Putin-Vertrauter Aleksandr Dugin äußert sich: 'Es gibt großen Widerstand gegen Erdoğan'
Der für seine Nähe zu Putin bekannte russische Politikwissenschaftler Aleksandr Dugin äußerte sich zu zahlreichen Themen, von der Syrien-Krise bis hin zu den politischen Entwicklungen in der Türkei. Dugin wies auf Kritik an Erdoğan hin und erklärte: „Es gibt großen Widerstand gegen Erdoğan.“
Der russische Politikwissenschaftler Alexander Dugin, der als einflussreiche Persönlichkeit im Umfeld des russischen Staatschefs Wladimir Putin gilt, äußerte sich zu einer Reihe von Themen, darunter die türkisch-russischen Beziehungen, die Nahostpolitik der USA und die Syrien-Frage.
Im Gespräch mit Hakan Kılıç, dem Vorstandsvorsitzenden von Polemik Medya, verwies Dugin im Zusammenhang mit dem russischen Rückzug aus Syrien auf die Ukraine-Front.
Dugin erklärte: „Ihr Ziel war es, Russland eine Niederlage zuzufügen. Da sich Putin jedoch vollständig auf die Lage in der Ukraine konzentrierte, entschied er, dass er den Kampf an einer zweiten Front nicht bewältigen könne. Hätte Putin Syrien nicht verlassen, wäre dort mit der vollständigen Beteiligung russischer Truppen eine neue Front eröffnet worden.“
„DER ZEITPUNKT VON ERDOĞANS SYRIEN-VORSTOSS WAR FALSCH“
Zur Syrien-Politik von Präsident Erdoğan und deren Timing sagte Dugin: „Die Türkei wird in Syrien sehr ernsthafte Probleme bekommen. Amerika und der Westen werden die Kurden unterstützen. Ich denke, dass Erdoğans Unterstützung für al-Shara ein strategischer Fehler war. Das Timing war sehr wichtig.“ Er äußerte sich zudem zu den in Istanbul abgehaltenen Treffen bezüglich der russisch-ukrainischen Waffenstillstandsverhandlungen.
„ES GIBT GROSSEN WIDERSTAND GEGEN ERDOĞAN“
Auf die Frage nach dem Bürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu, dem Vorsitzenden der Zafer-Partei Ümit Özdağ und anderen Verhaftungen antwortete Dugin: „Vielleicht irre ich mich. Ich denke, dass es bei diesen Protesten in der Türkei zwei Elemente gibt. Es gibt großen Widerstand gegen Erdoğan. Er hat so seltsame Schritte unternommen, dass es eine echte Reaktion gegen seine Herrschaft gibt. Seine Autorität und der Respekt ihm gegenüber haben abgenommen. Das türkische Volk ist ein großes Volk. Es reicht nicht, den Menschen zu sagen: 'Ich schaffe Ordnung, tut dies'.
Man muss das Warum erklären. Was liegt am Horizont, welche Perspektiven gibt es für die Zukunft? Ich glaube, dass das Volk in Erdoğan keine Zukunft mehr sieht. Das Volk sagt: 'Mit Erdoğan ist es genug'. Das ist ein natürliches Ergebnis. Wenn man seinem Volk keinen Respekt entgegenbringt, hört das Volk auf, einem selbst Respekt entgegenzubringen...“
Nachrichtenquelle : 12punto
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