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Antwort von Justizminister Tunç zur Anklageschrift gegen Leyla Zana: „Die Verantwortung liegt bei der Justiz“

Justizminister Yılmaz Tunç erklärte in Bezug auf die Anklageschriften gegen die ehemalige Abgeordnete Leyla Zana, in denen ihr aufgrund ihrer Reden während ihrer Amtszeit „Terrorpropaganda“ sowie aufgrund von Auszeichnungen internationaler Organisationen die „Annahme von Auszeichnungen durch den Feind“ vorgeworfen wird, dass beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) keine Anzeigen wegen politischer Einflussnahme auf die Justiz in diesem Fall eingegangen seien.

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Antwort von Justizminister Tunç zur Anklageschrift gegen Leyla Zana: „Die Verantwortung liegt bei der Justiz“

Justizminister Yılmaz Tunç äußerte sich zu den Anklageschriften gegen die ehemalige Abgeordnete von Ağrı, Leyla Zana, in denen ihr aufgrund ihrer Reden während ihrer Amtszeit „Terrorpropaganda“ sowie aufgrund von Auszeichnungen internationaler Organisationen die „Annahme von Auszeichnungen durch den Feind“ vorgeworfen wird.

Laut einem Bericht von Namık Durukan für T24 reichte der HEDEP-Abgeordnete für Diyarbakır, Cengiz Çandar, eine parlamentarische Anfrage an Justizminister Tunç bezüglich des laufenden Verfahrens vor dem 27. Schwurgericht Ankara ein. Çandar bezeichnete die Anklageschrift als „juristischen Skandal“ und wies darauf hin, dass Leyla Zanas Reden auf Kurdisch, das Gedenken an den ehemaligen HEDEP-Abgeordneten Orhan Doğan sowie das Gedenken an den 1991 bei einem ungeklärten Anschlag getöteten HEP-Provinzvorsitzenden von Diyarbakır, Vedat Aydın, als „Terrorpropaganda“ gewertet wurden. Gleichzeitig hinterfragte er, welche der internationalen Auszeichnungen, die Zana für ihr Engagement für Frieden und Menschenrechte erhalten hat, den Straftatbestand der „Annahme von Auszeichnungen durch den Feind“ gemäß Artikel 325/1 des türkischen Strafgesetzbuches (TCK) erfüllen sollen.

Çandar stellte Tunç Fragen wie: „Planen Sie eine Untersuchung einzuleiten, ob politischer Druck auf Justizangehörige ausgeübt wurde? Gilt es als Straftat, wenn kurdische Abgeordnete in ihrer Muttersprache sprechen? Wenn die Reden von Leyla Zana aus den Jahren 2014-2015 als Straftat gewertet werden, was ist die Begründung dafür und warum wurde so lange gewartet? Wer ist unter den Feinden, von denen Leyla Zana Auszeichnungen erhalten haben soll, derjenige, mit dem sich die Türkei im Krieg befindet?“ Zudem fragte Çandar Tunç, ob er Kafkas Roman „Der Process“ gelesen habe.

KEINE ANTWORT AUF DIE FRAGE NACH DEN FEINDLICHEN ORGANISATIONEN

In seinen Antworten betonte Tunç, dass beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) keinerlei Anzeigen oder Beschwerden bezüglich politischer Einflussnahme auf die Justiz eingegangen seien. Auf Fragen zu den Reden kurdischer Politiker in ihrer Muttersprache und dazu, wer die „feindlichen“ Organisationen der Türkei seien, ging er jedoch nicht ein. Tunç verwies auf die Geschäftsordnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) und begründete dies damit, dass „parlamentarische Anfragen keine persönlichen Meinungen enthalten dürfen, keine Fragen zum Privatbereich betreffen dürfen und keine Fragen gestellt werden dürfen, die aus anderen Quellen beantwortet werden können“.

VERFAHRENSGEHEIMNIS

In den Antworten von Tunç wurde darauf hingewiesen, dass das Verfahren gegen Zana noch andauere, weshalb Fragen zu den Vorwürfen in der Anklageschrift nicht beantwortet wurden. Tunç erklärte, dass während der Ermittlungsphase das Verfahrensgeheimnis gelte, sofern dadurch die Verteidigungsrechte nicht beeinträchtigt würden. Zudem betonte Tunç, dass ein Staatsanwalt bei Anhaltspunkten für eine Straftat sofort Ermittlungen einleiten müsse, und unterstrich, dass die Verantwortung bei der Justiz liege.


Nachrichtenquelle: 12punto

Justizminister Yılmaz Tunç Justiz Ankara Republik TBMM Yılmaz Tunç