandes, argumentierte, dass die Regelung die tatsächliche Zustimmung von Frauen untergraben könnte.

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Güllü sagte: „Diese Praxis, die unter dem Namen ‚einvernehmliche Aufteilung‘ durchgeführt wird, bietet Frauen unter Bedingungen, in denen sie wirtschaftlich und sozial unter Druck stehen, keine Chance auf gleichberechtigte Verhandlungen. Es gibt keinen Mechanismus, der bei den im Grundbuchamt vorgenommenen Transaktionen prüft, ob tatsächlich eine Zustimmung vorliegt.“

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Güllü betonte, dass insbesondere Frauen, die häuslicher Gewalt, Drohungen und Nötigung ausgesetzt sind, in diesem System große Rechtsverluste erleiden werden, und unterstrich, dass die Praxis zu einer Verletzung des Eigentumsrechts führen könne.

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Verfechterinnen von Frauenrechten weisen darauf hin, dass Frauen in diesem System, in dem die notarielle Aufsicht ausgeschlossen ist, dazu gezwungen werden könnten, unter Gewalt oder Nötigung auf ihre Rechte zu verzichten. Auch Juristen warnen davor, dass viele unter dem Deckmantel einer „Vereinbarung“ getroffene Aufteilungen in Wirklichkeit Entscheidungen sein könnten, die unter Druck zustande gekommen sind, und dass dies die Fälle von Gewalt erhöhen könnte.

Erbrechtsregelung sorgt für Diskussionen: Gehen Frauenrechte am Verhandlungstisch verloren?

Das Recht auf gleiches Erbe gilt für Frauen gesetzlich weiterhin. Doch mit dieser neuen Methode in der Praxis könnte das Gleichheitsprinzip nur noch auf dem Papier bestehen. Frauenorganisationen und Anwaltskammern fordern die Regierung auf, diese Regelung aufzuheben und die Notarpflicht wieder einzuführen.


Nachrichtenquelle : 12punto

Grundbuch- und Katasteramt