Neue Erklärung von Kılıçdaroğlus Anwalt: 'Er sagt es nicht einmal mir'
Celal Çelik, der Anwalt von Kemal Kılıçdaroğlu, der sich bisher weigerte, den Parteitagsprozess der CHP zu kommentieren, hat sich nun zu dem Thema geäußert.
Die Klage auf Annullierung des 38. Ordentlichen Parteitags, auf dem Özgür Özel zum Parteivorsitzenden gewählt wurde, sowie des 21. Außerordentlichen Parteitags der CHP wurde heute vor dem 42. Zivilgericht erster Instanz in Ankara verhandelt.
Das Gericht verkündete seine Zwischenentscheidung, wies den Antrag auf einstweilige Absetzung des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel sowie der Mitglieder des Parteirats (PM) und des Zentralkomitees (MYK) zurück und vertagte die nächste Anhörung auf den 24. Oktober.
Kılıçdaroğlu, der sich während der Verhandlung des Parteitag-Prozesses zu Hause aufhielt, begab sich nach der Entscheidung gemeinsam mit seinem Anwalt Celal Çelik in sein Arbeitsbüro.
Während Kılıçdaroğlus Schweigen zu den Ereignissen innerhalb der Partei für Reaktionen sorgte, äußerte sich sein Anwalt Celal Çelik zu dem Thema.
Gegenüber Saygı Öztürk von der Zeitung Sözcü erklärte Celal Çelik, dass sie sehr sensibel vorgegangen seien und er nicht einmal das Justizgebäude in Dışkapı betreten habe, wo der Parteitag-Prozess stattfand, um „kein Gerede und keine Spekulationen aufkommen zu lassen“.
Çeliks Erklärungen lauten wie folgt:
„Die Untersuchung zum Parteitag hat nicht wegen uns begonnen. Sie nahm ihren Ausgang in einem Streit zwischen dem CHP-Provinzvorsitzenden von Bursa, Nihat Yeşiltaş, und einem anderen Parteimitglied. Bei der Staatsanwaltschaft Bursa wurde eine Strafanzeige eingereicht. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin die Untersuchung ein. Später verwies sie die Akte nach Ankara mit der Begründung, dass Ankara für die Untersuchung zuständig sei. Als die Akte dort eintraf, setzte die Generalstaatsanwaltschaft Ankara die Untersuchung fort.
Als die Untersuchung zum Parteitag in der Presse bekannt wurde, reichten unter anderem Hatip Karaaslan, der ehemalige Bürgermeister der Stadtverwaltung Hatay, Lütfü Savaş, und einige Parteitagsdelegierte Klage beim Justizgebäude in Ankara ein. Sie sagten: ‚Wir haben erfahren, dass der Parteitag dubios war. Deshalb akzeptieren wir das nicht.‘ Sie reichten Petitionen ein, die einer Klageerhebung gleichkamen. Ist es ihr Recht, zu klagen? Es ist ihr Recht, sie können klagen.
Als Kılıçdaroğlu und sein Anwalt habe ich mich beharrlich sowohl von der Untersuchung als auch von der Klage ferngehalten. Ich habe nicht einmal den Fuß in das Justizgebäude im Stadtteil Dışkapı gesetzt, wo der Prozess stattfand. Der Grund dafür war, dass kein Gerede entstehen und nichts falsch verstanden werden sollte. Wir waren diesbezüglich sehr sensibel.
Kann Kılıçdaroğlu einen Kommentar zu einem Prozess abgeben, an dem er nicht beteiligt ist? Kann er etwas dazu sagen? Was soll er sagen? Als die Generalstaatsanwaltschaft Ankara ihn zur Untersuchung vorlud, lautete seine Antwort: ‚Ich habe keinerlei Informationen oder Kenntnisse darüber.‘ Und das ist auch richtig so. Parteivorsitzende kommen spät zum Parteitag, halten ihre Eröffnungsrede und gehen dann wieder. Sie kommen, um ihre Stimme abzugeben, und gehen wieder. Es ist unmöglich, dass er die dortigen Gespräche oder, sagen wir mal, etwaige Beziehungen mitbekommt. Solche Dinge werden ohnehin nicht in Anwesenheit des Vorsitzenden besprochen.
Der Parteivorsitzende hat in dieser Angelegenheit weder ein Interesse noch Informationen oder Kenntnisse. Es mag Gerüchte geben. Jeder hat etwas gehört. Das ist eine andere Sache. Aber letztendlich habe ich in dem Schreiben, das ich auf Anweisung des Parteivorsitzenden bei der Generalstaatsanwaltschaft Ankara eingereicht habe, Folgendes erklärt:
‚Unser geschätzter Parteivorsitzender hat keinerlei Informationen oder Kenntnisse über diese Vorwürfe. Da er also keine Informationen beisteuern kann, wird er auch keine Aussage machen.‘ Trotz dieser Tatsache und obwohl dies bekannt ist, hat leider – wie es früher die ‚Pool-Medien‘ gab – nun ein ‚Teil der Medien‘ einen Angriff auf den Parteivorsitzenden gestartet. Warum wird Kemal Bey angegriffen, der sich von allem fernhält? Er gibt keine Erklärungen ab, er möchte mit niemandem über diese Themen sprechen. Als sein Anwalt teilt er nicht einmal mir seine Gedanken mit. Das ist der Stand der Dinge.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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