'Nationalistische Stimmen' prägen Präsidentschaftsumfrage
Der Journalist Aytunç Erkin bewertete in seiner Kolumne die Ergebnisse der neuesten Umfrage des Instituts für Gesellschaftsstudien (Toplum Çalışmaları Enstitüsü). Erkin teilte die Daten zu den Präsidentschaftswahlen und erklärte: „Wie aus dem Bericht hervorgeht, werden bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2028 oder den möglichen Wahlen im November/Dezember 2027 die ‚nationalistischen Stimmen‘ entscheidend sein.“
Der Journalist und Autor Aytunç Erkin hat in seiner Kolumne die Ergebnisse der Studie „Türkiyes Nationalismus-Karte“ analysiert, die vom Institut für Gesellschaftsstudien mit 2.017 Teilnehmern durchgeführt wurde. Erkin wies darauf hin, dass der Bericht auch Daten darüber enthalte, wie ein mögliches Rennen zwischen Mansur Yavaş, Ekrem İmamoğlu oder Özgür Özel gegen Recep Tayyip Erdoğan aussehen könnte, und sagte: „Aus dem Bericht geht hervor, dass bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2028 oder den möglichen Wahlen im November/Dezember 2027 die ‚nationalistischen Stimmen‘ entscheidend sein werden.“
Aytunç Erkin fasste die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts wie folgt zusammen:
73 PROZENT DER CHP-WÄHLER SIND NATIONALISTISCH
„Den Ergebnissen der Studie zufolge, die eine nationale Repräsentativität aufweist, definieren sich 73,4 Prozent der Menschen in der Türkei als ‚sehr nationalistisch‘ oder ‚nationalistisch‘. 76,2 Prozent der AKP-Wähler, 73 Prozent der CHP-Wähler, 95,3 Prozent der MHP-Wähler, 85,9 Prozent der İYİ-Partei-Anhänger und 98,2 Prozent der Zafer-Partei-Anhänger bezeichnen sich selbst als nationalistisch.“
34,2 PROZENT DEFINIEREN SICH ALS ATATÜRKISTEN
„Mit zunehmendem Bildungsniveau und Alter steigt der Anteil derer, die sich als nationalistisch bezeichnen, deutlich an. Auf die Frage nach ihrer politischen Selbstdefinition gaben 34,2 Prozent der Teilnehmer an, Atatürkisten zu sein, und 25,4 Prozent bezeichneten sich als türkische Nationalisten. Drei der fünf am häufigsten genannten politischen Ansichten sind verschiedene Formen des Nationalismus. Rechnet man die 5,4 Prozent der Ülkücü-Anhänger hinzu, wird deutlich, dass bei zwei von drei Personen in der Türkei die politische Einstellung auf Nationalismus basiert. Zählt man Nationalisten anderer politischer Strömungen hinzu, erreicht dieser Anteil die oben genannten 73,4 Prozent, was bedeutet, dass er fast drei von vier Personen umfasst.“
Aus dem Bericht geht hervor: Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2028 oder den möglichen Wahlen im November/Dezember 2027 werden die „nationalistischen Stimmen“ entscheidend sein.
Ein weiterer Abschnitt des Berichts ist bemerkenswert:
„84,7 Prozent der Teilnehmer lehnen die Ansicht ab, dass der Begriff ‚Türkentum‘ aus der Verfassung gestrichen werden sollte. Unter AKP-Wählern liegt dieser Wert bei 82,7 Prozent, bei der CHP bei 89,3 Prozent. 93 Prozent der türkischen Nationalisten, 89,5 Prozent der Atatürkisten und 63,6 Prozent der Islamisten gaben an, gegen eine Streichung des Begriffs ‚Türkentum‘ aus der Verfassung zu sein.“
Daraus lässt sich folgender Schluss ziehen: Es ist offensichtlich, dass Parteien, die den Begriff „Türkentum“ streichen oder dies unterstützen, auf Probleme stoßen werden!
Der Bericht untersuchte auch ein mögliches Rennen von Mansur Yavaş, Ekrem İmamoğlu und Özgür Özel gegen den AKP-Vorsitzenden Tayyip Erdoğan.
Lesen wir:
„Es zeigt sich, dass unter den möglichen Oppositionskandidaten für die erste Runde der kommenden Präsidentschaftswahl nur Mansur Yavaş mit 43,4 Prozent vor Tayyip Erdoğan liegt, der auf 38,7 Prozent kommt.“
Bei einer Kandidatur von İmamoğlu erhält dieser – innerhalb der Fehlertoleranz – fast die gleichen Stimmen wie Erdoğan (Erdoğan 42,6 Prozent, İmamoğlu 40,3 Prozent).
Bei einer Kandidatur von Özgür Özel kommt Erdoğan in der ersten Runde auf 47,9 Prozent, während Özgür Özel 35,7 Prozent erreicht.
In einer Stichwahl zwischen Erdoğan und Yavaş sieht das Ergebnis wie folgt aus:
Mansur Yavaş 47,9 Prozent
Erdoğan 43,2 Prozent
Erdoğan erhält 54,3 Prozent der Stimmen türkischer Nationalisten, 77,1 Prozent der Konservativen, 69,1 Prozent der Islamisten und 64,1 Prozent der Ülkücü-Anhänger.
Yavaş hingegen scheint die Unterstützung von 73,4 Prozent der Atatürkisten, 64,4 Prozent der Sozialdemokraten und 58 Prozent der Sozialisten zu genießen.
Nachrichtenquelle : 12punto
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