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Kritischer Schritt nach 32 Jahren: Öffnet sich die Grenze zwischen der Türkei und Armenien?

Nach Informationen von Bloomberg erwägt Ankara, die seit 1993 geschlossene Landgrenze zwischen der Türkei und Armenien innerhalb von sechs Monaten zu öffnen. Es wird erwartet, dass diese Entwicklung den Handel im Kaukasus belebt und den Boden für den Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan bereitet.

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Kritischer Schritt nach 32 Jahren: Öffnet sich die Grenze zwischen der Türkei und Armenien?

Wie Selcan Hacaoğlu von Bloomberg berichtet, prüft die Türkei die Wiedereröffnung der seit 32 Jahren geschlossenen Landgrenze zu Armenien innerhalb der nächsten sechs Monate. Mit der Angelegenheit vertraute Quellen geben an, dass die seit dem Kalten Krieg geschlossene Grenze schon bald geöffnet werden könnte. Dieser Schritt wird als bedeutende Chance für die Wiederbelebung des Handels im Kaukasus gewertet.

Die Türkei hatte die Grenze 1993 nach dem Ersten Bergkarabachkrieg geschlossen, um Solidarität mit Aserbaidschan zu zeigen. Die Wiedereröffnung des lange Zeit geschlossenen Grenzübergangs wird als kritische Entwicklung für das regionale Gleichgewicht angesehen.

EISENBAHNLINIEN WERDEN REAKTIVIERT

Die Sondergesandten der Türkei und Armeniens trafen sich am vergangenen Samstag am Grenzübergang Akyaka-Akhurik. Die Delegationen setzten ihre Gespräche anschließend in der armenischen Grenzstadt Gjumri fort.

Das türkische Außenministerium gab bekannt, dass das Treffen dazu diente, die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnlinie Kars–Gjumri voranzutreiben. Quellen zufolge könnte der Prozess der Erneuerung der Bahngleise etwa fünf Monate in Anspruch nehmen. Lokale Behörden in der Region berichten zudem, dass die Türkei neue Straßen für Grenzpatrouillen baut.

KÖNNTE DAS TOR ZUM REGIONALEN FRIEDEN SEIN

Anfang dieses Jahres hatte US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan und dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew eine gemeinsame Friedenserklärung unterzeichnet. Ein offizielles Friedensabkommen steht jedoch nach der Erklärung noch aus.

Quellen zufolge wird davon ausgegangen, dass im Falle einer Wiederwahl Paschinjans ein offizielles Friedensabkommen mit Alijew unterzeichnet werden könnte. Es wird darauf hingewiesen, dass die Öffnung der türkisch-armenischen Grenze dazu beitragen könnte, Paschinjans Unterstützung in der Innenpolitik zu stärken.

Außenminister Hakan Fidan betonte hingegen in einer Erklärung im vergangenen Monat, dass die Türkei ohne ein endgültiges Friedensabkommen keine vollständige Normalisierung mit Armenien anstreben werde. Fidan erklärte: „Wenn wir jetzt normalisieren, beseitigen wir den größten Grund für Armenien, Frieden zu schließen.“

Nach diesem Prozess gehört die Ernennung eines Botschafters durch die Türkei in Armenien zu den erwarteten Schritten zur Normalisierung der diplomatischen Beziehungen.

STRATEGISCHE BEDEUTUNG FÜR DEN SANGEZUR-KORRIDOR

Die Sicherung eines offiziellen Friedens zwischen Armenien und Aserbaidschan ist von großer Bedeutung für die Region, in der Routen verlaufen, die Öl und Erdgas aus dem Kaspischen Meer und Zentralasien unter Umgehung Russlands nach Europa transportieren.

Im Rahmen des von Trump unterstützten Abkommens soll den USA ein besonderes Recht bei der Entwicklung einer neuen Verkehrsverbindung eingeräumt worden sein, die das aserbaidschanische Festland über Armenien mit der Türkei verbinden soll.

Mit der Öffnung dieser als Sangezur-Korridor bekannten Route könnte das Ziel der Türkei, ein regionales Transitdrehkreuz zu werden, gestärkt werden. Diese Linie wird zudem als Teil des geplanten neuen Ost-West-Handelskorridors zwischen Peking und London betrachtet.


Nachrichtenquelle: 12punto

Türkei Armenien