Kritischer Besuch der NATO in der Türkei: Welche Themen stehen auf der Agenda?
NATO-Generalsekretär Mark Rutte kommt für offizielle Gespräche nach Ankara. Auf der Agenda stehen das verschlechterte Sicherheitsumfeld in Europa, die Verteidigungszusammenarbeit und die Erwartungen der Türkei an die NATO. Rutte wird zudem die bei einem Terroranschlag beschädigten TUSAŞ-Anlagen besuchen.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte wird im Rahmen eines offiziellen Besuchs morgen in Ankara eintreffen. Es ist geplant, dass er im Zuge seines Aufenthalts von Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfangen wird und Gespräche mit Außenminister Hakan Fidan sowie Verteidigungsminister Yaşar Güler führt.
Bei den Treffen wird voraussichtlich betont werden, dass das verschlechterte Sicherheitsumfeld in Europa eine Stärkung der NATO-Strukturen erforderlich macht, und die Erwartungen der Türkei an das Bündnis sollen auf höchster Ebene zur Sprache gebracht werden.
VERTEIDIGUNGSZUSAMMENARBEIT
In den Gesprächen wird der Schwerpunkt auf der Umsetzung der Beschlüsse der NATO-Gipfel von Vilnius 2023 und Washington 2024 liegen, insbesondere auf der Beseitigung von Hindernissen bei der Verteidigungsbeschaffung zwischen den Verbündeten sowie der Demonstration uneingeschränkter Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus.
Ein weiteres wichtiges Thema der Gespräche wird das Unbehagen der Türkei über die ausgrenzende Haltung gegenüber NATO-Verbündeten, die nicht der EU angehören, sein. Es wird erwartet, dass ein Meinungsaustausch über die Auswirkungen dieser Situation auf die Beziehungen zwischen der NATO und der EU stattfindet.

BESUCH DER TUSAŞ-ANLAGEN
Rutte plant einen Solidaritätsbesuch bei den TUSAŞ-Anlagen in Kahramankazan, die am 23. Oktober Ziel eines Anschlags der PKK waren, bei dem 5 Menschen ihr Leben verloren und 22 weitere verletzt wurden. Es wird erwartet, dass Rutte sich bei diesem Besuch über die Beiträge von TUSAŞ zur Verteidigungsindustrie informieren lässt.
Rutte, der die Türkei bereits am 24. April 2024 vor seinem Amtsantritt als NATO-Generalsekretär besucht und sich in Istanbul mit Präsident Erdoğan getroffen hatte, war nach der Übernahme seines Amtes von Jens Stoltenberg bereits im Oktober auf dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Budapest mit Erdoğan zusammengekommen.
Rutte, der nach dem TUSAŞ-Anschlag vom 23. Oktober zu den Ersten gehörte, die Präsident Erdoğan anriefen, um ihr Beileid auszusprechen, wird bei seinem ersten Besuch in der Türkei als NATO-Generalsekretär sowohl Botschaften der Solidarität als auch der Zusammenarbeit übermitteln.
Nachrichtenquelle: 12punto
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