Ermittlungen zum Brand in Kartalkaya: Auf Anweisung Erdoğans wurden 3 Personen geopfert – Sorge vor „Rückschlag auf uns“
Im Zusammenhang mit dem Brand im Grand Kartal Hotel, bei dem 78 Menschen ihr Leben verloren, hat das Ministerium für Kultur und Tourismus Ermittlungen gegen drei untergeordnete Beamte genehmigt, während hochrangige Persönlichkeiten, die angeblich die eigentliche Verantwortung tragen, geschützt wurden. Es wird behauptet, dass die Entscheidung auf Anweisung von Präsident Erdoğan getroffen wurde.
Im Rahmen der Ermittlungen zu dem Brand im Grand Kartal Hotel in Bolu, bei dem 78 Menschen ihr Leben verloren, hat das Ministerium für Kultur und Tourismus die Ermittlungserlaubnis für drei untergeordnete Beamte erteilt, denen zuvor keine solche Erlaubnis erteilt worden war.
Zu den Personen, gegen die nun ermittelt werden darf, gehören der stellvertretende Vorsitzende des Kontrollausschusses, Levent Kırcan, sowie die Kontrolleure Barış Başayvaz und Abdulkadir Eren, die die letzte Inspektion des Hotels durchgeführt hatten. Nach Informationen von İsmail Saymaz kamen zwei zuvor erstellte Vorprüfungsberichte zu dem Ergebnis, dass diese Personen „nicht schuldhaft“ gehandelt hätten; die Entscheidung wurde jedoch nach öffentlichem Druck und politischen Entwicklungen revidiert.
DREI PERSONEN AUF ANWEISUNG ERDOĞANS ALS „BAUERNOPFER“ DARGEBOTEN
Den Hintergrundinformationen von İsmail Saymaz zufolge steckt hinter diesem Rückzieher das direkte Eingreifen von Präsident Erdoğan. Demnach haben der stellvertretende Vorsitzende der AK-Partei, Ali İhsan Yavuz, sowie der Vorsitzende der Untersuchungskommission für den Kartalkaya-Brand, Selami Altınok, und weitere Kommissionsmitglieder in der vergangenen Woche die Ermittlungen vor Ort verfolgt und Erdoğan einen Bericht vorgelegt.
Quellen aus dem Umfeld der AK-Partei äußerten sich dazu wie folgt:
„Dass das Ministerium die Ermittlungserlaubnis nicht erteilte, hätte dazu geführt, dass ein Vorfall, mit dem wir nichts zu tun haben, auf uns zurückfällt. Höchstwahrscheinlich hat unser Präsident gemäß dem Bericht den Befehl gegeben, und der Minister hat drei Köpfe geopfert.“
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt im Bericht von İsmail Saymaz ist, dass hochrangige Beamte von den Ermittlungen ausgenommen wurden. Während es sich bei den drei Personen, gegen die ermittelt werden darf, um Kontrolleure handelt, werden Schlüsselpersonen wie die Generaldirektorin für Investitionen und Unternehmen, Neşe Çıldık, und der stellvertretende Minister Nadir Alpaslan weiterhin geschützt.
Der Abgeordnete der İYİ-Partei für Çanakkale und Mitglied der Untersuchungskommission für den Kartalkaya-Brand, Rıdvan Uz, kommentierte diese Situation gegenüber Saymaz wie folgt:
„Sie opfern drei Personen, um die eigentlichen Verantwortlichen vor der Justiz zu schützen. Neun Beamte auf Führungsebene werden nicht angetastet.“
Der Eigentümer des Grand Kartal Hotels, Halit Ergül, ist Mitglied des Vorstands der Agentur für Tourismusförderung und -entwicklung der Türkei (TGA), die dem Ministerium für Kultur und Tourismus untersteht und die Zertifikate für „Sicherer Tourismus“ und „Nachhaltiger Tourismus“ vergibt.
Der Vorstandsvorsitzende der TGA ist zudem der stellvertretende Minister Nadir Alpaslan, der ebenfalls nicht in die Ermittlungen einbezogen wurde.
EINSPRUCH GEGEN DIE ENTSCHEIDUNG
Wie İsmail Saymaz berichtet, hat der Vorsitzende des 9. Senats des Staatsrats, Abdurrahman Gençbay, der bei dem Brand seinen Sohn verlor, Einspruch gegen die zuvor vom Ministerium erteilte Entscheidung „keine Ermittlungserlaubnis“ eingelegt. Sollte der Staatsrat entscheiden, dass „ermittelt werden muss“, könnten die Beamten auch ohne die Erlaubnis des Ministeriums strafrechtlich verfolgt werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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