Krise um die Vereidigungszeremonie an der Militärakademie: Leutnants werden ihre Verteidigung vorbringen
Die Leutnants, gegen die nach der Vereidigungszeremonie an der Militärakademie ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, werden ihre Verteidigung vor dem Hohen Disziplinarausschuss vorbringen. Die Anwälte der Leutnants haben ihre Verteidigung auf Basis rechtlicher Gutachten und Aktenunterlagen vorbereitet und argumentieren, dass die Handlungen der Leutnants nicht gegen Befehle verstoßen haben.
Die Anwälte der Leutnants, denen die „Entlassung aus den Türkischen Streitkräften“ droht, haben dem Hohen Disziplinarausschuss auch rechtliche Stellungnahmen von Experten vorgelegt. In einem der erstellten Rechtsgutachten wurden die von den Anwälten eingereichten Ordner geprüft, die Untersuchungsberichte, Aussagen, Informationsbeschaffungen, Ereignisprotokolle und Zeugenaussagen enthalten.
WAS BESAGT DAS EXPERTENGUTACHTEN?
Nach Informationen der 12punto-Autorin Müyesser Yıldız erklärten drei Professoren der juristischen Fakultät der Başkent-Universität, die vor der Beratung der Akten der vom Ausschluss aus den TSK bedrohten Leutnants durch den Hohen Disziplinarausschuss (YDK) des Heereskommandos ein Expertengutachten abgaben: „Keines der materiellen oder immateriellen Elemente des Disziplinarvergehens, das Leutnant Ebru Eroğlu und ihren Kameraden vorgeworfen wird, ist im konkreten Fall gegeben.“ Die Professoren äußerten sich zudem zu dem von den Leutnants gesprochenen Offizierseid: „Beim Lesen dieses Textes bekommt jeder türkische Bürger eine Gänsehaut.“
Das auf Antrag der Anwälte der Leutnants von drei Dozenten des Fachbereichs Verwaltungsrecht der juristischen Fakultät der Başkent-Universität erstellte Expertengutachten wurde auf Basis einer Kopie der Ermittlungsakte im Lichte der Verfassung, der Europäischen Menschenrechtskonvention, des TSK-Gesetzes über den internen Dienst, des TSK-Disziplinargesetzes und anderer Rechtsvorschriften verfasst.

Im Expertengutachten wurde zunächst die Chronologie des „streitgegenständlichen Vorfalls“ wie folgt zusammengefasst:
„Es wurde festgestellt, dass die Abschlussfeier am 30. August im Beisein des staatlichen Protokolls gemäß den Richtlinien und Befehlen durchgeführt wurde, dass die Leutnants nach Ende der Abschlussfeier hinter Sichtschutzwänden außerhalb des Zeremonienbereichs warten mussten, dass die Leutnants das Feld betraten, um die traditionelle Schwertzeremonie durchzuführen und Fotos mit ihren Familien zu machen, nachdem der Moderator die Ankündigung ‚Die Zeremonie ist beendet‘ gemacht hatte und das Protokoll den Bereich verlassen hatte, dass sich die Leutnants zu diesem Zeitpunkt auf dem Feld zu versammeln begannen, dass Leutnant Ebru Eroğlu ans Mikrofon trat und die Ankündigung machte, dass auf den in den Akten vorhandenen Fotos und Aufnahmen zu sehen ist, dass sich während des Vorfalls auch einige Offiziere auf dem Feld befanden, und dass nach dem Bekanntwerden des Vorfalls in Presse und Öffentlichkeit eine administrative Untersuchung und ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurden und die Leutnants mit dem Antrag auf Entlassung aus den TSK an den Hohen Disziplinarausschuss überwiesen wurden.“

SIE WERDEN IHRE VERTEIDIGUNG VORBRINGEN
Nach Abschluss der Untersuchung zur inoffiziellen Vereidigungszeremonie mit Schwertern an der Militärakademie am 30. August wird die Akte zu den fünf koordiniert handelnden Leutnants sowie zu drei weiteren Personen, bei denen Vorsatz, Verschulden, Fahrlässigkeit oder Verantwortung vorliegen, heute im Hohen Disziplinarausschuss (YDK) des Heereskommandos beraten. Die an den YDK überwiesenen Leutnants sowie das weitere Personal werden dem Ausschuss auch ihre mündliche Verteidigung vortragen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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