Neue Details zur Hotel-Katastrophe in Bolu: Anweisung lautete 'Wir löschen das unter uns, informiert niemanden'
Während die Ermittlungen zum Brand im Grand Kartal Hotel in Bolu, bei dem 78 Menschen ihr Leben verloren, andauern, offenbaren die Aussagen von Mitarbeitern die Fahrlässigkeit hinter der Katastrophe. Die Behauptung, während des laufenden Brandes sei die Anweisung „Wir löschen das Feuer unter uns“ erteilt worden, sorgt für großes Aufsehen.
Bei dem Brand, der am 21. Januar im Grand Kartal Hotel in Bolu Kartalkaya ausbrach, kamen 78 Menschen ums Leben. Im Rahmen der nach dem Vorfall eingeleiteten Ermittlungen wurden der Hoteleigentümer Halit Ergül, der Generaldirektor Emir Aras, der Hoteldirektor Zeki Yılmaz sowie 16 weitere Mitarbeiter festgenommen. Details zu dem Brand kommen nun durch die Aussagen der Mitarbeiter ans Licht.
Der Hotelmitarbeiter Tuni Burhan schilderte gegenüber CNN Türk seine Erlebnisse und die Versäumnisse im Hotel. Burhans Aussagen verdeutlichen die Entscheidungen, die zur Ausweitung der Katastrophe führten.
„ANWEISUNG: NIEMANDEM BESCHEID SAGEN“
Burhan beschrieb die Ereignisse in der Brandnacht wie folgt: „Ein Koch, der in der Küche im Nebenraum arbeitete, klopfte an unsere Tür und weckte uns. Er sagte: ‚Es gibt ein kleines Feuer, keine Panik, aber räumt sofort das Zimmer.‘ Wir kamen in Eile heraus und sahen, wie heftige Flammen aus den Fenstern der Küche schlugen. Das Feuer war bereits außer Kontrolle.“
Laut den Gesprächen unter dem Personal habe das Feuer begonnen, als heißes Öl in der Küche in Brand geriet. Burhan erklärte, dass die Schornsteinreinigung nicht durchgeführt worden sei und gefrorenes Fett das Feuer zusätzlich angefacht habe. Er fügte hinzu: „Sie haben versucht, das heiße Öl mit Wasser zu löschen, was das Feuer nur noch vergrößert hat.“
Burhan teilte ein noch brisanteres Detail mit: „Die Anweisung kam an den Hoteldirektor. Der Direktor sagte: ‚Weckt das Personal, sagt niemandem Bescheid, wir löschen das unter uns. Schickt einen Teil des Personals zum Parkplatz.‘ Es wird behauptet, dass der Hoteleigentümer Halit Ergül diese Anweisungen gegeben hat. In diesem Hotel liefen die Dinge immer so. Probleme sollten gelöst werden, ohne dass jemand davon erfuhr“, berichtete er über die Geschehnisse.
„DAS HOTEL WAR GOTT ÜBERLASSEN“
Burhan betonte, dass die Versäumnisse im Grand Kartal Hotel bereits vor dem Brand bestanden hätten: „Das Hotel wurde quasi dem Schicksal überlassen. Bei einer Inspektion am 12. Dezember wurde an dem Aufzug, den das Personal benutzte, ein rotes Etikett angebracht, das ‚gefährlich und Benutzung verboten‘ bedeutete. Aber wir haben diesen Aufzug ab diesem Datum weiterhin benutzt. Gaslecks und Rohrbrüche kamen häufig vor. Unter dem Personal wurde gescherzt: ‚Vielleicht schaffen wir es, diese Saison heil zu überstehen‘.“
19 PERSONEN FESTGENOMMEN
Im Rahmen der von der Generalstaatsanwaltschaft Bolu geführten Ermittlungen wurden insgesamt 19 Personen festgenommen, darunter der Hoteleigentümer Halit Ergül, der Generaldirektor Emir Aras, der Hoteldirektor Zeki Yılmaz, der Buchhaltungsleiter Kadir Özdemir, der Koch Faysal Yaver, der Elektriker Hüseyin Özer sowie weitere Mitarbeiter. Die Ermittlungen dauern an, während neue Details über die Versäumnisse im Hotel und deren Ausmaß ans Licht kommen.
Während diese große Katastrophe, bei der 78 Menschen ihr Leben verloren, durch eine Kette von Versäumnissen auffällt, wird auch den Vorwürfen nachgegangen, dass die Behörden zu spät auf den Brand reagiert hätten.
Nachrichtenquelle : 12punto
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