Im Militärurlaub verschwunden: Seit 19 Jahren keine Spur – Familie setzt Belohnung aus
Das Schicksal von Metin Karslıoğlu, der vor genau 19 Jahren während eines Militärurlaubs in Kocaeli spurlos verschwand, ist bis heute ungeklärt. Eine der Familie zugespielte Tonaufnahme hat jedoch neue Hoffnung geweckt. Die Familie Karslıoğlu hat eine Belohnung von 100.000 US-Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Falls führen.
Der damals 22-jährige Metin Karslıoğlu, der seinen Militärdienst im Bezirk Foça in Izmir leistete, hatte aufgrund gesundheitlicher Probleme einen Urlaub zur Genesung erhalten. Am 16. Mai 2007 verschwand er in seiner Heimatstadt İzmit in der Provinz Kocaeli. Seit diesem Tag hat die Familie kein Lebenszeichen mehr von dem jungen Mann erhalten. Nach seinem Verschwinden leiteten sowohl die Polizei als auch die Militärbehörden umfangreiche Suchmaßnahmen ein. Trotz dieser Bemühungen gab es außer der Tatsache, dass sein Mobiltelefon zum Zeitpunkt des Verschwindens ausgeschaltet wurde und nie wieder aktiv war, keine weiteren Anhaltspunkte. Fotos von Metin Karslıoğlu wurden in vielen Städten auf Flugblättern verbreitet, doch alle eingegangenen Hinweise blieben ergebnislos.
Die Familie hatte bereits vor Jahren eine Belohnung von 100.000 TL für Informationen ausgesetzt, die zu seinem sicheren Auffinden führen würden. Um die Hoffnung aufrechtzuerhalten, hat die Familie diesen Betrag im Laufe der Zeit auf 100.000 US-Dollar erhöht.
TONAUFNAHME ALS NEUE SPUR
Eine Tonaufnahme, die vor etwa zwei Jahren von einer Person an die Familie übergeben wurde, stellt eine neue Entwicklung in dem Fall dar. In der Aufnahme soll eine Person sagen: „Ich habe ihn getötet“. Diese Aufnahme wurde der Mordkommission der Polizeidirektion Kocaeli übergeben. Sowohl die Familie als auch ihr enges Umfeld äußern nun die Vermutung, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Metin Karslıoğlu einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, gestiegen sei.
Metin Karslıoğlus älterer Bruder, Fatih Karslıoğlu, betonte, dass sein Bruder geistig gesund gewesen sei, und sagte: „Es ist 19 Jahre her, dass mein Bruder verschwunden ist. Wir glauben, dass er einem Mord zum Opfer gefallen ist. Vor zwei bis drei Jahren erreichte die Mordkommission der Polizei in Kocaeli eine Tonaufnahme. In diesen Aufnahmen sagt jemand förmlich: ‚Ich habe ihn getötet‘. Der Name der Person wird in den Aufnahmen genannt. Bisher gab es von der Polizei keine Rückmeldung. Wir gehen davon aus, dass der Vorfall detaillierter untersucht wird.“
DER GERECHTIGKEITSAPPELL DER FAMILIE
Fatih Karslıoğlu berichtete, dass sie Jahre damit verbracht hätten, nach seinem Bruder zu suchen, und überall hingegangen seien, um ihr Möglichstes zu tun. „Damals untersuchten die Sicherheitskräfte die Telefonprotokolle und vernahmen Zeugen. Wir haben jahrelang kein Ergebnis erzielt. Jeder sagte Dinge wie: ‚Er kam vorbei, wir haben zusammengesessen und Tee getrunken‘. Ich war damals im Gefängnis von İzmit. Ich saß wegen eines Delikts in Haft. Ich habe durch die Lokalzeitung von der Nachricht erfahren. Als die Vermisstenanzeigen in der Lokalzeitung erschienen, dachte ich, mein Bruder sei nicht nach Hause gegangen und ohne Nachricht irgendwohin aufgebrochen, ohne dass etwas Schlimmes passiert sei. Man sagte uns, er sei in Antalya, wir fuhren nach Antalya. Man sagte uns, er sei dort, wir fuhren dorthin. Wir sind überall hingefahren. Wir haben Bilder aufgehängt, wir haben Nachforschungen angestellt. Wir haben kein Ergebnis gefunden. Damals hatten wir eine Belohnung von 100.000 TL ausgesetzt. Jetzt bieten wir 100.000 US-Dollar Belohnung für denjenigen, der den Mörder entlarvt“, erklärte er.
Die Familie gibt an, dass die Schritte von Justizminister Akın Gürlek zur Wiederaufnahme ungeklärter Kriminalfälle ihnen ein Stück weit Hoffnung gegeben haben. Fatih Karslıoğlu sagte: „Dass unser Justizminister Akın Gürlek die ungeklärten Fälle wieder aufrollt, hat uns ein wenig Trost gespendet. Wir wollen, dass alle vermissten Personen gefunden werden. Unser Bruder soll gefunden werden. Alle ungeklärten Fälle sollen aufgeklärt werden. Die Angehörigen der Vermissten sollen zur Ruhe kommen. Wer jemanden durch den Tod verliert, weint einen Tag, wer jemanden durch ein Verschwinden verliert, weint jeden Tag. Wir wollen, dass die Täter dieses Vorfalls bestraft werden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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