Terroristenführer Öcalan soll nach seiner Festnahme vier Forderungen gestellt haben! Der Kommandant, der das Gespräch führte, spricht zum ersten Mal...
Tayfun Yıldız, der damalige Leiter des Gendarmerie-Nachrichtendienstes, der nach der Festnahme des Terroristenführers Abdullah Öcalan im Jahr 1999 zwölf Tage lang mit ihm verhandelte, hat nun erstmals über dieses Gespräch berichtet.
Der Gesprächsverkehr im Rahmen des neuen Lösungsprozesses, der auf den Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli hin begann und von der Regierung als „Türkei ohne Terror“ bezeichnet wird, hält an. Die İmralı-Delegation der DEM-Partei, die den AKP-Vorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan im Palast besuchte, wird heute mit Justizminister Yılmaz Tunç zusammentreffen.
Während die Debatten über den neuen Lösungsprozess andauern, hat der Kommandant, der nach der Festnahme des PKK-Terroristenführers Abdullah Öcalan im Jahr 1999 zwölf Tage lang mit ihm sprach, berichtet, worüber sie sich unterhalten haben.
Die türkischen Streitkräfte (TSK) führten nach der Festnahme des Terroristenführers Öcalan eine Studie zur Auflösung der Terrororganisation PKK durch. In diesem Rahmen führte der damalige Leiter des Militärgeheimdienstes der Gendarmerie, Tayfun Yıldız, 12 Tage lang Gespräche mit Öcalan. Während der Gespräche wurden Öcalan 45 Fragen gestellt. Yıldız sagte: „Auch heute wiederholt Öcalan dieselben Forderungen: eine Generalamnestie, Rehabilitation, die Vermittlung der Terroristen in Arbeitsplätze und seine eigene Freilassung.“
Der damalige Leiter des Militärgeheimdienstes der Gendarmerie, Tayfun Yıldız, schilderte sein Gespräch mit Öcalan gegenüber Saygı Öztürk von der Zeitung Sözcü.
Die Aussagen von Yıldız lauten wie folgt:
„Nachdem Abdullah Öcalan in die Türkei gebracht worden war und seine routinemäßige Aussage aufgenommen wurde, rief mich der damalige Leiter der Operationsabteilung des Generalstabs, Generalleutnant Yaşar Büyükanıt, zusammen mit dem Leiter der Abteilung für Innere Sicherheit des Generalstabs, Brigadegeneral Ümit Şahintürk, zu sich und forderte eine strategisch umfassende Befragung Öcalans sowie eine Studie darüber, was zur Zerschlagung der PKK getan werden müsse.
Im Vordergrund stand die Frage, was getan werden müsse, um die PKK aufzulösen und sicherzustellen, dass die Terroristen sich mitsamt ihren Waffen ergeben. Wir bereiteten 45 Fragen an Öcalan vor, die sich auf die Unterstützung der PKK durch verschiedene Länder und auf strategische Themen bezogen. Ich fuhr zusammen mit einem Major nach İmralı. Wir sprachen jeden Tag vier Stunden lang.
Wir wollten den Terror beenden, dass Öcalan seine Organisation auflöst und dass die Terroristen in den Bergen sich ergeben. Das heißt, wir arbeiteten damals an ähnlichen Dingen wie heute. Öcalan nannte drei wichtige Punkte für die Beendigung des Terrors:
1- Wenn Sie die Organisation auflösen und die PKK vollständig beseitigen wollen, müssen Sie eine Generalamnestie erlassen. Dafür sollten auch diejenigen, die sich noch im Gebirgskader der Organisation befinden, von dieser Amnestie profitieren, wenn sie kommen und sich ergeben.
2- Sie müssen Rehabilitationszentren für die Organisationsmitglieder schaffen, die von der Amnestie profitieren. Diese sollten Sie – wenn Sie möchten, durch eigene Maßnahmen in der Türkei oder im Nordirak, vorzugsweise jedoch innerhalb der Türkei – einrichten und dort ausbilden.
3- Nach der Rehabilitation müssen Sie deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft durch die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten sicherstellen.
4- Seine eigene bedingungslose Freilassung muss sichergestellt werden.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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