Istanbuls Yalı-Villen stehen zum Verkauf! Neue Ziele sind Bodrum, Alaçatı und Çeşme
Das Erdbeben der Stärke 6,2 am 23. April hat bei den Bewohnern der Istanbuler Küstenlinie für Besorgnis gesorgt. Nachdem Experten auf das mögliche Tsunami-Risiko hingewiesen hatten, wurden gleich fünf Yalı-Villen am Bosporus zum Verkauf angeboten. Die Nachfrage nach Luxusimmobilien verlagert sich derweil in Richtung Ägäis.
Das Erdbeben der Stärke 6,2, das sich am 23. April in Istanbul ereignete, hat bei den Bewohnern der Küstenregion große Unruhe ausgelöst. Nachdem Seismologen darauf hingewiesen hatten, dass bei einem möglichen Istanbul-Erdbeben aufgrund des Tsunami-Risikos die Gebäude entlang der Küstenlinie in großer Gefahr seien, richteten sich die Blicke auf die historischen Yalı-Villen am Bosporus.
Laut einem Bericht der Türkiye Gazetesi gibt es an beiden Ufern des Bosporus insgesamt etwa 600 dieser Villen. Die große Mehrheit dieser Bauwerke blickt auf eine etwa 200-jährige Geschichte zurück und steht unter Denkmalschutz.
Diese historischen Gebäude, die mit Holzmaterialien und traditionellen Techniken errichtet wurden, erfüllen die heutigen Sicherheitsstandards für Erdbeben nicht mehr.
FÜNF VILLEN AUF EINMAL ZUM VERKAUF ANGEBOTEN
Nach dem Beben der Stärke 6,2 kam es auf dem Istanbuler Immobilienmarkt zu einer bemerkenswerten Bewegung. Immobilienberater gaben an, dass allein innerhalb von zwei Tagen fünf Yalı-Besitzer Verkaufsabsichten äußerten.
Experten zufolge hat der Verkauf von Immobilien in Küstennähe aufgrund von Sicherheitsbedenken nach dem Erdbeben an Fahrt gewonnen. Obwohl diese besonderen Bauwerke am Bosporus sowohl für ihren historischen als auch für ihren ästhetischen Wert bekannt sind, werden sie aufgrund ihrer mangelnden Erdbebensicherheit zunehmend als riskant eingestuft.
NEUE ROUTE STEHT FEST
Auch die Richtung der Nachfrage nach Luxusimmobilien hat sich geändert. Käufer, die sich von der historischen Struktur Istanbuls abwenden und sicherere, neu errichtete Einfamilienhäuser suchen, haben ihre Route in Richtung der ägäischen Küstenorte wie Bodrum, Alaçatı und Çeşme gelenkt.
Die Immobilienberaterin Handan Bozanoğlu beschrieb den Wandel mit folgenden Worten:
„Istanbul ist mit der Realität des Erdbebens konfrontiert worden. Natürlich ist Istanbul eine einzigartige Stadt, aber die Menschen müssen in erster Linie an ihre Sicherheit denken. Aus diesem Grund hat der Auszug aus den Küstengebieten, allen voran aus den Yalı-Villen am Bosporus, begonnen. Die Menschen wollen ihre Immobilien entweder vermieten oder komplett verkaufen, um in Regionen wie Bodrum und Çeşme zu ziehen. Allerdings sind die Preise für wertvolle Immobilien aufgrund der Erdbebenangst deutlich gesunken. Das bereitet den Eigentümern Sorgen.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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