Kritik vom EP-Berichterstatter an İmamoğlu-Inhaftierung: EU-Mitgliedschaft in Gefahr
Der ständige Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Türkei, Nacho Sanchez Amor, hat die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu scharf kritisiert. Amor betonte, dass der EU-Beitrittsprozess durch solche Praktiken beschädigt werde, verwies auf die Unabhängigkeit der Justiz und erklärte: „So gewinnen Sie weder Investoren noch die Mitgliedschaft.“
Der ständige Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Türkei, Nacho Sanchez Amor, hat scharf auf die Inhaftierung des Präsidentschaftskandidaten und Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, reagiert. Bei einer Pressekonferenz in der EU-Delegation in der Türkei erklärte Amor, dass das Erreichen des EU-Beitrittsziels der Türkei von einer strikten Einhaltung der Grundsätze von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit abhänge.
Amor bezeichnete die Inhaftierung von İmamoğlu als einen „Schritt, der nicht mit dem EU-Prozess vereinbar ist“ und fügte hinzu: „Man kann nicht der EU beitreten, indem man eine der führenden Persönlichkeiten der Opposition ins Gefängnis steckt. Europa ist sich dessen bewusst, seien Sie es auch.“
„OHNE VERTRAUEN IN DIE JUSTIZ GIBT ES KEINE INVESTITIONEN“
Amor ging auch auf sein Treffen mit Finanzminister Mehmet Şimşek ein und betonte, dass ausländische Investoren nur dann aktiv würden, wenn sie Vertrauen in das Justizsystem hätten. „Unsere Gespräche verliefen positiv, aber wenn die Justiz nicht unabhängig ist, kann kein Investor der Türkei vertrauen. Die Inhaftierung von Geschäftsleuten aus politischen Gründen vergiftet das Investitionsklima“, sagte er.
„DIE INHAFTIERUNG VON İMAMOĞLU GEFÄHRDET DEN BEITRITTSPROZESS“
Amor erklärte, dass einige Schritte der Türkei im Rahmen der Terrorismusbekämpfung zwar verständlich seien, die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu jedoch die Wahrnehmung in Europa negativ beeinflusse.
„EGMR-URTEILE MÜSSEN UMGESETZT WERDEN“
Amor wies auf die Bedeutung der Umsetzung der Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte durch die Türkei hin und betonte, dass die Justiz frei von politischem Druck sein müsse.
„POLIZEIRAZZIEN MITTEN IN DER NACHT KÖNNEN NICHT NORMALISIERT WERDEN“
Bezüglich der nächtlichen Polizeirazzia im Haus von İmamoğlu erklärte Amor, dass diese Bilder in der europäischen Öffentlichkeit für Schock gesorgt hätten. „Dass bewaffnete Polizisten mitten in der Nacht das Haus eines Politikers stürmen, mag Ihnen gewöhnlich erscheinen, aber von außen betrachtet ist dies inakzeptabel. Das ist eine Einschüchterung“, sagte er.
„DIE JUSTIZ DARF KEIN WERKZEUG DER POLITIK SEIN“
Amor wiederholte seine Kritik an der Politisierung der Justiz in der Türkei und sagte, dies sei zu einem der grundlegendsten Probleme in den Beziehungen zur EU geworden. Amor bewertete die Situation wie folgt: „Wenn die Justiz im Dienst der Politik steht, gibt es keinen Rechtsstaat. Dass selbst Rektoren vom Präsidenten ernannt werden, ist ein Zustand, der der Gewaltenteilung widerspricht.“
„DIE TÜRKEI WAR VOR 15 JAHREN DEMOKRATISCHER“
Amor erklärte, dass die Türkei in der Vergangenheit eine inklusivere und demokratischere Struktur gehabt habe, und betonte, dass man zu den Werten dieser Zeit zurückkehren müsse, um Fortschritte im Beitrittsprozess zu erzielen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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