Reinigungsmittel im türkischen Kaffee: Aussagen zum Skandalfall bekannt geworden
Nachdem Ayben Özçilingir Turtura in Beyoğlu nach dem Trinken eines türkischen Kaffees erkrankte und auf die Intensivstation eingeliefert wurde, stellte sich heraus, dass sie mit einer ätzenden Substanz in Kontakt gekommen war; der Kaffee war aus einer Flasche zubereitet worden, die Reinigungsmittel enthielt.
Nachdem die 26-jährige Ingenieurin Ayben Özçilingir Turtura in einem Café in Beyoğlu nach dem Trinken eines türkischen Kaffees zusammengebrochen war und wegen des Verdachts auf Kontakt mit einer ätzenden Substanz intubiert auf die Intensivstation verlegt werden musste, sind nun die Aussagen der Geschäftsinhaberin und der Mitarbeiter bekannt geworden. Es wurde berichtet, dass Turtura Verätzungen an Rachen, Speiseröhre, Luftröhre, Magen und Lunge erlitten hat. Es wurde festgestellt, dass der Kaffee mit Wasser aus einer Flasche zubereitet wurde, die eigentlich für die Küche bestimmt war, jedoch Spülmittel enthielt.
Der Vorfall ereignete sich am Montag, dem 17. November, gegen 13.00 Uhr im Stadtviertel Ömer Avni. Informationen zufolge bestellte Ayben Özçilingir Turtura in dem Café, das sie mit einer Freundin besuchte, einen türkischen Kaffee. Es wurde angegeben, dass Turtura unmittelbar nach dem ersten Schluck des Kaffees plötzlich zusammenbrach, sich in Richtung Waschraum begab und kurz darauf aufgrund von Atemnot und Taubheitsgefühlen auf der Zunge ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Nach einer Erstversorgung wurde Turtura mit Verdacht auf eine Vergiftung durch ätzende Substanzen in ein anderes Krankenhaus verlegt, wo sie auf der Intensivstation intubiert wurde.
WICHTIGE ERKENNTNIS: VERDACHT AUF REINIGUNGSMITTEL IM KAFFEE
Bei den Untersuchungen durch die Kriminalpolizei von Beyoğlu wurde festgestellt, dass Engin Ö., der Vater der für den Betrieb verantwortlichen Personen, industrielles Spülmittel in Flaschen gefüllt hatte, die in der Küche verwendet wurden, und dass die Mitarbeiterin Münire A., die den Kaffee zubereitete, diese mit Reinigungsmittel gefüllte Flasche für Wasser hielt und verwendete.
Es wurde vermerkt, dass die Geschäftsinhaberin Gülsüm Sude Ö. (26) und die Mitarbeiterin Sıla Nur Ö. (28) während des Vorfalls im Café anwesend waren und dass die den Kaffee zubereitende Münire A. sowie die zum Zeitpunkt des Vorfalls im Betrieb befindliche Sıla Nur Ö. als Beschuldigte an die Justizbehörden überstellt wurden.
CAFÉ VERSIEGELT, HAUSARREST FÜR DIE BESCHULDIGTEN
Im Rahmen der Ermittlungen wurden die Aussagen der Geschäftsinhaberin Gülsüm Sude Ö. und ihres Vaters Engin Ö. aufgenommen. Gegen die an die Justiz überstellten Münire A. und Sıla Nur Ö. wurden gerichtliche Auflagen in Form eines Ausreiseverbots und Hausarrests verhängt. Das Café wurde von den Ordnungsbehörden der Gemeinde Beyoğlu versiegelt.
„AUF DEN FLASCHEN GAB ES KEINERLEI KENNZEICHNUNG“
Die den Kaffee zubereitende Münire A. schilderte in ihrer Aussage detailliert den Tag des Vorfalls. Sie gab an, am 17. November aufgrund einer Veranstaltung im Café zur Unterstützung im Betrieb gewesen zu sein, da Sıla Nur Ö. alleine arbeitete und viel Betrieb herrschte. Sie habe den Kaffee aus der Kaffeemaschine in die Tassen gefüllt und anschließend Wasser aus einer Flasche auf der Theke in die Gläser gefüllt und serviert.
Münire A. erklärte weiter, dass später ein weiterer Kaffee bestellt worden sei, sie für die Kaffeemaschine erneut Wasser aus derselben Flasche genommen und den Kaffee serviert habe. Nachdem Turtura nach dem Trinken des Kaffees zusammengebrochen sei, habe man zunächst an eine allergische Reaktion gedacht, doch als sich der Zustand verschlechterte, sei die Kundin ins Krankenhaus gebracht worden.
Münire A. sagte: „Auf den Flaschen gab es keinerlei Kennzeichnung. Die Farbe der Flüssigkeit war identisch mit Wasser. Es war unmöglich, sie zu unterscheiden. Als Sıla Nur mir sagte, dass die Flüssigkeit in der Flasche Reinigungsmittel sei, war ich zutiefst schockiert. Nach diesem Vorfall habe ich ‚Reinigungsmittel‘ auf die Flaschen geschrieben. Ich habe diesen Fehler nicht absichtlich begangen.“
„ES WAR, ALS WÜRDE DIE WELT ÜBER MIR ZUSAMMENBRECHEN“
Die Mitarbeiterin des Betriebs, Sıla Nur Ö., erklärte in ihrer Aussage, dass Münire A. zur Unterstützung in den Betrieb gekommen sei und sie ihr während des Kundenandrangs die Aufgabe des Kaffeeservices übertragen habe.
Sıla Nur Ö. gab an, sie habe darauf hingewiesen, dass das Wasser aus dem Wasserfiltergerät entnommen werden solle, wusste jedoch nicht, dass Münire A. die Flasche auf der Theke benutzte. Nachdem Turtura zusammengebrochen war, habe man versucht, einen Krankenwagen zu rufen, doch die Freunde hätten sich entschieden, sie mit ihrem eigenen Fahrzeug ins Krankenhaus zu bringen.
Sıla Nur Ö. sagte: „Als Münire mir sagte: ‚Ich habe es mit diesem Wasser gemacht‘, erlitt ich einen großen Schock, da ich wusste, dass sich in den Flaschen Reinigungsmittel befand. Diese Flaschen waren Glasflaschen, die ständig für Reinigungsmittel verwendet wurden. Sie waren nicht gekennzeichnet. Ihre Farbe war von Wasser nicht zu unterscheiden. Ich bin sehr traurig über das, was passiert ist.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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