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Kurtulmuş: Türkei ist bereit, aktiv zur europäischen Verteidigung beizutragen

Der türkische Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş erklärte bei einem offiziellen Besuch in Schweden, dass die Türkei bereit sei, eine Rolle bei der europäischen Sicherheit und Verteidigung zu übernehmen. Mit Blick auf die Auflösung des globalen Systems und die Konflikte im Nahen Osten betonte Kurtulmuş: „Geschichte, Geografie und Geopolitik zeigen deutlich, dass die Türkei in Europa verankert ist. Diese Tatsache nicht anzuerkennen, zeugt von einem Mangel an strategischer Vision.“

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Kurtulmuş: Türkei ist bereit, aktiv zur europäischen Verteidigung beizutragen

Der türkische Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş traf in der schwedischen Hauptstadt Stockholm im Rahmen einer vom Schwedischen Institut für Internationale Angelegenheiten organisierten Diskussionsrunde mit Akademikern, Vertretern von Denkfabriken und diplomatischen Missionen zusammen. Kurtulmuş erklärte, dass die historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch den NATO-Beitritt Schwedens im Jahr 2024 eine strategische Dimension erhalten hätten, und äußerte sich zu den Unsicherheiten in der globalen Sicherheitsarchitektur, der neuen multipolaren Weltordnung sowie den bevorstehenden NATO-Gipfeln.

DIE WELT ERLEBT EINEN TIEFEREN WANDEL ALS NUR EINE VORÜBERGEHENDE TURBULENZ

Parlamentspräsident Kurtulmuş betonte, dass man Zeuge eines der kritischsten Wendepunkte der modernen Geschichte sei und dass die globalen Krisen nicht nur aus lokalen Konflikten bestünden. In einer Zeit, in der Souveränitätsrechte verletzt würden, prägten Migration, die Klimakrise und rasante technologische Entwicklungen die Welt neu. Er erklärte, dass die Ära ein- oder zweipoliger Systeme vorüber sei und die Regeln für eine neue, multizentrische Ordnung noch nicht feststünden.

DIE AUFLÖSUNG DES GLOBALEN SYSTEMS: GAZA, UKRAINE UND DER NAHE OSTEN

In seiner Rede widmete sich Kurtulmuş ausführlich den regionalen Kriegen und humanitären Krisen. Er bezeichnete den Russland-Ukraine-Krieg, das durch die Schritte Israels und der USA erzwungene Konfliktklima gegenüber dem Iran sowie den Völkermord in Gaza als deutlichste Anzeichen für die Auflösung des globalen Systems. Solange keine verlässliche regionale Sicherheitsarchitektur aufgebaut werde, könne im Nahen Osten und in der Golfregion keine Stabilität erreicht werden. Das humanitäre Drama in Gaza und im Westjordanland sei eine Gewissensprüfung für die Menschheit, und mit dem Funktionsverlust internationaler Institutionen beginne das Recht zu zerfallen, betonte er.

DIE NATO-GIPFEL IN DER TÜRKEI WERDEN STRATEGISCHE CHANCEN SEIN

Mit Blick auf die Sicherheit und Verteidigung des europäischen Kontinents wies der Parlamentspräsident auf zwei große Veranstaltungen hin, die die Türkei in naher Zukunft ausrichten wird. Er erklärte, dass der NATO-Parlamentariergipfel am 28. und 29. Juni in Istanbul sowie der NATO-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juli in Ankara historische Chancen für die politische Einheit des Bündnisses darstellten. Er fügte hinzu, dass die NATO nicht nur eine Organisation zur militärischen Abschreckung sein dürfe, sondern auch eine politische Vision entwickeln müsse, die einen gerechten und dauerhaften Frieden fördert.

DIE PRÄSENZ DER TÜRKEI IN EUROPA ZU IGNORIEREN, IST EINE ABKEHR VON DER REALITÄT

Kurtulmuş erklärte, dass die Türkei bei ihrem Beitrag zur europäischen Sicherheit die Prinzipien des Dialogs, der Komplementarität, der Inklusivität und der Solidarität verfolge. „Die Gewährleistung von Stabilität und Sicherheit in Europa sollte das gemeinsame Ziel und die Verantwortung aller Europäer sein. Diskriminierung nützt nur denjenigen, die sie fördern. Geschichte, Geografie und Geopolitik zeigen deutlich, dass die Türkei in Europa verankert ist. Diese Tatsache nicht anzuerkennen, bedeutet einen Mangel an strategischer Vision und eine Abkehr von der Realität“, sagte er und fügte hinzu, dass die Türkei ihre starken Verbindungen zu Asien, dem Nahen Osten und Afrika für eine friedensorientierte globale geopolitische Reichweite nutzen wolle.

 

 



Nachrichtenquelle: 12punto