Skandal bei der Verlosung im Ebrar-Komplex: Wohnung für den Bauunternehmer, 300 Anspruchsberechtigte bleiben obdachlos
Die Verlosung der neu errichteten Wohnungen im Ebrar-Komplex in Kahramanmaraş wurde drei Tage vorverlegt, ohne die Anspruchsberechtigten darüber zu informieren. Das Ergebnis der Ziehung führte dazu, dass der Bauunternehmer Tevfik Tepebaşı und seine Angehörigen eine Wohnung erhielten, während 300 Bewohner des Komplexes obdachlos blieben.
Der Ebrar-Komplex in Kahramanmaraş, einer der Orte mit den meisten Todesopfern bei der größten Erdbebenkatastrophe der Türkei, war Schauplatz einer großen Tragödie, bei der durch den Einsturz von 18 Wohnblöcken 1400 Menschen ihr Leben verloren.
Nach der Räumung der Trümmer dauerte der von der staatlichen Wohnungsbaubehörde TOKİ begonnene Bau der neuen Wohnungen zwei Jahre; die Verlosung für die fertiggestellten Häuser fand vor wenigen Tagen statt.
Doch die Verlosung, die ohne Benachrichtigung der Anspruchsberechtigten vorgezogen wurde, und deren Ergebnisse deckten einen großen Skandal auf.
300 ANSPRUCHSBERECHTIGTE BLEIBEN OBDACHLOS
Das Ergebnis der Ziehung ergab, dass der Bauunternehmer Tevfik Tepebaşı, der die eingestürzten Gebäude des Ebrar-Komplexes errichtet hatte und sich wegen Mordes vor Gericht verantworten muss, sowie seine Familie Wohnungen erhielten.
Im Gegensatz dazu wurden etwa 300 Anspruchsberechtigten keine Wohnungen zugewiesen. Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Erhan Adem reagierte scharf auf diese Situation: „Während Menschen obdachlos bleiben, ist es ein großer Skandal, dass dem verantwortlichen Bauunternehmer, seinem Schwager und seinem Schwiegersohn Wohnungen zugesprochen werden.“
''DAS IST EIN VERRAT''
Adem erklärte, dass die Verlosung der Wohnungen ohne Information der Anspruchsberechtigten vom 6. Februar auf den 3. Februar vorgezogen wurde und die Ziehung mittels eines Losbehälters erfolgte, und äußerte seinen Unmut mit folgenden Worten:
„Wir schreiben das Jahr 2025; während eine transparente Verlosung mit moderner Technologie möglich wäre, wurden die Namen aus einem Losbehälter gezogen. Zudem ist nicht einmal bekannt, wo die Anspruchsberechtigten, die nicht gezogen wurden, eine Wohnung erhalten sollen. Was hier geschehen ist, ist ein offener Verrat und eine Ungerechtigkeit.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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