Lizenzen von 9 Krankenhäusern entzogen: Prozess um Neugeborenen-Skandal beginnt
Der Prozess gegen 47 Angeklagte beginnt, denen vorgeworfen wird, in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der 112-Notrufzentrale Neugeborene gezielt in private Krankenhäuser verlegt und dort durch ihr Handeln Todesfälle verursacht zu haben.
Am Montag beginnt der Prozess gegen 47 Angeklagte, denen vorgeworfen wird, in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der 112-Notrufzentrale Neugeborene gezielt in die Neugeborenen-Intensivstationen von privaten Krankenhäusern verlegt zu haben, mit denen sie zuvor Absprachen getroffen hatten, und in diesem Prozess Todesfälle verursacht zu haben.
Die erste Anhörung des Verfahrens findet am Montag, den 18. November, vor dem 22. Schwurgericht Bakırköy statt. Insgesamt stehen 47 Personen vor Gericht, von denen sich 22 in Untersuchungshaft befinden.
KRIMINELLE VEREINIGUNG UND TÖTUNG DURCH UNTERLASSUNG
In der von der Staatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift wird für die Angeklagten die Bestrafung wegen "Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Begehung von Straftaten", "Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Beihilfe", "Betrug zum Nachteil öffentlicher Einrichtungen", "Urkundenfälschung" sowie "Herbeiführung des Todes durch Unterlassung" gefordert.

Gegen die angeklagten Ärzte Fırat Sarı und İlker Gönen wird wegen 10-facher "Tötung durch Unterlassung", "qualifizierten Betrugs", "Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Begehung von Straftaten" sowie 11-facher "Urkundenfälschung" eine Freiheitsstrafe zwischen 177 Jahren und 6 Monaten sowie 582 Jahren und 9 Monaten gefordert.
Für den 112-Ambulanzfahrer Gıyasettin Mert Özdemir wird wegen "Tötung durch Unterlassung", "rechtswidriger Erlangung personenbezogener Daten", "Betrug zum Nachteil öffentlicher Einrichtungen", "Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Begehung von Straftaten" und "Urkundenfälschung" eine Freiheitsstrafe zwischen 180 Jahren und 589 Jahren und 9 Monaten beantragt.

Gegen die weiteren 18 Verdächtigen, darunter Krankenschwestern und medizinisches Personal, werden aufgrund der Todesfälle bei den Säuglingen Freiheitsstrafen zwischen 10 und 437 Jahren und 6 Monaten gefordert.
LIZENZEN VON 9 KRANKENHÄUSERN ENTZOGEN
Im Rahmen der Ermittlungen waren die Betriebslizenzen der 9 in der Anklageschrift genannten Privatkrankenhäuser entzogen worden. In der ersten Anhörung des Prozesses werden die gegen alle Angeklagten erhobenen Vorwürfe und die Beweismittel vom Gericht bewertet.
Nachrichtenquelle: 12punto
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