Journalisten erstatten Strafanzeige gegen die Zeitung Akşam
Nach einem Bericht der Zeitung Akşam, in dem behauptet wurde, dass einige Journalisten im Rahmen einer Untersuchung gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) Gelder erhalten hätten, haben Persönlichkeiten wie Nevşin Mengü, Yavuz Oğhan, Barış Pehlivan, Ruşen Çakır und İsmail Saymaz bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Sie werfen der Zeitung vor, unter Verwendung persönlicher Daten Verleumdungen verbreitet zu haben.
Einige der im Bericht der Zeitung Akşam genannten Journalisten haben Strafanzeige erstattet. In dem Bericht wurde behauptet, dass der Vorsitzende der Medya A.Ş., Murat Ongun, bestimmte Journalisten finanziert habe und Emrah Bağdatlı die Geldübergaben an diese Journalisten vorgenommen habe.
Rechtsanwalt Hüseyin Ersöz gab bekannt, dass er im Namen der Journalisten Nevşin Mengü, Yavuz Oğhan und Barış Pehlivan Strafanzeige erstattet habe. In der bei der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft eingereichten Beschwerde wurde gefordert, die Identität der Personen zu ermitteln, die unwahre und manipulative Informationen auf Basis von HTS-/Funkzellendaten verbreitet haben, die vermutlich auf illegalem Wege erlangt wurden, und Ermittlungen gegen diese einzuleiten.
Auch der Journalist İsmail Saymaz, dessen Name in dem Bericht genannt wurde, teilte über seinen Social-Media-Account mit, dass seine Anwälte diesbezüglich Strafanzeige erstattet hätten.
Der Journalist Ruşen Çakır reichte über seinen Anwalt eine Beschwerde gegen den verantwortlichen Redakteur der Zeitung Akşam, Recep Mert, wegen „Beleidigung“ und „Verletzung der Vertraulichkeit“ ein.
3 JOURNALISTEN FORDERN ÖFFENTLICHE KLAGE
In der von Rechtsanwalt Ersöz für Mengü, Oğhan und Pehlivan vorbereiteten Beschwerdeschrift wurde betont, dass dieses Thema nicht nur die Journalisten, sondern die Rechtssicherheit aller Bürger betreffe. Zudem wurde auf die Reaktionen von Mengü, Oğhan und Pehlivan in den sozialen Medien verwiesen. Es wurde die Identifizierung der Verdächtigen und die Erhebung einer öffentlichen Klage gefordert, wobei folgende Ausführungen gemacht wurden:
„Die Privatsphäre unserer Mandanten wurde im Rahmen einer ‚Aktivität einer kriminellen Vereinigung mit Gewinnabsicht‘ öffentlich verletzt; die auf rechtswidrige Weise erlangten, umstrittenen Informationen wurden über die Social-Media-Konten der Verdächtigen geteilt. In diesem Zusammenhang war es notwendig, Strafanzeige gegen die Verdächtigen zu erstatten, die die HTS-/Funkzellendaten unserer Mandanten erlangt, verbreitet, veröffentlicht und auf ihren Social-Media-Konten geteilt haben, insbesondere gegen die betreffenden X-Nutzer.“
Saymaz gab die Erstattung der Strafanzeige mit folgendem Beitrag auf seinem X-Account bekannt:
„In diesem Schmierblatt namens Akşam wurden Journalisten, zu denen auch ich gehöre, verleumdet. Es wurde so geschrieben, als hätten Treffen stattgefunden, die nie stattgefunden haben, und als wären Gespräche geführt worden, die nie geführt wurden. Dieses Verbrechen wurde begangen, indem persönliche Daten wie HTS-Signale erlangt oder geleakt wurden. Meine Anwälte haben heute Morgen Strafanzeige erstattet.“
ÇAKIR REICHT BESCHWERDE EIN
In der Beschwerdeschrift, die der Journalist Ruşen Çakır über seinen Anwalt gegen den verantwortlichen Redakteur der Zeitung Akşam, Recep Mert, einreichte, wurde erklärt, dass Çakır Emrah Bağdatlı nicht kenne und die Behauptung, sie hätten 11 Mal miteinander gesprochen, völlig gelogen sei.
Es wurde zudem festgehalten, dass Çakır weder von Murat Ongun noch von Emrah Bağdatlı oder einer dritten Person jemals Bargeld in einem Umschlag erhalten habe.
WAS WAR PASSIERT?
Die regierungsnahe Zeitung Akşam veröffentlichte am Sonntag, dem 18. Mai, einen Text über die Untersuchung gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB).
In dem auf den Seiten der Zeitung abgedruckten Text hieß es: „Nach der Untersuchung der Behauptungen, die auch in Zeugen- und Geständnisaussagen in den Medien auftauchten, wonach ‚Murat Ongun Journalisten finanzierte und Emrah Bağdatlı die Geldübergaben an die Journalisten vornahm‘, wurde ein ungewöhnlicher Verkehr von Gesprächen und physischen Treffen aufgedeckt.“
Die Zeitung Akşam berichtete zudem, dass ein nicht namentlich genannter Zeuge ausgesagt habe, dass Emrah Bağdatlı sich mit einigen Journalisten getroffen habe.
Zu den im Bericht genannten Journalisten gehörten unter anderem Yavuz Oğhan, Nevşin Mengü, Barış Pehlivan, Şaban Sevinç, Ruşen Çakır, İsmail Saymaz und Bahar Feyzan.
Nachrichtenquelle: 12punto
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